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Erfolg mit Cannabis als Heilmittel: Ausserrhoder Firma will dem Hanf ein neues Image geben

Die Schibano Pharma Group AG aus Schönengrund stellt legale Hanfprodukte für die Pharma- und Kosmetikindustrie her.
Urs M. Hemm
Rolf Locher, CEO Ai Lab Swiss AG, Daniele Schibano, Geschäftsführer der Schibano Pharma Group AG, sowie Andreas Scherrer, COO und CFO der Schibano Pharma Group AG (von links). (Bild: Urs M. Hemm)

Rolf Locher, CEO Ai Lab Swiss AG, Daniele Schibano, Geschäftsführer der Schibano Pharma Group AG, sowie Andreas Scherrer, COO und CFO der Schibano Pharma Group AG (von links). (Bild: Urs M. Hemm)

Spätestens seit der 1968er-Bewegung ist Hanf (lat. Cannabis) der breiten Bevölkerung wegen seiner berauschenden Wirkung ein Begriff. Auslöser für den Rauschzustand ist der im Cannabis enthaltene Wirkstoff THC, weshalb der Anbau, der Verkauf und der Konsum von Cannabis in der Schweiz bis heute verboten ist, wenn der THC-Gehalt mehr als ein Prozent beträgt.

Ausnahmen gelten nur, wenn eine Bewilligung des Bundesamtes für Gesundheit vorliegt. Weniger bekannt hingegen ist ein im Aufbau her dem THC sehr ähnlicher, aber nicht psychoaktiver Wirkstoff des Cannabis, das Cannabidiol (CBD). «Mit der Wirkung von CBD befasst sich die Forschung erst seit Anfang der 1990er-Jahre», sagt Daniele Schibano, Gründer und Geschäftsführer der Schibano Pharma Group AG mit Sitz in Schönengrund.

Daniele Schibano arbeitet bereits seit über 30 Jahren mit Cannabis und dessen medizinischen Anwendungen. «Insbesondere in der Anfangszeit hatten wir verschiedene Male unliebsame Begegnungen mit der Polizei, weil die Rechtslage im Umgang mit Cannabis im Heilmittelbereich unklar war», erinnert sich Daniele Schibano.

Natürlichkeit des CBD von essenzieller Bedeutung

«Der medizinische Nutzen von CBD wird aktuell in den verschiedensten Indikationsstellungen erforscht. Es werden ihm aber entspannende, entzündungshemmende und krampflösende Eigenschaften zugeschrieben», sagt Daniele Schibano. CBD kann zwar auch künstlich hergestellt werden. Für Daniele Schibano, seinen Chef der hauseigenen pharmazeutischen Herstellung Ai Lab Swiss AG, Rolf Locher, sowie für Betriebsleiter Andreas Scherrer ist aber die natürliche Herkunft ihrer Produkte von essenzieller Bedeutung.

Jede einzelne Pflanze wird für die Rückverfolgbarkeit bereits als Setzling etikettiert. (Bild: Urs M. Hemm)

Jede einzelne Pflanze wird für die Rückverfolgbarkeit bereits als Setzling etikettiert. (Bild: Urs M. Hemm)

«Deshalb arbeiten wir hier streng nach den Richtlinien der Good Manufacturing Practices GMP, was so viel wie gute Herstellungspraxis bedeutet», sagt Andreas Scherrer und erläutert das Prinzip der GMP:

«Das heisst, dass wir jeden Handgriff von der Pflanzung des Cannabis-Setzlings bis hin zur Empfangsbestätigung des Käufers eines unserer Produkte genausten protokollieren und dadurch jederzeit nachvollziehbar machen.»

Daher ist aus Gründen der Rückverfolgbarkeit jede Hanfpflanze mit einer Etikette gekennzeichnet. All diese Massnahmen waren die Grundlage dafür, dass die Ai Lab Swiss AG heute vom Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic anerkannt und entsprechend zertifiziert ist, pharmazeutische Wirkstoffe zu produzieren.

Diese lückenlose Überwachung fängt bereits mit dem Schneiden der Setzlinge von der Mutterpflanze an. Während der Aufzucht der Pflanzen verlaufen die Bewässerung, die Belüftung und die Beleuchtung voll automatisch. «Kommt es zu einer Fehlfunktion werden wir sofort benachrichtigt», sagt Andreas Scherrer. Bis die Pflanzen geerntet werden können, dauert es 63 Tage. In dieser Zeit entwickelt die Pflanze in ihren Blüten das begehrte Harz, das reich an CBD und anderen Cannabinoiden ist und die Grundlage für die verschiedenen Produkte der Schibano Pharma Group AG bildet.

