Coronapandemie
Appenzell Ausserrhoden startet Testreihen in Schulen und Heimen

Seit Anfang Januar wurden in Ausserrhoden über 8829 Impfdosen verabreicht. 5596 Personen haben eine Erst-, 3233 Personen auch eine Zweitimpfung erhalten. Der Kreis der Impfberechtigten wird nun erweitert. Zudem verstärkt der Kanton seine Testaktivitäten.

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Das Tempo bei den Coronaimpfungen nimmt zu: Im März verfügt der Appenzell Ausserrhoden über weitere 3800 Impfdosen; für April wurden rund 9000 in Aussicht gestellt.

Das Tempo bei den Coronaimpfungen nimmt zu: Im März verfügt der Appenzell Ausserrhoden über weitere 3800 Impfdosen; für April wurden rund 9000 in Aussicht gestellt.

Bild: CH Media

Die Impfaktion in Appenzell Ausserrhoden verlief bisher ohne Komplikationen. Das teilte am Mittwoch die Kantonskanzlei mit. In den Impfzentren in Herisau und Heiden sowie in den Alters- und Pflegeheimen konnten seit dem 4. Januar Personen über 75 Jahren sowie Erwachsene mit schweren chronischen Erkrankungen geimpft werden. Zudem wurden laut Medienmitteilung über 70 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner in den Alters- und Pflegeheimen zweimal geimpft. Insgesamt haben 5596 Personen eine Erst- und 3233 Personen auch eine Zweitimpfung erhalten.

Die letzten Zweitimpfungen bei den aktuell registrierten über 75-Jährigen und Personen mit höchstem Risiko erfolgen in den kommenden Tagen. Zwanzig der 26 hausärztlichen Praxen sind ebenfalls bereit und erhalten mit der neuen Lieferung rund 800 Impfdosen für weitere Impfungen der ersten Impfgruppe.

Impfungen für weitere Personengruppen starten

Neu werden gemäss Communiqué auch Personen aus anderen Gruppen geimpft. Entsprechend den Prioritäten des Bundes sind dies Personen über 65 Jahre, chronisch Vorerkrankte, Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt sowie Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen. Die darauf folgende Gruppe, die in rund einem Monat geimpft werden könnte, sind Personen, die in engem Kontakt mit Menschen leben, die zu den ersten Impfgruppen gehören.

Im März verfügt der Kanton über weitere 3800 Impfdosen; für April wurden rund 9000 Impfdosen in Aussicht gestellt. Die Strukturen in Ausserrhoden sind laut Mitteilung so ausgelegt, dass pro Woche bis zu 5000 Impfungen verabreicht werden könnten, wenn genügend Impfstoffe vorhanden sind. Der Kanton geht von rund 44'000 «impffähigen» Personen aus. Die Impfbereitschaft nehme laufend zu, schreibt die Kantonskanzlei.

Anmelden und warten

Die Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder können sich auf der entsprechenden Website für eine Impfung registrieren. Wer über keinen Internetzugang verfügt, kann sich zu Bürozeiten telefonisch via Hotline (Telefon 071 353 67 97) anmelden. Nach der Anmeldung wird ein Impftermin erteilt, sobald die angemeldete Person nach dem vom Bund festgelegten Fahrplan an der Reihe und Impfstoff vorhanden ist. Der Impftermin wird via E-Mail, SMS oder allenfalls durch die hausärztliche Praxis mitgeteilt. Für die Anmeldung wird zwingend die Krankenversicherungskarte benötigt. Wie die Kantonskanzlei schreibt, sei aber unter Umständen Geduld gefragt.

Bald Gratistests in Apotheken

Doch Impfen allein reicht für die Bekämpfung der Pandemie nicht aus. Gemäss Kanton ist es auch wichtig, Ansteckungen möglichst frühzeitig zu erkennen. Deshalb habe der Bund seine Teststrategie ausgebaut. Neu haben auch Personen ohne Symptome die Möglichkeit, sich regelmässig testen zu lassen. Der Bund hat hierfür in Aussicht gestellt, dass ab etwa Mitte April alle Personen fünf Selbsttests gratis in einer Apotheke beziehen können. Noch seien die Selbsttests in der Schweiz aber nicht zugelassen. Schnelltests hingegen werden derzeit im kantonalen Testzentrum Teufen, in Arztpraxen und gewissen ausserkantonalen Apotheken sowie auch direkt in Gesundheitseinrichtungen von geschultem Personal durchgeführt.

Regelmässige Testreihen in Schulen und Heimen

Der Einsatz präventiver serieller Tests wird in Ausserrhoden durch eine Arbeitsgruppe des Kantonalen Führungsstabs (KFS) erarbeitet und vorbereitet. Wie es in der Mitteilung heisst, werden in Kürze erste Testreihen in Heimen, Betrieben, Schulen und Verwaltungen durchgeführt. In einem Pilotprojekt werden das Betreuungszentrum Heiden, die Alters- und Pflegeheime Teufen (Haus Unteres Gremm, Haus Lindenhügel) und das Wohn- und Pflegeheim Boden in Trogen mitmachen. Dabei werden in erster Linie Mitarbeitende getestet, bei Bedarf auch Bewohnerinnen und Bewohner sowie Besucherinnen und Besucher. Nach Auswertung des Pilotprojekts sollen die Testmöglichkeiten auf weitere Alters- und Pflegeheime im Kanton ausgeweitet werden.

Derzeit wird auch die Möglichkeit der seriellen Tests an drei Schulen geprüft. Der Bund empfiehlt serielle präventive Tests ab einem Alter von zwölf Jahren. Darum werden an den obligatorischen Schulen ausschliesslich Oberstufenschülerinnen und -schüler, ihre Lehr- und weitere Fachpersonen getestet. Die Oberstufen Stein (rund 50 Lernende), Teufen (rund 140 Lernende) und Walzenhausen (rund 80 Lernende) stellen sich zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um sogenannte «Spucktests». Die Tests werden nach den Frühlingsferien ab dem 26. April wöchentlich einmal durchgeführt und finden dreimal statt. Die Teilnahme an den Tests ist freiwillig. Da die Jugendlichen minderjährig sind, ist das Einverständnis der Erziehungsberechtigten nötig.

Industrie und Gewerbe testen auch

Auch Industrie und Gewerbe sind an der Durchführung von seriellen Tests interessiert, schreibt die Kantonskanzlei. Dabei wird insbesondere das Ziel verfolgt, die Produktionsketten und Arbeitsprozesse ohne längere Arbeitsunterbrüche aufrechtzuerhalten. Ähnlich wie in den Schulen finden laut Mitteilung in verschiedenen Unternehmungen in den nächsten Tagen Testungen im Rahmen eines Pilotprojektes statt. Anschliessend sollen die Erkenntnisse und Erfahrungen für eine breite serielle Testung in den nächsten Wochen in Industrie und Gewerbe einfliessen. (kk/red)