Chance für lebendige Landsgemeinde

Zu meiner Freude sass unsere Regierung am 2. Mai 2010 als Ehrengast im Ring zu Glarus. Sie hatte die Einladung angenommen trotz ihres harten Neins zur eigenen Landsgemeinde. Damit erwies Appenzell Ausserrhoden der altehrwürdigen Institution Landsgemeinde seinen Respekt.

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Zu meiner Freude sass unsere Regierung am 2. Mai 2010 als Ehrengast im Ring zu Glarus. Sie hatte die Einladung angenommen trotz ihres harten Neins zur eigenen Landsgemeinde. Damit erwies Appenzell Ausserrhoden der altehrwürdigen Institution Landsgemeinde seinen Respekt.

Nun fange ich an zu träumen. «I have a dream!» – Ich träume nämlich davon, was dem einen oder andern Mitglied unserer Regierung durch den Kopf gegangen sein könnte: «Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass wir ausgerechnet jetzt im Jahre 2010 (so nahe dem Abstimmungstermin 13.

Juni) hier in Glarus sind. So können wir uns ein wenig umsehen, uns informieren, die Stimmung erfühlen, die Zusammengehörigkeit als Volk erleben, Ideen sammeln, die Phantasie beflügeln... Es ist schon etwas ganz anderes, eine trockene Urnenabstimmung oder eine lebendige Landsgemeinde. Eigentlich bin ich gar nicht mehr so sicher, ob unser Nein der Weisheit letzter Schluss gewesen ist... Und wer weiss, vielleicht entscheidet sich das Volk am 13.

Juni 2010 anders, anders als Regierung und Kantonsrat ihm einhellig empfohlen haben! Es wäre nicht das erste Mal! Selber denken, das ist Ausserrhoden...» Der 13. Juni 2010 ist wohl die letzte Chance für eine lebendige Landsgemeinde in unserem Halbkanton Ausserrhoden. Ein feierlicher Staatsakt, der gleichzeitig ein Fest der Zusammengehörigkeit ist! Ich bitte Sie um ein Ja! «Alles Leben strömt aus Dir...»

Rudolf Keller Oberkaien 2, 9038 Rehetobel

Vereinigte Mutlosigkeit

Bereits als kleiner Junge konnte ich dank dem glücklichen Umstand, dass meine Grosseltern unmittelbar am Landsgemeindeplatz in Hundwil wohnten, die ehrwürdige Landsgemeinde als direkteste Demokratieform real mitverfolgen. Mit Stolz darf ich behaupten, dass ich mit Erreichen des Stimmrechtalters wenigstens einmal selber im Ring stehen durfte und mir beim gemeinsamen Singen der Ode an Gott die Tränenflüssigkeit in die Augen schoss.

Ein grosses Unverständnis herrschte deshalb, als die rund 600 Jahre alte Institution an einer Urnenabstimmung mit relativ knappem Ausgang aufgegeben respektive zu Lasten der Nachwelt abgeschafft wurde. Bis heute kann ich diesen Schritt in keiner Art und Weise nachvollziehen.

Es mag sein, dass für manch einen Stimmbürger persönliche Gründe wie etwa die Einführung des Frauenstimmrechts (welches heute sowieso nicht mehr wegzudenken wäre) dafür ausschlaggebend waren.

Vielleicht müssen aber auch das Kantonalbankdebakel oder der Verlust der eigenen Tageszeitung zur Verantwortung gezogen werden. Die Abschaffung der Landsgemeinde war in meinen Augen jedenfalls der grösste Fehler, den sich unser Kanton je geleistet hat.

Es nervt mich, wenn nun eine von rund 1300 Ausserrhoderinnen und Ausserrhodern eingereichte Volksinitiative, welche die Wiedereinführung der Landsgemeinde zum Ziel hat, von verschiedenster Seite als Lachnummer abgetan wird.

Es ärgert mich, dass weder Kantons- noch Regierungsrat den Mut haben, wenigstens Varianten einer neuen Landsgemeinde zu prüfen. Diesen politischen Gremien scheint entgangen zu sein, dass Appenzell Ausserrhoden den wichtigsten politischen Anlass verloren hat, der dem Kanton nach innen und aussen Profil und Charakter verliehen hatte. Heute fehlt somit das Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Landsgemeinde Jahr für Jahr vermittelt hat. Genauso sehr fehlt das Gefühl, mit Geschichte und Tradition unseres Heimatlandes verbunden zu sein.

Unser Kanton hat seine so wichtige Identität preisgegeben. Mir und vielen Ausserrhoderinnen und Ausserrhodern fehlt darum die Landsgemeinde. Wenn wir nicht wenigstens den Versuch wagen, eine leicht überarbeitete Landsgemeinde wieder einzuführen, droht Appenzell Ausserrhoden der endgültige Gesichts- und Geschichtsverlust. Warum also die Landsgemeinde mit all ihren Vor- und Nachteilen nicht wiederauferstehen lassen?

David Zuberbühler Mitglied Initiativkomitee 9100 Herisau

Liebe SVP–Delegierte

Über HarmoS kann man sicher geteilter Meinung sein. Was mich aber stört ist die unehrliche Kampagne: Wenn schon weinende Menschen, dann bitte Eltern, die ihre Kinder nicht loslassen können!

Wer immer noch überzeugt ist, dass die Verschiebung der Einschulung um drei Monate lauter weinende Kindergartenkinder zur Folge hat, höre sich doch einfach mal bei den Kindergärtnerinnen in den Nachbargemeinden Gossau, St.

Gallen und Degersheim um... Dort wird diese frühere Einschulung nämlich schon seit geraumer Zeit praktiziert.

Bettina Dietrich-Pfister Mühlestrasse 2k, 9100 Herisau