Busspur für Toggenburgerstrasse

Die Kantonsstrasse soll für 7,7 Millionen Franken umgestaltet werden. Hauptgrund ist, dass darauf in Zukunft der öffentliche Verkehr bevorzugt werden soll. Auch die Sicherheit für die Fussgänger und Velofahrer soll erhöht werden.

Philipp Haag
Drucken
Teilen
Die Toggenburgerstrasse ist die am stärksten befahrene Strasse Wils. (Bild: Hans Suter)

Die Toggenburgerstrasse ist die am stärksten befahrene Strasse Wils. (Bild: Hans Suter)

WIL. Zu Stosszeiten gleicht die Toggenburgerstrasse in Wil einer Blechlawine: Auto reiht sich an Lastwagen an Auto. Die Folge sind stockender Verkehr und zuweilen Stau. Der Verkehr zwischen dem Sonnmatt- und dem Rössli-Kreisel ist beachtlich: Täglich befahren 18 000 Fahrzeuge die Strasse.

Flüssig durch die Stadt

Nun soll die Fahrbahn angepasst und umgestaltet werden. Der wichtigste Grund: Der öffentliche Verkehr (öV) erhält eine Bevorzugung. «Es muss gewährleistet sein, dass der Bus flüssig durch die Stadt kommt», sagte Stadtrat Marcus Zunzer an einer Informationsveranstaltung am Mittwochabend. Auf dem Weg zur Toggenburgerstrasse passiert der öV zwei Kreisel, derjenige beim Möbelhaus Lipo, der im Bau befindlich ist und bis im Herbst vollendet sein soll, sowie denjenigen beim McDonald's. Um den Verkehrsfluss zu halten, sind auf der Toggenburgerstrasse flankierende Massnahmen notwendig. Erst recht, seit sich die öV-Situation durch die Schliessung der Bahnhöfe Schwarzenbach und Henau-Algetshausen verschärft hat und fünf Buslinien über die Toggenburgerstrasse geführt werden, die oft Mühe haben, den Fahrplan beim Bahnhof Wil einhalten zu können.

Die öV-Priorisierung soll durch eine Busspur erreicht werden. Da diese nicht auf der gesamten Länge von 800 Metern möglich ist, wird sie vom Sonnmattkreisel bis zum Einlenker Rainstrasse geführt. Bei der Kreuzung Rainstrasse sowie beim Knoten Lindenhofstrasse wird eine Lichtsignalanlage installiert, welche der Busfahrer per Knopfdruck auslösen kann und Vorfahrt erhält, wie David Brühwiler vom Ingenieur-/Planungsbüro Brühwiler AG aus Wil erklärte, welches im Auftrag des Kantons das Bauprojekt erarbeitete. Um die Sicherheit zu erhöhen, auch im Zusammenhang mit den Senkrechtparkplätzen, und als Vorbereitung für eine spätere Busspur wird im Abschnitt Kornweg bis Rotschürstrasse für abbiegende Fahrzeuge ein Mittelstreifen erstellt.

Schwierige Verhandlungen

Ebenfalls erhöht wird die Sicherheit für den Langsamverkehr (Fussgänger und Velofahrer) auf der gesamten Strecke. Die Lücken im Radstreifen werden geschlossen und alle Fussgängerstreifen erhalten eine Schutzinsel in der Mitte, wie es heute bei Strassen mit zwei Fahrbahnen Standard ist. Des weiteren wird im Zug der Gestaltungsarbeiten die notwendige Sanierung des Oberbaus der Strasse und der Entwässerung vorgenommen. Durch die Umgestaltung gehen entlang der Strasse 17 Parkplätze verloren, fünf werden neu erstellt. Dies ergibt bei 230 von der Toggenburgerstrasse aus direkt erschlossenen Parkfeldern ein Minus von 12, wie Brühwiler aufzeigte. Die neue Gestaltung bedingt die Verbreiterung der Strasse um ein bis zwei Spuren, was in Teilbereichen bis zu drei Metern ausmacht. Von der Verbreiterung sind in erster Linie die Liegenschaftenbesitzer entlang der Strasse betroffen. Einige sind nicht glücklich darüber, Land abtreten zu müssen, wie sich während der Diskussion zeigte.

Die Landerwerbsverhandlungen führt der Kanton, sobald der Regierungsrat grünes Licht für das Projekt gegeben hat und das Einspracheverfahren abgeschlossen ist, wie Urs Dahinden, Leiter Strassen- und Kunstbauten beim Tiefbauamt des Kanton St. Gallen, erklärte. Zuvor muss allerdings noch der politische Prozess durchlaufen werden. Die Kosten für das Strassenprojekt belaufen sich auf 7,7 Millionen Franken. Der Kanton als Besitzer der Strasse übernimmt eine Million, weil die Strasse sanierungsbedürftig ist. Den Rest teilen sich Kanton zu 65 Prozent und die Stadt Wil zu 35 Prozent, was 2,3 Millionen Franken ergibt. Der Kredit muss vom Stadtparlament genehmigt werden. Auch der Bund dürfte sich an den Kosten beteiligen, da das Projekt im Agglomerationsprogramm 2. Generation akzeptiert worden war.