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Zerstörte Möbel, blankliegende Nerven: Chaotischer Umzug im Appenzellerland nimmt doch noch ein gutes Ende

Mehrere tausend Franken Schaden, ein Lieferwagen, der unkontrolliert einen Abhang hinunterrollt und viel Ärger: Der Zügeltag von Eva und Markus Amstad erwies sich als chaotisch. Nun will eine Umzugsplattform wieder gutmachen, was eine Umzugsfirma mit ihrer Arbeitsmethode offenbar angerichtet hat.
Martin Schneider
Eine finanzielle Hilfe, die sie gut gebrauchen könnten, sagt Eva Amstad (links) bei der Gutscheinübergabe durch Paula Smelko und Sämi Linder von der Umzugsplattform movu.ch. (Bild mas)

Eine finanzielle Hilfe, die sie gut gebrauchen könnten, sagt Eva Amstad (links) bei der Gutscheinübergabe durch Paula Smelko und Sämi Linder von der Umzugsplattform movu.ch. (Bild mas)

Eine von «Blick.ch» publizierte Geschichte über einen offenbar missglückten Zügeltag im Appenzellerland ist noch nicht abgeschlossen. Mehrere tausend Franken Schäden an Möbeln und Wertgegenständen, ein Lieferwagen, der einen Abhang hinunterrollt und blankliegende Nerven beim Ehepaar Amstad waren das Resultat eines ermüdenden Umzuges.

Auf die Geschichte aufmerksam geworden ist nun auch die Umzugsplattform «movu.ch», die das Ehepaar mit einem Einkaufsgutschein für Möbel im Wert von 2000 Franken und weiteren 3000 Franken für allfällige Rechtskosten und die Bezahlung der Zügelfirma unterstützt. Zügeln wolle sie nie mehr, und ganz vergessen sei der Schreck auch noch nicht, aber: «Ich freue mich riesig über die Unterstützung und bin sehr dankbar», sagt Eva Amstad bei der Übergabe des Gutscheins am Donnerstag am neuen Wohnort und zeigt dabei ein Lachen über das ganze Gesicht.

Lieferwagen rollt Abhang hinunter

Auf den besagten Tag angesprochen, lässt Eva Amstad diesen noch einmal Revue passieren: «Zuerst einmal sind sie zu spät gekommen», sagt sie über die Zügelmänner. Sie sitzt zusammen mit ihrem Mann Markus am Küchentisch in ihrer neuen Wohnung in Wienacht-Tobel. Sie wirkt zunächst ruhig, je mehr sie aber von ihrem Umzug von Hundwil nach Wienacht-Tobel erzählt, desto mehr regt sie sich wieder auf.

Abgemacht sei gewesen, dass die Umzugsfirma mit einem grossen Lastwagen komme. Am Umzugstag erschienen die Zügelmänner dann mit zwei Lieferwagen. Ab dann wurde es für die an einer schweren Lungenkrankheit leidende Eva Amstad stressig.

«Als der erste Lieferwagen beladen war, stellten sie diesen zur Seite und sicherten ihn nicht»

Das Auto sei folglich führerlos über eine Wiese und eine Strasse hangabwärts gerollt. «Es beschädigte einen Zaun und kam bei einer Baustelle zum Stillstand», so die Schilderungen von Eva Amstad. Vermutlich seien bereits da einige Möbel zu Bruch gegangen. Die Aussage der Zügelmänner zum führerlosen Lieferwagen: «Schwein gehabt, ist nicht mehr passiert.» Eine Entschuldigung sei nie ausgesprochen worden.

Die Polizei hätten sie nicht verständigt, weil der befreundete Bauer, dem der beschädigte Zaun gehört, dies nicht wollte und an der Baustelle kein Schaden entstanden sei, so Amstad. So ging die Zügelaktion weiter. Am neuen Wohnort angekommen, seien die Zügelmänner weiterhin rabiat vorgegangen:

«Sie haben die Zügelkisten regelrecht aus dem Lieferwagen geworfen und haben es sogar fertig gebracht, dass meine massiven Holzgestelle nun verbogen sind.»

Besonders ärgerlich für die 59-Jährige: «Die Swarovski-Figuren, welche ich von meinem Mann zu Geburtstagen erhalten habe, waren doppelt eingewickelt. Dennoch sind sie zerbrochen.»

Zügelfirma streitet Vorwürfe ab

Gegenüber «Blick.ch» stritt der Chef der engagierten Zügelfirma sämtliche Vorwürfe ab. Auch ist die von Eva Amstad angegebene Umzugsfirma unter dem von ihr angegeben Namen nicht mehr im Internet aufgeführt. Auf Telefone oder E-Mails ihrerseits sei nicht mehr reagiert worden, so Amstad weiter. Die ursprünglich offerierten rund 1600 Franken für den Umzug will sie begleichen, um nicht in einen langen Rechtsstreit hinein gezogen zu werden. Nicht bezahlen werde sie hingegen die 2500 Franken, die ihr letztlich in Rechnung gestellt worden seien.

Im Nachhinein würde sie ein derart günstiges Angebot nicht mehr annehmen, sagt Eva Amstad. Aber wegen der Krankheit seien ihre Ausgaben in den letzten Jahren stets sehr hoch gewesen. «Irgendwann ist man finanziell einfach am Anschlag», so die 59-Jährige.

Angesprochen auf die Motivation, dem Ehepaar zu helfen, sagt Paula Smelko, Medienverantwortliche der Umzugsplattform: «Wir haben aus den Medien von der Geschichte erfahren. Da war uns im Team sofort klar, dass wir hier helfen wollen.»

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