BVD-Ausbruch aufgearbeitet

WALDKIRCH. Diesen Sommer rüttelte die Meldung von BVD in Waldkirch die Bauern auf: Die Bovine Virusdiarrhoe wurde in drei Betrieben auf dem Hohfirst und, davon unabhängig, in zwei weiteren Ställen festgestellt. Plötzlich war diese bedrohende Tierkrankheit in nächster Umgebung.

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WALDKIRCH. Diesen Sommer rüttelte die Meldung von BVD in Waldkirch die Bauern auf: Die Bovine Virusdiarrhoe wurde in drei Betrieben auf dem Hohfirst und, davon unabhängig, in zwei weiteren Ställen festgestellt. Plötzlich war diese bedrohende Tierkrankheit in nächster Umgebung. Das OK der Viehschau verzichtete vorsichtshalber auf die diesjährige Durchführung. Unklar blieb, was passiert war.

20 Tiere geschlachtet

Das wollte die Waldkircher Landwirtschaftskommission ändern, indem sie die Bauern vergangene Woche zu einem Informationsabend einlud. Einer der betroffenen Bauern vom Hohfirst redete Klartext. «Am 7. September 2014 wurde im Tierspital Zürich ein Kalb geboren», sagte er. «Auf meinem Betrieb streute es das Virus während sieben Monaten, bevor man den positiven Befund erkannte.» Er erzählte auch, dass eine Kuh auf einem weiteren Betrieb zweimal negativ und beim dritten Mal plötzlich positiv getestet worden war. Sie verbrachte drei Jahre auf dem Hof, bevor sie am 25. April geschlachtet wurde. Der Grund dafür bleibe ebenso unklar wie die Übertragung auf den dritten Betrieb. Komme dazu, dass es sich in diesem Fall um einen sehr seltenen Erreger handle. Die Folge des Ausbruchs auf dem Hohfirst: Rund 20 Tiere mussten geschlachtet werden.

Hohe Kosten verursacht

Seitens der Bauern gab es beim Infoabend Lob für die guten Kontakte zum zuständigen Amt, aber auch Kritik. Bemängelt wurde, dass der BVD-Ausbruch wegen des Datenschutzes nicht bekanntgemacht worden sei. «Wir drei Bauern wollten eine offene Kommunikation», sagte einer. «Aber weder die Nachbarn noch der Besamungstechniker wurden informiert.» Laborresultate müssten zudem schneller bekannt werden. Durch den Krankheitsausbruch bleibe er auf Kosten von 20 000 bis 25 000 Franken sitzen, sagte der Bauer weiter. Die Waldkircher Bauern waren empört. Sie wollten von Adrian Fäh als Leiter des Tiergesundheitsdienstes Erklärungen. Fäh gab zu, dass viele dumme Zufälle auf dem Hohfirst zu einem speziellen Fall geführt hätten. Darüber ärgere auch er sich. Viele der Kritikpunkte habe er bereits aufgenommen. Vor allem die Entschädigung müsse man nochmals anschauen. Schnellere Proben seien teurer. Auch der Waldkircher Tierarzt Thomas Würth bestätigte, dass der Fall auf dem Hohfirst «selten dumm gelaufen» sei. Er ermahnte «seine» Bauern, vorsichtig zu sein und selber kritisch zu bleiben. (mbr)

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