Cassiopeia ist eine wertvolle Orientierungshilfe

Der Sternenhimmel im November 2014 Aufgang: 1. November: 7.11 Uhr MOZ 30. November: 7.53 Uhr MOZ Untergang: 1. November: 17 Uhr MOZ 30. November: 16.

Hanspeter Steidle
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Bild: Hanspeter Steidle

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Der Sternenhimmel im November 2014

Aufgang:

1. November: 7.11 Uhr MOZ

30. November: 7.53 Uhr MOZ

Untergang:

1. November: 17 Uhr MOZ

30. November: 16.27 Uhr MOZ

MOZ = Mittlere Ortszeit: Zeitangaben für die Region Toggenburg

Vollmond: Donnerstag, 6. November im Sternbild Widder

Neumond: Samstag, 22. November im Sternbild Waage

MERKUR

Der Merkur ist in diesem Monat besonders gut zu beobachten, denn er geht zwischen 5.30 Uhr und 6.30 Uhr auf. Zudem leuchtet er hell.

VENUS

Die Venus kann im November nicht beobachtet werden.

MARS

Zwischen 17.30 Uhr und 19.20 Uhr lässt sich der rötliche Planet noch beobachten. Gegen 20 Uhr geht er unter.

JUPITER

Der Jupiter geht um Mitternacht auf und kann bis zur Morgendämmerung beobachtet werden. Am 14. November befindet er sich gerade zwischen Mond und Stern Regulus im Sternbild Löwe.

SATURN

Der Ringplanet ist im November nicht zu beobachten.

STERNE UND MILCHSTRASSE

In Ost- und Westrichtung gibt es einen Himmel, der bis in die Zenitregion nicht von der Milchstrasse durchzogen wird. Im östlichen Teil der Milchstrasse finden wir die Wintersternbilder Zwillinge, Fuhrmann und Perseus, in der nordwestlichen Hälfte sehen wir Sommersternbilder. Im November ist die Cassiopeia, das w-förmige Sternbild, eine wertvolle Orientierungshilfe, um andere Sternbilder leichter zu finden. Im Norden, über der Mitte des Sternen-W, leuchtet der Polarstern. In der Meridianlinie, der Nord-Süd-Linie, folgen auf Cassiopeia die Sternbilder Andromeda, Fische und Walfisch. Etwas westlich von Andromeda findet man das Herbst-Viereck, das zum Sternbild Pegasus, dem geflügelten Pferd, gehört. Östlich von Cassiopeia führt eine Sternkette weiter. Diese gehört zum Sternbild Perseus.

Östlich der Fische folgen die Sternbilder Widder und Dreieck, beides Sternbilder, die an einem klaren Abend gut zu finden sind. Zwischen Stier und Widder sieht man ein kleines Wölkchen, das sich für gute Augen und bei klarer Sicht in Einzelsterne auflöst. Es sind die Plejaden, das sogenannte Siebengestirn. Die Plejaden werden nach Nymphen aus der griechischen Mythologie benannt. Mit blossem Auge können zwischen sechs und neun Sterne gesehen werden. Zum Sternensieb, wie die Plejaden auch heissen, gehören etwa hundert Sterne. Im Fernglas sieht man gleich Dutzende von Sternen. Die hellen Sterne sind meistens blaue Riesensterne. Die bläulichen Nebel um die Plejaden herum gehören nicht zu den Sternen. Es handelt sich um eine eigenständige Wolke, in die die Plejaden eingebettet sind.

Auf der Scheibe von Nebra wurde nach neueren Recherchen die im hohen Norden partielle Sonnenfinsternis verewigt, die im Jahr 1699 vor Christus stattgefunden hat, als die Sonne zwischen den Plejaden und den Hyaden stand, im sogenannten Goldenen Tor am Himmel. In Ländern um das Mittelmeer spielten die Plejaden früher eine Kalenderrolle. Wenn die Plejaden in der Morgenröte stehen, beginnt der Frühling, wenn sie in der Abendröte stehen, ist es Herbst.

STERNSCHNUPPEN

Im November kreuzt die Erde die Bahn eines aufgelösten Kometen. Nur alle 33 Jahre läuft die Erde durch den grössten Haufen von Kometenresten hindurch. Das ist in diesem Jahr nicht der Fall. Die Leoniden – Sternschnuppen, wie sie genannt werden – sind in diesem Jahr nicht häufig. Man darf mit rund 15 Sternschnuppen pro Stunde rechnen. Vor elf Jahren durchquerte die Erde den dichtesten Haufen der Kometen-Trümmerbahn.

