CHRÜZEGGSTRASSE: «Die Waldstrasse hat diesen Unterhalt verdient»

Die Wattwiler Kiesstrasse von der Jungwachthütte bis zur Betonpiste wird diese Woche vom Militär saniert. Biker und Wanderer können sie aber auch während der Revision benützen.

Patricia Wichser
Drucken
Teilen
Roman Brazerol, Förster und Betriebsleiter des Forstbetriebs, ist erfreut, dass die Revision der Chrüzeggstrasse in Angriff genommen wird.

Roman Brazerol, Förster und Betriebsleiter des Forstbetriebs, ist erfreut, dass die Revision der Chrüzeggstrasse in Angriff genommen wird.

Biker und Wanderer, welche ab heute Montag Richtung Chrüz­egg aufbrechen, werden schwerem Geschütz begegnen. Gemeint ist «Baumaschinen-Geschütz»: Lastwagen vom Militär, Pneulader, Raupenbagger und eine Walze, welche von einem regionalen Bauunternehmen gemietet wurde. Das Militär saniert die in die Jahre gekommene Waldstrasse. «Dies geschieht im Sinne der Ausbildung und auch der Vorbereitung der grossen Armeeübung Rathar, welche vom 4. bis 6. September im Toggenburg durchgeführt wird», erklärt Roman Brazerol vom Forstbüro Wattwil und gleichzeitig Betriebsleiter vom Forstbetrieb der Ortsgemeinde Lichtensteig.

Der Wald in diesem Gebiet gehört zum Staatswald des Kantons St. Gallen. «Die Armee hat einige Übungsprojekte im Toggenburg, so auch in Lichtensteig, Bütschwil und Wildhaus», sagt Roman Brazerol. Vor einem Jahr besichtigten die Armeeverantwortlichen verschiedene vorgeschlagene Projekte und entschieden sich, welche im Rahmen von Übungen realisiert werden können. Die Chrüzegg­strasse ist eines davon. Es handelt sich dabei jedoch nicht um jenen Streckenabschnitt, welcher Anfang Jahr von einem Erdrutsch betroffen wurde.

«Bei der Sanierung wird vor allem die Fahrspur und die Entwässerung verbessert. Das ist der Hauptgrund», erklärt Roman Brazerol. Die obere Schicht, die Verschleissschicht, hat in den letzten Jahrzehnten unter der Nutzung gelitten. «Jene Stellen, die eine Senkung aufweisen, werden mit Kies aufgefüllt», sagt der Förster. Die Projektverantwortlichen beziehen das Kies von einer regionalen Kiesgrube. «Die Waldstrasse hat diesen Unterhalt verdient», hält Roman Brazerol fest. Waldstrassen haben eine rustikale Lebensdauer von rund 40 Jahren, daher ist eine periodische, aber gründliche Revision berechtigt. «Der Untergrund ist Nagelfluh. Die Tragfähigkeit hier ist gut. Aber die Verschleissschicht ist teilweise nicht mehr vorhanden, da die Strasse doch stark genutzt wird, sei es durch die Waldbewirtschaftung oder weil es die Haupterschliessung zur Chrüzegg und den umlie­genden Alpen ist», beschreibt der Förster die natürliche Ab­nutzung.

Vorsicht walten lassen

Die vier WK-Soldaten von der Geniekompanie, welche die Strasse revidieren, sind geübte Maschinisten. Abgesehen davon, dass ein Befahren dieser Strasse nur mit Gemeindebewilligung zulässig ist, wird ein Kreuzen mit einem Auto sowieso nicht möglich sein. «Mit den Anwohnern, welche auf den Zubringerdienst angewiesen sind, wurde eine Lösung gefunden», gibt Roman Brazerol Auskunft.

Die Strasse wird während dieser Woche aber nicht gänzlich gesperrt sein: Für Wanderer und Biker ist sie offen. Es wird aber ratsam sein, aufgrund des Werkverkehrs Vorsicht walten zu lassen.

Patricia Wichser

redaktion

@toggenburgmedien.ch