In aufwendigen, eigens dafür entwickelten Verfahren, wird das CBD extrahiert. (Bild: Urs M. Hemm)

In aufwendigen, eigens dafür entwickelten Verfahren, wird das CBD extrahiert. (Bild: Urs M. Hemm)

Durch die jahrelange Aufzucht von Cannabispflanzen, stetem Aussortieren, Auslesen und Kreuzen verschiedener Hanfpflanzen, konnte der CBD-Gehalt der Zuchtpflanzen bereits deutlich erhöht werden. Damit geben sich aber Daniele Schibano und seine Mitarbeiter nicht zufrieden. In abgeschotteten Kammern, damit sie keinerlei äusseren Einflüssen ausgesetzt sind, werden weiterhin Versuche unternommen, die Pflanze weiter zu optimieren. Sind diese Versuche erfolgreich, werden aus deren Pflanzensamen neue Mutterpflanzen gezüchtet, welche dann wiederum die Grundlage für die weitere Produktion bilden. «Zurzeit beträgt der CBD-Gehalt einer speziellen Genetik um die 25 Prozent. Wir hoffen aber, diesen noch signifikant erhöhen zu können», sagt Andreas Scherrer.

Breite Palette an Hanfprodukten

Ist die Pflanze erntereif, werden zuerst die Blüten und Blätter von den Stängeln getrennt. «Dafür und für alle weiteren Schritten mussten wir zuerst mit den Herstellern entsprechende Maschinen entwickeln, weil es diese so, wie wir sie benötigten, auf dem Markt gar nicht gab», sagt Daniele Schibano. Nach dem Trennen werden die Blüten und Blätter getrocknet und gemahlen. Mittels eines Gasextraktionsverfahrens wird dann das Harz von restlichem Pflanzenmaterial getrennt, sodass eine braune, klebrige Paste entsteht. In weiteren Schritten wird schliesslich das CBD als weisses, kristallines Pulver extrahiert und gereinigt. «Mit diesem Verfahren erreichen wir eine Reinheit von mehr 99 Prozent», erklärt Andreas Scherrer.

In kristalliner Form hat das CBD einen Reinheitsgehalt von über 99 Prozent. (Bild: Urs M. Hemm)

In kristalliner Form hat das CBD einen Reinheitsgehalt von über 99 Prozent. (Bild: Urs M. Hemm)

Abnehmer in reiner, kristalliner Form sind vor allem Firmen der Pharma- und der Kosmetikindustrie, die zulassungsbefreite Arzneimittel gemäss HMG Art 9 und Kosmetika wie beispielsweise Pflege-Crèmes herstellen. In den Hanftheken und Apotheken werden nicht-pharmazeutische Tropfen mit einem CBD-Gehalt zwischen 5 bis 25 Prozent angeboten. Doch auch ganze Hanfblüten können zur Herstellung eigener Tinkturen gekauft werden. Im Lebensmittelbereich sind es vor allem Urdinkel-Teigwaren mit Hanf, verschiedene Teesorten oder Hanfkernöl-Kapseln oder Hanfsamen die zum Verkauf stehen.

Schweizweit führend

Im Jahr 2000 gründete Daniele Schibano in der ehemaligen Weberei Tüfi in Schönengrund die Ai Fame GmbH, die sich heute vor allem auf die Aufzucht und die Weiterverarbeitung von Cannabispflanzen spezialisiert hat. Die Ai Fame GmbH, ihre Tochtergesellschaft Ai Lab Swiss AG, die sich mit Analysen und insbesondere mit der Extraktion von Wirkstoffen wie dem CBD befasst, sowie die Vertriebsgesellschaft Swiss-Cannabis mit verschiedenen Verkaufsstellen und einem Onlineshop für Hanfprodukte bilden seit Mai 2019 die Schibano Pharma Group AG. Sie gehört zu den schweizweit führenden Firmen in den Bereichen Produktion, Zucht, Anbau, Ernte und Weiterverarbeitung von Cannabispflanzen für den Lebensmittel- und Medizinbereich. In Zukunft will das Unternehmen vor allem im pharmazeutischen Bereich eine Absatzsteigerung erzielen. (uh/wec)

Hinweis

Ein Stand von Swiss-Cannabis kann vom 10. bis 20. Oktober in der Halle 3.1 am Stand 3.1.45 an der Olma besucht werden.

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