Churer Schichtarbeit bringt Cuperfolg gegen den SC Herisau

Das Cupspiel gegen den oberklassigen EHC Chur bringt ein 1:8 für den überforderten Erstligisten SC Herisau und ein personelles Kuriosum.

Lukas Pfiffner
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Der Churer Gianni Stiffler wird am Samstag wird am Samstag die Herisauer Verteidigung unterstützen. (Bild: Mea McGhee)

Der Churer Gianni Stiffler wird am Samstag wird am Samstag die Herisauer Verteidigung unterstützen. (Bild: Mea McGhee)

Die Auswärtsserie hat länger Bestand. Ob im Cup, ob in der Meisterschaft: An Spielen des SC Herisau gewinnt derzeit immer die Auswärtsmannschaft. Seit dem 3:1 in Widnau am 26. Oktober war das in sieben Partien so. Im Spiel der vierten Runde im Schweizer Cup der Saison 2020/21 waren die Ausserrhoder am Mittwoch weit davon entfernt, wie vor einem Jahr mit Seewen erneut ein oberklassiges Team zu eliminieren.

Chur, aktuell Neunter unter zwölf Mannschaften der My Sports League, mochte vielleicht in den ersten drei Minuten gestaunt haben ob des kecken Auftretens der Herisauer. Mit dem 0:1, das erst im Nachhinein anerkannt wurde, nahm der Einbahn-Abend aber Fahrt auf. Chur war schneller, routinierter, in allen Zonen geordneter.

Einmal fünf, einmal drei Tore

Hoch überlegen waren die Bündner, die für eine eigenartige Erkenntnis verantwortlich waren: Sie erzielten alle Tore zwischen der 4. und der 8. Minute (fünf) respektive zwischen der 22. und 26. Minute (drei). Phasenweise völlig desorientiert zeigten sich die ersatzgeschwächten Gastgeber. Die Partie wurde für sie zum Charaktertest. Dass die Niederlage nicht zweistellig ausfiel, dass die Herisauer die zweite Spielhälfte sogar für sich entscheiden konnten, hing mit der nachlassenden Konzentration der Churer zusammen. Und mit dem erfolgreichen (Powerplay-)Abschluss durch Speranzino in der drittletzten Minute. Im vorangegangenen Überzahlspiel hatten die Ausserrhoder noch einen Moment der besonders unangenehmen Art über sich ergehen lassen müssen: Die dezimierten Gäste kamen zu einer zwei-gegen-null-Situation, die sie allerdings nicht nützten.

Ein spätes Goalie-Erfolgserlebnis

Herisaus Goalie Flavio Allenspach hatte im Cup einen kurzen Auftritt. (Bild: Mea McGhee)

Herisaus Goalie Flavio Allenspach hatte im Cup einen kurzen Auftritt. (Bild: Mea McGhee)

Wie im Cupspiel der dritten Runde in Dielsdorf starteten die Herisauer mit Allenspach im Tor. Der Auftritt des Nachwuchsmanns, der in der
1. Liga noch ohne Einsatz ist, war nach sieben frustrierenden Minuten und vier Gegentoren beendet. Nachfolger Bauer blieb auch nur 49 Sekunden lang unbezwungen. Schuld an Herisaus Kanterniederlage waren die Goalies nicht – zu einseitig war das Geschehen. Mit einem Time-out direkt nach dem dritten Gegentor hatte Trainer Markus Rechsteiner auch die andere übliche Massnahme schon früh angeordnet. Bauer kam immerhin noch zu einem späten persönlichen Erfolgserlebnis, als er nach einem Foul Inauens den Penalty Siebers abwehren konnte (54.).

Für Herisau, gegen Herisau

Die Begegnung verlief auf und neben dem Eis freundschaftlich – in Erinnerung an gewisse Vorkommnisse mit Churer Supportern vor fünf Jahren hielten sich vier Polizisten im Sportzentrum auf. Das Cupspiel bot auch ein personelles Kuriosum. Am Samstag beim Herisauer 4:1-Sieg über die Pikes hatte der aus dem Davoser Nachwuchs stammende Chur-Verteidiger Gianni Stiffler mit einer B-Lizenz für die Ausserrhoder debütiert. Vorgestern stand der 20-Jährige aber für die Bündner gegen Herisau im Einsatz und liess sich beim fünften Tor einen Assistpunkt gutschreiben. Der SCH wird Stiffler in den nächsten Tagen gerne wieder einsetzen, etwa am Samstag in Frauenfeld, wenn die Meisterschaft fortgesetzt wird: Neben den Langzeitverletzten Marco Koller und Studerus fehlten am Mittwoch mit Jeitziner (Ausland) und Homberger (verletzt) nämlich zwei weitere Abwehrspieler.

Telegramm

Herisau – Chur 1:8 (0:5, 0:3, 1:0)
Sportzentrum. – 326 Zuschauer. – Sr. Baum, Remund/Weiss.
Tore: 4. Liechti (Sablatnig, Bucher) 0:1. 7. (6:09) Monstein (Roussette, Scherrer) 0:2. 7. (6:30) Bucher (Liechti, Sablatnig) 0:3. 7. (6:46) Schommer (Rutzer, Sieber) 0:4. 8. (7:36) Scherrer (Monstein, Stiffler) 0:5. 22. (21:57) Bucher (Sablatnig, Liechti, Ausschluss Olbrecht) 0:6. 23. (22:22) Egger (Neurauter, Curschellas) 0:7. 26. Rutzer (Liechti, Sablatnig) 0:8. 58. Speranzino (Popp, Pace, Ausschluss Monstein) 1:8.
Herisau: Allenspach (7. Bauer); Hoffmann, C. Frischknecht; Noser, Hofstetter; Olbrecht, Bleiker; Gartmann, Rotzinger, Speranzino; Eigenmann, T. Koller, Jäppinen; Popp, Pace, Inauen; L. Frischknecht, Hausammann.
Chur: Caduff; Roussette, John; S. Fischer, R. Fischer; Curschellas, Egger; Neurauter, Stiffler; Scherrer, Monstein, Bischofberger; Sablatnig, Bucher, Liechti; Sieber, Rutzer, Schommer; Vrabec, Moser, Rüsi.
Strafen: Herisau 5mal 2 Minuten, Chur 4mal 2 Minuten.
Bemerkungen: Herisau ohne Jeitziner (Ausland), Homberger, M. Koller, Studerus, Bommeli und Grau (verletzt). 7. Time-out Herisau. 54. Bauer wehrt Penalty Siebers ab.