«Clanx – klein, aber fein»

Der Regen konnte der zehnten Ausgabe des Appenzeller Clanx-Festivals keinen Strich durch die Rechnung machen. Das Gelände sei sauber, die Leute friedlich und das Essen «der Hammer», sind sich gross und klein einig.

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Josef Manser, Appenzell

«Mir gehört das Land, auf dem das Clanx seit 2007 stattfindet und auf dem mein Elternhaus steht, in dem ich noch immer wohne. Ich bin pensionierter Landwirt und finde es eine gute Sache, wenn gleich vor meiner Haustüre etwas los ist. Die Musik stört mich überhaupt nicht; wenn es schönes Wetter ist, höre ich von draussen zu und sonst schaue ich aus dem Fenster. Sein Grundstück für ein Festival herzugeben, würde sicher nicht jeder machen, aber die Organisatoren verlassen das Gelände jedesmal mit <tipptopper> Ordnung – das passt.»

Lovis (2¹/2) und Roman, Oberhelfenschwil

«Ich war schon einige Male am Clanx, es ist einfach schön, friedlich, sauber und nicht kommerzorientiert. Die grossen Open-Airs haben diesen Geist leider verloren. Meine Tochter Lovis ist auch schon geübte Clanx-Gängerin, zum ersten Mal war sie halbjährig dabei. Sie hat sich schon die ganze Woche darauf gefreut und findet die Musik <uu lustig>. Das Essen ist super, qualitativ hochstehend und trotzdem günstig. Man wird hier nicht abgezockt, das ist einfach sympathisch. Clanx – klein, aber fein.»

Kevin Rechsteiner, Haslen/St. Gallen

«Ich bin der Bauchef am Clanx und somit Teil des zwölfköpfigen Organisationskomitees. Ich habe mich sozusagen vom Gast über den Helfer in die Leitung hochgearbeitet. Den Auf- und Abbau habe ich dieses Jahr zum drittenmal geleitet und es war der bisher geilste: lustig, schnell, gemütlich und trotz vieler Laien professionell. Wir bauen während anderthalb Wochen auf und innerhalb einer wieder ab. Insgesamt stehe ich fürs Clanx rund sechs Wochen im Einsatz. Wenn es schönes Wetter ist, habe ich während des Festivals keine Arbeit – seit ich Bauchef bin, ist aber noch immer eine Schlechtwetterfront gekommen, so auch dieses Jahr.»

David Garcia, Arbon

«Ich bin hier, weil es auf Deutsch gesagt halt <huere läss> ist. Das Clanx ist friedlich und nicht überfüllt, die Preise fair und die Leute chillig und zwäg. Bei meinem ersten Besuch musste mich ein Freund noch überreden, jetzt bin ich zum zweitenmal dabei, Überredungskünste waren keine mehr nötig. Ich bleibe zwei Tage und übernachte auf dem Zeltplatz.»

Silvio (12) und Caroline (14), Appenzell

«Wir wohnen direkt am Fussweg zum Clanx, alle Besucher kommen an unserem Haus vorbei. Schon seit einigen Jahren verkaufen wir bei schönem Wetter Eistee und bei Regen oder wenn es kalt ist warmen Tee. Bei jedem Passanten rufen wir <frische, feine, sölbegmachte Pfäffemönztee zom Vechaufe, no fö 80 Rappe>. Unterstützt werden wir von Mami, die den Tee kocht, Papi, der ab und zu zum Rechten schaut und unseren Schwestern Elena und Ramona, die auch beim Verkaufen helfen.»

Lara und Noémi (13), St. Gallen

«An andere Open-Airs gehen wir noch nicht, aber am Clanx sind wir nicht zum erstenmal dabei. Die Stimmung und dass das Festival so klein ist, gefällt uns am besten – auch der Regen ist cool. Ich, Noémi, finde es zwar ein bisschen kalt, weil ich im Moment barfuss bin, meine Gummistiefel sind zu nass. Zu Hause achten wir nicht so sehr auf Abfalltrennung wie hier am Clanx.»

Lisa (9) und Melanie Zahno-Eugster, Appenzell

«Wir sind zum drittenmal hier. Da wir nur zehn Minuten vom Gelände entfernt wohnen, findet das Clanx quasi an unserem Hausberg statt. Als wir zum erstenmal hier waren, habe ich mit meinem Mann und meinen vier Kindern einen so schönen und friedlichen Sonntag erlebt, dass wir immer wieder kommen müssen. Dieses Jahr haben wir einen Dreitagepass gekauft, aber wir übernachten natürlich zu Hause und nicht im Zelt. Am Clanx gibt es für alle etwas, und ich finde es toll, dass wir den Nachwuchs auch mitnehmen können. Meiner Tochter Lisa gefällt es auch super, sie findet die Musik cool. Wenn wir etwas daheim vergessen haben, gehen wir es halt schnell holen. Ich mag lieber kleine Open-Airs wie auch das am Postplatz eines war. Ich bin jetzt seit 18 Jahren in der Ostschweiz, ans St. Galler habe ich es aber noch nie geschafft.»

Manuel Perrez, Murcia

«Murcia liegt am Mittelmeer, im Südosten von Spanien. Seit zehn Monaten arbeite ich in Arbon als Automechaniker und begleitete einen Freund ans Clanx. In Spanien besuche ich auch oft Rockfestivals und kenne mich deshalb aus mit Open-Airs. Die Stimmung in Appenzell ist super, nur das Wetter stört mich. Kaum war ich zwei Stunden auf dem Gelände, begann es wie aus Kübeln zu regnen. Ich zelte trotzdem hier, ich habe ja keine andere Wahl. Mein grösster Wunsch während des Festivals ist es, gute Musik zu entdecken und tolle Leute kennenzulernen.»

Suellen Caduff, Wil, und Joelle Geiger, Hundwil

«Wir waren am Freitagabend schon dabei, Joelle hat mich animiert mitzukommen, und ich bereue es überhaupt nicht. Ich bin nicht nur zum ersten Mal am Clanx, sondern auch zum ersten Mal überhaupt an einem Open-Air. Eine gute Wahl: Hier ist es sauber, das Essen ist der Hammer und man hat genug Platz, muss sich nicht durch Menschenmassen quetschen. Nächstes Jahr komme ich wieder.»

Text und Bilder: Alexa Scherrer

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