Claudia Frischknecht ist Herisaus neue Oberguggerin

Turnusgemäss hat letzten Sonntag im Rahmen des Guggenfestes im Casino die Guggenmusik Blechtüüfel den Oberguggerstab in die Hände der Ziegelhöttler Guggenmusik gelegt.

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herisau. Alle zwei Jahre wandern der Oberguggerstab und damit das verantwortungsvolle Amt des Oberguggers von einer Herisauer Guggenmusik zur nächsten. Nachdem in den letzten beiden Jahren Maya Stalder-Baumann als Vertreterin der Guggenmusik Blechtüüfel das musikalische Zepter der Vereinigten Herisauer Guggenmusiken in ihren Händen hielt, wird Claudia Frischknecht von der Ziegelhöttler Guggenmusik für die kommenden zwei Jahre dieses Amt inne haben.

Ein Amt notabene, das nicht nur mit Ehre, sondern auch mit viel Arbeit verbunden ist. Die Oberguggerin leitet die Proben und dirigiert die Auftritte der Vereinigten Herisauer Guggenmusiken. Zudem trägt sie auch Entscheidendes zu einer guten Koordination der Guggenauftritte während der Herisauer Dorffasnacht bei.

Verantwortung übernehmen

Als kaufmännische Angestellte in leitender Funktion ist sich Claudia Frischknecht gewohnt, klug zu organisieren und Verantwortung zu übernehmen. Sie wisse, dass vor allem mit dem Gugge-Tröffe 2012 viel Arbeit auf sie zu komme. «Ich bin überzeugt, dass ich diese neue Herausforderung gut meistern werde.» Konkrete Ziele hat sie sich noch keine gesteckt, doch sie will versuchen, die Fasnachtszeit in Herisau zu beleben. Denn: «Fasnacht ist die schönste Jahreszeit!» Klar: Diese Aussage wird von einer Guggerin erwartet. Eine angefressene Fasnächtlerin zu sein allerdings reicht nicht, schliesslich wird sie unter anderem 2012 das grosse Monsterkonzert des Gugge-Tröffe dirigieren. «Das wird gewiss einer der emotionalsten Momente als Oberguggerin sein.»

Obwohl sie als Dirigentin keine Erfahrung hat, ist sie überzeugt, dass ihr musikalischer Rucksack sie dazu befähigt, über 500 Guggern den Takt anzugeben. Ihren musikalischen Grundstein legte die 30-Jährige vor gut 20 Jahren als Klarinettistin in der Knabenmusik, anschliessend wechselte sie zur Bürgermusik. Heute spielt sie im Musikverein Herisau, wo sie zudem seit gut drei Jahren Vizepräsidentin ist.

Schwieriger Start

Nebst diesem Engagement ist Claudia Frischknecht seit 15 Jahren Mitglied der Ziegelhöttler Guggenmusik. Mühelos sei ihr Start in die Guggerlaufbahn nicht gewesen, erinnert sie sich. Zu Beginn nämlich spielte niemand in ihrem Alter bei den Ziegelhöttlern, was gerade im Alter von 15 Jahren nicht einfach war. Doch diese Durststrecke ist vorbei. Heute schwärmt Claudia Frischknecht von ihrer Gugge: «Wir sind eine extrem heterogene Gruppe. Die Jüngsten sind knapp 16 Jahre alt, die Ältesten weit über 50. Das Schöne aber ist, dass wir uns untereinander super verstehen und tolle Feste miteinander feiern können.» Zudem biete ihr die Guggenmusik die Möglichkeit, neue Instrumente auszuprobieren. Beginnend mit dem Schellenring, wechselte sie aufs Es-Altsaxophon, und seit zwei Jahren spielt sie Posaune. «Vieles lerne ich in unseren Proben. Zusätzlich besuchte ich zu Anfang den Erwachsenenunterricht an der Musikschule.» Entscheiden für Guggenmusik oder Musikverein könnte sie sich nicht: «Ich brauche beides! Die Ernsthaftigkeit beim Musikverein und die grössere musikalische Toleranz bei der Guggenmusik.»

Eva Schläpfer