Corona
Erste Freiwillige in Appenzell Innerrhoden geimpft: So verlief der Ostschweizer Covid-Impfstart

In zwei Heimen in Appenzell Innerrhoden wurden am Mittwoch die ersten 13 Freiwilligen durch eine mobile Equipe geimpft. Wie das Ganze abgelaufen ist, erzählt die leitende Ärztin Anästhesie am Spital Appenzell.

Karin Erni
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Das Impfen hat begonnen. In Appenzell Innerrhoden wurde am Mittwoch den ersten Freiwilligen ein Impfmittel gegen Covid-19 injiziert. Eine mobile Impfequipe, bestehend aus einer Ärztin und einer Pflegefachfrau, besuchte die beiden Alters- und Pflegeheime Bürgerheim in Appenzell und Jakobsbad in Gonten. Die leitende Ärztin Anästhesie am Spital Appenzell, Stefanie Klemm, spricht von 13 Bewohnerinnen und Bewohnern, die das Impfen bereits hinter sich haben - vorerst zumindest. Klemm sagt:

«Als erste erhielt eine 95-jährige Frau die Injektion. Sie war sehr mutig.»

Im Anschluss an die Impfung werde jede Patientin und jeder Patient 20 Minuten beobachtet, um sicher zu gehen, dass keine allergischen Reaktionen auftreten. Diese enge persönliche Betreuung werde auch bei den kommenden Impfungen weitergeführt, sagt Stefanie Klemm.

Betagte genossen die Aufmerksamkeit

Die Impfwilligen wurden im Vorfeld in Dreiergruppen eingeteilt. Zu Beginn gebe es jeweils ein individuelles Aufklärungsgespräch, so die Ärztin. «Dabei geht es darum, die persönlichen Daten der Leute aufzunehmen.» Die Datenerfassung sei sehr entspannt verlaufen, so Klemm. «Wir haben ein gutes Computerprogramm zur Verfügung gestellt erhalten, um alles einzutragen.»

Die Stimmung unter den Betagten sei ausgesprochen positiv gewesen. «Sie genossen die Aufmerksamkeit und erzählten gerne etwas aus ihrer Biografie.» Zu den Ersten zu gehören, die eine Impfung erhalten, sei für sie etwas Besonderes. Die Menschen setzten grosse Hoffnung in den Impfstoff, so Stefanie Klemm. «Sie erwarten, dass bald wieder ein Stück Normalität in ihr Leben zurückkehrt.»

Die Ärztin Stefanie Klemm führte die Impfungen in zwei Innerrhoder Altersheimen durch.

Die Ärztin Stefanie Klemm führte die Impfungen in zwei Innerrhoder Altersheimen durch.

Ralph Ribi

Viel Erfahrung gesammelt

Bei den heutigen Impfungen handle es sich um ein Pilotprojekt, so die Ärztin. «Diese Arbeit war sehr wertvoll, denn wir konnten viel Erfahrung sammeln.» Nicht nur die Aufbewahrung, auch die Zubereitung des neuen Impfstoffs sei relativ aufwendig, so Klemm. Sie ergänzt:

«Aufwendiger als bei einer Grippeimpfung. Ich war nervös und musste mich sehr konzentrieren.»

Noch seien alle Abläufe neu, aber es werde sich eine gewisse Routine einstellen, ist sie überzeugt.

Heute sollen noch einmal 25 Freiwillige in Appenzell Innerrhoden eine Injektion erhalten. Impfstoff sei laut Klemm derzeit genügend vorhanden. Zum Zeitpunkt, wann die nötigen Folgeimpfungen stattfinden werden, konnte sie noch keine Angaben machen. Am 4. Januar ist die Pilotphase beendet. Dann werden auch in den übrigen Kantonen die Covid-19-Impfungen im grossen Stil starten.