Coronakrise
Hohe Nachfrage nach Härtefallbeiträgen: In Ausserrhoden sind bereits 90 Gesuche eingereicht worden

Seit dem 25. Januar läuft das Programm der Härtefallmassnahmen. Gross ist die Nachfrage insbesondere in der Gastronomie. Bis heute wurden rund 1 Mio. Franken gesprochen.

Jesko Calderara
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Mehr als die Hälfte aller Gesuche um Härtefallbeiträge stammen in Ausserrhoden aus der Gastronomie.

Mehr als die Hälfte aller Gesuche um Härtefallbeiträge stammen in Ausserrhoden aus der Gastronomie.

Bild: APZ

In Appenzell Ausserrhoden benötigen offenbar viele coronageplagte Gewerbebetriebe, Firmen und Selbstständigerwerbende finanzielle Hilfe. Seit dem Start des Härtefallprogramms vor vier Wochen sind beim Amt für Wirtschaft und Arbeit knapp 90 Unterstützungsgesuche eingegangen. Dies teilt der Kanton in einer Medienmitteilung mit. Dabei kommen etwas mehr als die Hälfte der Gesuche aus der Gastrobranche. Zu den weiteren Gesuchstellenden gehören Betriebe der Eventbranche, des Detailhandels und der Reisebranche. Sie alle sind unter den aktuellen Coronamassnahmen des Bundes besonders stark betroffen. Rund eine Million Franken wurde bis anhin gesprochen.

Gemeinsam mit dem Bund unterstützt Appenzell Ausserrhoden Unternehmen, welche die Anforderungen für einen Härtefall erfüllen: Einerseits müssen sie seit über 40 Tagen ihr Geschäft aufgrund der behördlichen Vorgaben geschlossen haben, und andererseits ist ihr Umsatz infolge des Veranstaltungsverbotes oder der Grenzschliessungen um mehr als 40 Prozent gegenüber den Vorjahren eingebrochen.

Beiträge sollen Fixkosten abdecken

Seit dem 25. Januar können beim Amt für Wirtschaft und Arbeit Unterstützungsgesuche eingereicht werden. Die Gesuche werden durch ein Experten-Team, bestehend aus Bankfachleuten, Treuhandexperten und Mitarbeitenden der kantonalen Verwaltung, beurteilt. Dabei stehen die ungedeckten Fixkosten (Miete, Versicherungen und anderes) im Fokus. Denn vor allem diese Kosten führen Unternehmen mit einem reduzierten Umsatz in finanzielle Engpässe. Personalkosten werden über die Leistungen der Arbeitslosenkasse und der AHV-Ausgleichskasse grossmehrheitlich abgedeckt.

Die ersten Gesuche konnten bereits innert weniger Tage beurteilt werden. In den ersten vier Wochen konnten rund 35 Prozent der Gesuche beurteilt werden. Von diesen Gesuchen erfüllten rund 85 Prozent die gesetzlichen Anforderungen und haben Anspruch auf finanzielle Unterstützung.

Ausserrhoden gehört zu den schnelleren Kantonen

Mit der Tatsache, dass die ersten Verfügungen bereits rund sieben Arbeitstage nach Programmstart erfolgten und die Auszahlungen bereits geleistet werden konnten, gehört Appenzell Ausserrhoden zu den schnelleren Kantonen in der Schweiz. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit rechnet mit etwas über 200 Gesuchen, welche vom Experten-Team in den nächsten Wochen beurteilt werden müssen. Die Dauer der Beurteilung durch das Gremium ist stark abhängig von der Qualität der Gesucheinreichung.

Die Gesuche können online über die Website des Amtes für Wirtschaft und Arbeit (www.ar.ch/awa) zusammen mit den notwendigen Unterlagen eingereicht werden. Die Formularvorlagen sind dort als Download verfügbar. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass nur wenige Gesuche von Beginn weg vollständig und nachvollziehbar eingereicht werden. Entsprechend führen Rückfragen beim Gesuchsteller zwangsläufig zu Verzögerungen bei der Beurteilung der Unterstützungsanträge.