Chienbäse und Muggestutz

Brosmete

Mea Mc Ghee
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«Chienbäse und Muggestutz!», was so wohl klingt wie ein selbstkreierter Fluch hat etwas gemeinsam mit dem Rosinli. Es handelt sich um nennenswerte Besonderheiten der Schweiz. Ein hiesiger Hersteller von Kaffeerahm widmet sich auf den Deckeli aktuell nationalen Berühmtheiten, speziellen Objekten oder touristischen Sehenswürdigkeiten. Mit weissen Fragen auf rotem Deckeligrund wird das Wissen von Herrn und Frau Kaffeetrinker abgefragt – dreisprachig notabene. «Dove morì Robert Walser?» Trotz rudimentärer Italienischkenntnisse punkte ich mit der Antwort Herisau. Einen Heimvorteil hab ich auch bei der Frage: «In welchem Jahr fand die Schlacht am Stoss statt?» Ansonsten ist mein Wissen aber erschreckend gering. Ich hab keine Ahnung, was der Chienbäse ist oder wo man den Muggestutz antrifft. Bei der Frage, in welchem Kanton es ein Rosinli gibt, muss ich passen. In den tiefsten Tiefen der Französischschublade krame ich, um überhaupt die Frage «Quel est l’unique téléphérique public dans le canton de Zurich» verstehen zu können. Und nein, es handelt sich nicht wie zuerst gedacht um die Frage nach einer öffentlichen Telefonkabine.

Ich weiss, wie wichtig stete Weiterbildung ist. Und so ist mein Kaffeekonsum zuletzt ungemein stark gestiegen. Kaffeerahmdeckeli sei dank weiss ich jetzt, dass der Chienbäse ein Fasnachtsritual in Liestal, der Muggestutz ein Zwerg im Haslital und das Rosinli ein Aussichtspunkt im Kanton Zürich ist. Die gesuchte Linde, so lasse ich mich belehren, wächst 25 Meter hoch in den Himmel über der Gemeinde Linn. Wie das berühmteste Haus von Näfels genannt wird und welcher Fluss sich über vier Kilo­meter zum Flachsee verbreitert? Kann ich Ihnen leider nicht ­sagen. Vor lauter Kaffee hab ich schon ganz zittrige Finger – das nächste koffeinhaltige Getränk gibt es erst morgen wieder!

Mea Mc Ghee