Chansons und Swing in Berner Dialekt

Myria Poffets Chanson-Swing flirtet mit Jazz und Pop. Mit ihrer Band Chantemoiselle schwelgt sie in Nostalgie und entführt ins Cabaret oder in den Berner Rosengarten. Am Samstagabend gastiert sie im Chössi-Theater.

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Lichtensteig. Sie war anscheinend noch nie in Paris. Trotzdem singt Myria Poffet, als ob sie in einem Cabaret aufgewachsen wäre. Die Frontfrau der Band Chantemoiselle schnurrt und miaut – immer gut eingebettet in den Klangteppich der drei erfahrenen Jazzer Michel Poffet (ihrem Vater), Willy Schnyder und David Elias.

Zwischen Cabaret und Bern

Geschmeidig und elegant mit einer erstaunlichen Leichtigkeit überbrückt die Chanteuse musikalische Zeitsprünge.

Wähnte man sich eben noch in einem verrauchten Cabaret des glamourösen Paris der 1920er-Jahre, steht man kurz darauf mitten im Berner Rosengarten, um dann einen nächsten Tango in Buenos Aires zu tanzen.

Chantemoiselle singt in Mundart, und das gibt dem Chanson ein ganz neues Gesicht. «Am Anfang habe ich mich vehement gegen die Idee gewehrt, auf Berndeutsch zu singen», erzählt Myria Poffet.

Doch als sie sich vor drei Jahren auf das Experiment eingelassen hat, habe sie schnell gemerkt, dass es ihr gefällt, Lieder in ihrer Muttersprache zu performen. Geschichten zu erzählen, die das Publikum in Lichtensteig auf Anhieb versteht.

Swing mit «Hut u Haar»

Bekannte Namen der Schweizer Musikszene haben Texte für die Lieder beigesteuert, so Michael von der Heide oder Nick Werren, der für den Refrain von «Moosrose» auch seine Stimme leiht.

Unverkennbar ist, dass der Text aus der Feder von Büne Huber stammt: «Moosrose us dr Migros u Klunker vom Coop / mit däm muess mir kene meh cho», sind die ersten Zeilen des sanften Songs. Vorne auf der Bühne wird Myria Poffet stehen, mit der Eleganz einer Balletttänzerin bezaubern und wie der «Minibarpianist» «für jede Luun dr passend Hit» singen.

«Rosegarte», mit rumpelnden New Orleans-Bläsern ist ein Lumpenliedli, inspiriert von der legendären Madame De Meuron, einer führnehmen Bern-Burger-Grande-Dame. Michael von der Heide hat den Text zu Minibar-Pianist beigesteuert, auch das Berner Singer/Songwriter-Ausnahme-Talent Trummer, Bandoneonist Michael Zisman oder der eine oder andere Kummerbube findet sich in den Credits. (pd)

Die Vorstellung von Chantemoiselle beginnt am kommenden Samstag, 10. April um 20.15 Uhr. Die Abendkasse ist ab 19.15 Uhr geöffnet. Ticketreservationen via Telefon 071 988 57 57 werden empfohlen. Das Chössi-Restaurant ist ab 18 Uhr offen. Tischreservationen via Telefon 071 988 13 17. Reservationen: www.choessi.ch

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