Damals zählte man bis zu 3000 Sternschnuppen pro Stunde. Ab Mitte November leuchten für den Betrachter des Sternenhimmels die Tauriden-Sternschnuppen auf. Das sind Sternschnuppen, die vom Sternbild Stier zu fliegen scheinen. Da sind es dann nur noch wenige Sternschnuppen pro Stunde.

ENTFERNUNG VON GALAXIEN

Haben Sie sich auch schon gefragt, wie Astronomen mit der grössten Selbstverständlichkeit Distanzen zu Galaxien und Sternen in Tausenden und Millionen von Lichtjahren angeben? Mit Triangulation sind Distanzmessungen zu Himmelsobjekten wie zum Beispiel zum Mond mit einer bekannten Basis auf der Erde noch gut möglich. Dieses Verfahren funktioniert nur, solange die Winkel nicht zu klein sind. Zu kleine Winkel von Objekten zur Basis sind nur noch ungenau messbar. Für Galaxien oder Fixsternen kann die Winkelmessmethode daher nicht mehr herangezogen werden. Zum Glück gibt es Riesensterne mit speziellen, physikalischen Eigenschaften, welche Distanzmessungen für Galaxien erlauben.

Pulsierende Sterne

1912 stellte Henrietta Swan Leavitt auf ihren Fotoplatten fest, dass gewisse Sterne in ihrer Leuchtkraft pulsieren, das heisst, auf einer Fotoplatte leuchtet der Stern hell, auf einer andern Platte wieder schwach. Weiter stellte Leavitt fest, dass die Helligkeitsschwankungen von Sternen mit den Pulsationsfrequenzen streng zusammenhängen.

Je heller ein solcher Stern leuchtet, desto länger dauert es, bis er wieder so hell leuchtet. Astronomen fanden bald heraus, dass diese Art Sterne nicht nur im Sternbild Cepheus, sondern auch in Galaxien gefunden wurden. Die Leuchtkraft-Pulsationsperioden dieser Sterne, Cepheiden genannt, waren eine grossartige Entdeckung. Als der Astronom Shapley in der Milchstrasse einige Cepheiden fand und aus diesen den Durchmesser der Milchstrasse berechnete, wusste er noch nicht, dass es noch weitere Cepheiden gab, die für spätere Astronomen viel präzisere Distanzmessungen ermöglichten. Shapley errechnete damals einen zu geringen Wert für den Milchstrassendurchmesser, der heute mit etwa 100 000 Lichtjahren angegeben wird.

Edwin Hubble, nach dem das Weltraumteleskop Hubble genannt wird, berechnete in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts die Entfernung zur Andromeda-Galaxie. Auch er ermittelte einen zu geringen Wert, weil er den richtigen Wert der Cepheiden noch nicht kannte. Für Shapley stand die Andromeda-Galaxie in einer Entfernung von 980 000 Lichtjahren.

Die richtige Distanz beträgt 2,5 Millionen Lichtjahre. Es gibt noch weitere Messmethoden, die sehr präzise sind vor allem dann, wenn die Himmelsobjekte nicht zu weit entfernt sind wie zum Beispiel der Mond: Dank der Mondlandungen von 1969 bis 1972, bei denen jeweils Laserreflektoren auf dem Mond abgesetzt wurden, kann die Distanz Erde–Mond auf 0,5 cm genau vermessen werden. Diese Genauigkeit bestätigt die physikalischen Berechnungen der Distanz Erde–Mond sehr genau.

3,8 Zentimeter pro Jahr

Der Mond driftet jedes Jahr durchschnittlich 3,8 Zentimeter von der Erde weg. Das ist der Grund, weshalb auf unserer Erde ab und zu eine Schaltsekunde zugeschaltet werden muss, weil sie sich durch die zunehmende Entfernung des Mondes immer langsamer dreht. Die Erde verliert den Mond jedoch nicht. In ferner Zukunft wird er wieder zurückkommen.

Vom 10. bis 30. November ist die Zeit für eine Sternbeobachtung bei klarem Himmel in der ersten Nachthälfte besonders günstig.

Bild: Hanspeter Steidle

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