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Charismatische Alpenklänge am vierten Heiden Festival

Mit der Viertausgabe ist das Heiden Festival künstlerisch einen Schritt weitergekommen – mit dem ersten internationalen Headliner und auch mit der Premiere von zwei Schweizer Altmeistern. Aufgabe bliebe, das Festival bei Regenwetter spürbarer zu machen.
Peter Hummel
Das Konzert des Herbert Pixner Projekts ist ein Höhepunkt des Heiden Festivals. (Bilder: Peter Hummel)

Das Konzert des Herbert Pixner Projekts ist ein Höhepunkt des Heiden Festivals. (Bilder: Peter Hummel)

Wer das Heiden Festival von der sommerlichen Ausgabe 2018 in Erinnerung hat, reibt sich im Laufe das samstäglichen Hauptfestivaltages beim Gang über das fast menschenleere Festivalgelände und die ziemlich verlassene Essmeile verwundert die Augen, ob es sich um den gleichen Anlass handelt. Ein Glück, dass das Publikum umso fleissiger die meisten der sechs Innen-Schauplätze besucht.

Fulminanter Auftakt

Julien Gonzales.

Julien Gonzales.

Für einen fulminanten Auftakt sorgt der Akkordeonist Julien Gonzales. Stammgäste kennen ihn, mit seiner dritten Teilnahme gehört er fast schon zum Festivalinventar – ein Glücksfall, der verwandtschaftlichen Banden von Festival-Intendant Laurent Girard zu verdanken ist. Und das lässt man sich gerne gefallen, wenn einer so virtuos von Chanson über Klassik bis Tango alle Register zieht; zu seinen Musette-Weisen wird im FEG-Saal leise mitgesummt.

Intimer Rahmen auf dem Kirchturm

Chor der Musikakademie Warschau.

Chor der Musikakademie Warschau.

Etwas später wird es im Kirchturm oben vor einer Hand voll treppensicheren Zuhörern noch intimer. Kleinode sind auch in der Kirche zu hören: Peter Freiburghaus und Thilo Muster, das Duo Taragot und Orgel, verzücken das Publikum mit ihren farbigen und feurigen Balkan- und Klezmerklängen. Und weil das Festivalmotto zu Ehren der renovierten Orgel Organics heisst, nutzt in der Darbietung von E Motivo, dem Chor der Musikakademie Warschau, die grosse Kirchenorgel die schöne Akustik dieses Kirchenraums. Dass eigens ein Chor aus Polen antritt, mag verwundern, aber auch hier gibt es über eine Hoteliersgattin direkte persönliche Bande.

Altmeister und Erneuerer

Noldi Alder und Töbi Tobler im Duett.

Noldi Alder und Töbi Tobler im Duett.

Für einen ersten Festival-Höhepunkt sorgen Noldi Alder und Töbi Tobler – eine veritable Premiere! Die Altmeister und Erneuerer der Schweizer Volksmusik treten erstmals überhaupt gemeinsam auf, und dies gerade noch knapp vor Alders angekündigtem Rückzug von der Bühne: was für eine Aura in diesem an sich kargen Saal der Freien Evangelischen Gemeinde. Nicht einfach wegen des stupenden musikalischen Könnens, sondern vor allem auch wegen des Schalks der beiden. Die immer wieder reintönenden Dissonanzen sind nicht dem mangelnden Zusammenspiel, sondern ihrem Appenzeller Witz geschuldet. So kommt die Frage vor der Zugabe nicht überraschend: «Sollen wir nun mal noch zusammenspielen?»

Exklusiver Auftritt

Herbert Pixner.

Herbert Pixner.

Die Krönung des Festivals ist das Konzert des Herbert Pixner Projekt, ein weiterer exklusiver Auftritt: Diese derzeit wohl angesagtesten Vertreter der «progressiven Volksmusik» geben in Heiden ihr heuer einziges Schweizer Konzert. Und die vier Grenzwandler zwischen verspielt-melodramatischen Heimatklängen und brachialen Rockriffs enttäuschen im Kursaal nicht. Mit einem Lied auf Sennentuntschi und das Morgenrot am Säntis machen sie sogar hiesige Anlehnungen. Die Standing Ovation ist verdient, aber vom ansonsten andächtigen Publikum in Heiden nicht unbedingt zu erwarten. Den sonntäglichen Höhepunkt bietet das Konzert von Ils Fränzlis da Tschlin, weiteren Altmeistern der neuen Schweizer Volksmusik, mit Organist Ruedi Lutz in der Kirche. Die Veranstalter sind froh, dass die meisten Top-Acts funktioniert haben – ausser Hiss: Die deutsche Polka-Piratenband lockte zur Eröffnung am Freitagabend kaum Publikum an. Intendant Girard kann zwar auf ein interessiertes Publikum zählen, gleichzeitig musste er lernen, dass unbekannte Bands auf ungewisse Resonanz stossen.

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