Caroni fürs Stöckli nominiert

Die Delegierten der Ausserrhoder FDP haben Nationalrat Andrea Caroni für den Ständerat nominiert. Auch für den Nationalrat wollen sich die Freisinnigen wieder bewerben. Gespräche mit möglichen Kandidaten seien im Gang.

Michael Genova
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Ständeratskandidat Andrea Caroni vor den Ausserrhoder FDP-Delegierten: «Die zusätzliche politische Verantwortung – das treibt mich an.» (Bild: mge)

Ständeratskandidat Andrea Caroni vor den Ausserrhoder FDP-Delegierten: «Die zusätzliche politische Verantwortung – das treibt mich an.» (Bild: mge)

AUSSERRHODEN. Die Nominierung von Nationalrat Andrea Caroni als Ständeratskandidat war am Mittwochabend bei den Delegierten der Ausserrhoder FDP unbestritten. Ohne Gegenstimmen sprachen sich die Mitglieder für den 35jährigen Politiker und Anwalt aus. Andrea Caroni sei motiviert und habe einen sehr hohen Bekanntheitsgrad, sagte Co-Präsident Willi Eugster. Caroni soll Nachfolger von Ständerat Hans Altherr (FDP) werden, der altershalber nicht mehr antritt.

Caroni will mehr Verantwortung

Andrea Caroni wird im Herbst nur für den Ständerat und nicht mehr für den Nationalrat kandidieren. «Die zusätzliche politische Verantwortung – das treibt mich an», sagte er. Als Ständerat könne er sich in mehr Kommissionen engagieren und zusätzliche Geschäfte übernehmen. Zudem sei er im Ständerat einer von wenigen. Er wies auf die kulturellen Unterschiede zwischen den beiden Kammern hin. Ständeräte seien unabhängige Denker, die nach Lösungen suchten, so Caroni.

Kritische Nachfragen gab es unter den Delegierten zum Ablauf der Nominierungen, nicht aber zur Person Caronis. So wurde die Frage aufgeworfen, ob es klug sei, einen Ständeratskandidaten zu nominieren, bevor die Kandidaten für den Nationalrat feststünden. «Geht so der zweite Kandidat für den Nationalrat nicht vergessen?», wollte ein Votant wissen. Wegen des hohen Medieninteresses habe sich die Parteileitung entschieden, die Spekulationen nicht weiter laufen zu lassen, sagte Willi Eugster.

Im Vorfeld zur Nominierung führte die Kantonalpartei eine Umfrage bei den Ortsparteien durch. «Einige Sektionen hätten sich eine Kandidatur von Regierungsrat Paul Signer vorstellen können», sagte Eugster. Signer habe jedoch abgesagt.

Kandidaten für Nationalrat

Die Delegierten beschlossen einstimmig, auch eine Kandidatur für den Nationalrat aufzustellen. Co-Präsident Willi Eugster: «Wir haben ernsthafte Interessenten.» Der Vorstand werde an der Delegiertenversammlung vom 27. Mai einen oder mehrere Kandidaten präsentieren. Ein deutliches Votum kam von Regierungsrat Jakob Brunnschweiler: «Wir müssen unbedingt antreten.» Nach einem starken Ständeratskandidaten müsse die Partei nun auch eine starke Kandidatur für den Ständerat präsentieren.

In seinem Jahresrückblick bezeichnete Willi Eugster das Resultat seiner Partei bei den Kantonsratswahlen als ermutigend. «Die Partei geht gestärkt aus den Wahlen hervor.» Die Ausgangslage mit der neuen Sitzverteilung sei für die FDP nicht ungefährlich gewesen. Eugster erwähnte in seiner Rede aber auch Herausforderungen. Die Freisinnigen müssten sich besser positionieren und positiv darstellen. «Wir treten mit unserer Anschauung zu wenig an die Öffentlichkeit», so Eugster.

Ergänzte Parteileitung

Neues Mitglied der Parteileitung ist Regierungsrat Paul Signer. Er rutscht für Regierungsrat Jürg Wernli nach. Ebenfalls neu in die Parteileitung gewählt wurde Eliane Ess aus Herisau. Sie wird künftig die Vernehmlassungen betreuen.

Mit persönlichen Zitaten verabschiedete Co-Präsidentin Monica Sittaro die drei zurücktretenden FDP-Regierungsräte Jakob Brunnschweiler, Rolf Degen und Jürg Wernli. Komponist Paul Giger nahm als Überraschungsgast die Mitglieder auf eine musikalische Reise mit.