Chinderchörli: Der letzte Auftritt

Das Chinderchörli Herisau ist am Samstag zum letzten Mal aufgetreten. Hans Frick gründete die Formation vor 16 Jahren. In dieser Zeit hat er rund 150 Kinder für die Musik begeistert. Nun möchte er Zeit für sich in Anspruch nehmen.

Mathurin Blumer
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Auch beim letzten Auftritt des Chinderchörlis begleitet der Gründer Hans Frick den Gesang mit seiner Handorgel. (Bild: blu)

Auch beim letzten Auftritt des Chinderchörlis begleitet der Gründer Hans Frick den Gesang mit seiner Handorgel. (Bild: blu)

HERISAU. Am Christchindlimarkt vom Samstag war das Chinderchörli Herisau zum letzten Mal zu hören. Dick eingepackt stehen die jungen Sängerinnen und Sänger vor dem Regierungsgebäude am Obstmarkt und geben traditionelle Chörlilieder zum Besten. Hans Frick, Gründer und Leiter der Formation, begleitet die Kinder mit der Handorgel.

Start in der «Stube Frick»

Im Jahr 1998 gründete Hans Frick das Chinderchörli. Anfangs bestand die Gruppe aus ihm, seinen beiden ältesten Kindern und einigen Kindern aus der Nachbarschaft. «Mein Vater musizierte früher viel mit uns, was heute sehr schöne Erinnerungen sind. Das hat mich dazu bewegt, auch meinen und anderen Kindern Freude an Musik und Kulturgut weiterzugeben», schildert Hans Frick seine Motivation, ein Chinderchörli zu gründen.

Alle zwei Wochen wurde geprobt: in der Stube der Familie Frick. Mit der Zeit kamen jedoch immer mehr Kinder dazu, bis schliesslich der Platz im Hause Frick nicht mehr reichte. Das Chinderchörli verlegte seine Proben in den Lindenhof, wo es weiterwuchs. «Über die ganzen Jahre hinweg hatten wir meist um die 35 Kinder im Chörli. Ich war sehr erfreut über den grossen Zulauf», erzählt Hans Frick.

Gefragte Formation

Nebst den Proben standen natürlich auch diverse Auftritte auf dem Plan. Das Chinderchörli musizierte an privaten Anlässen wie beispielsweise Geburtstagen, aber auch in der Öffentlichkeit bei Musikunterhaltungen oder am Christchindlimarkt. Zusätzlich zum Gesang wurden ausserdem Instrumente wie Hackbrett oder Klavier in das Repertoire aufgenommen. So entstand eine breite Palette an Appenzeller Volksliedern, Zäuerli und Unterhaltungsliedern, allesamt musikalisch begleitet. Dies war gemäss Frick ein Grund für die Beliebtheit des Chörlis: «Wir haben eine einzigartige Liederwahl. Ausserdem vermitteln die fröhlichen Kinder sehr viel Freude gegenüber dem Publikum.» So trat das Chinderchörli beispielsweise am Jodlerfest in Schaffhausen oder an der Bundespräsidentenfeier von Hans-Rudolf Merz in Herisau auf. «Das waren sehr schöne Erlebnisse», erinnert sich Hans Frick lächelnd.

Feierliche Verabschiedung

Trotz der schönen Zeit hat sich Hans Frick entschieden, die Leitung des Chinderchörlis abzugeben. «Die 16 Jahre waren eine wunderbare Zeit, aber es hat auch sehr viel Arbeit gemacht. Ich möchte mir nun wieder mehr Zeit für mich nehmen», begründet Frick seinen Entscheid. Da für die Leitung des Chörlis kein Nachfolger gefunden werden konnte, wird die Formation nun aufgelöst.

Anschliessend an den Auftritt am Christchindlimarkt fand am Samstag in der reformierten Kirche eine grosse Verabschiedung statt. Das Chörli und viele ehemalige Mitglieder überraschten Hans Frick mit einem Extra-Konzert.

Mit einem letzten Lied genossen Frick, die Ehemaligen und das Chinderchörli noch einmal das gemeinsame Musizieren. Es zeigte sich, dass es Hans Frick gelungen ist, den Kindern die Freude an Musik und Kulturgut weiterzugeben.

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