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"BURGLIND": Der nächste Sturm kommt - dabei wird im Obertoggenburg noch aufgeräumt

Ein Zug des Sturms von Anfang Januar hat in den Wäldern der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann massive Schäden verursacht. Nun ist der nächste Sturm angekündigt.
Sabine Schmid
Neben dem Flürentobelbach verliefe eigentlich ein Wanderweg. (Bild: Sabine Schmid)

Neben dem Flürentobelbach verliefe eigentlich ein Wanderweg. (Bild: Sabine Schmid)

In der Nacht auf Dienstag zieht nach "Burglind" bereits der nächste Sturm über die Schweiz. Für das Flachland haben die Meteorologen Windspitzen von 70 bis 90 km/h angekündigt. Für das Obertoggenburg werden Böen in der Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h prognostiziert. Dabei haben die Aufräumarbeiten in den Wäldern erst begonnen.

Als der Sturm Burglind übers Toggenburg fegte, waren den Förstern die Hände gebunden. Wenige Tage später verschafften sie sich einen Überblick über die Schäden. Vor allem die Wälder auf der Sonnenseite der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann wurden von "Burglind" getroffen. Der Sturm zog von Starkenbach über den Schwendigrat und den Kochler in Richtung Gamplüt und von dort weiter dem Gulmen entlang in Richtung Gams. Weitere Gebiete mit konzentriertem Windwurf sind in Wattwil sowie im Neckertal. Vielerorts gab es Streuschäden oder es wurden sogar nur vereinzelt Bäume geworfen. "Wir gehen davon aus, dass in unseren Wäldern rund 15'000 Festmeter Holz liegt. Das entspricht einem Sechstel der Jahresnutzung", fasst Regionalförster Christof Gantner in einer ersten Schätzung zusammen.

Neben dem Flürentobelbach verliefe eigentlich ein Wanderweg. (Bild: Sabine Schmid)
Einige Bäume fielen nur Meter neben diesen Ferienhäusern in Wildhaus zu Boden. (Bild: Sabine Schmid)
Umgeknickt wie Zahnstocher: Sturmschäden im Schwendigrat. (Bild: Sabine Schmid)
Umgeknickt wie Zahnstocher: Sturmschäden im Schwendigrat. (Bild: Sabine Schmid)
Der Sturm vergrösserte diese bestehende Waldlichtung. (Bild: Sabine Schmid)
Im Kochler wurde der Schutzwald in Mitleidenschaft gezogen. (Bild: Sabine Schmid)
Im Kochler wurde der Schutzwald in Mitleidenschaft gezogen. (Bild: Sabine Schmid)
Im Oberhag verlor ein Baum fast alle seine Äste. (Bild: Sabine Schmid)
Im Oberhag verlor ein Baum fast alle seine Äste. (Bild: Sabine Schmid)
Sturmschäden im Oberhag. (Bild: Sabine Schmid)
Sturmschäden im Oberhag. (Bild: Sabine Schmid)
Sturmschäden im Oberhag. (Bild: Sabine Schmid)
Sturmschäden im Oberhag. (Bild: Sabine Schmid)
13 Bilder

Sturmschäden in den Wäldern der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann

Sicherheit steht an erster Stelle

Bereits kurz nach dem Abflauen des Windes starteten die Mitarbeiter der Forstbetriebe mit den Aufräumarbeiten. Wo angefangen wird, liegt in der Hand des zuständigen Revierförsters, der eine Priorisierung vornimmt. "Das Wichtigste ist, dass keine Siedlungen und Häuser in Gefahr sind", sagt der für das Revier Churfirsten zuständige Förster Simon Lindner. Prioritär wird sicher gestellt, dass die Hauptverkehrsachsen geöffnet sind. Mit der Zeit werden weitere Sturmschäden in den Wäldern aufgeräumt. "Bei allen diesen Arbeiten ist wichtig, dass Profis am Werk sind, die das nötige Wissen haben", betont Simon Lindner. Denn durch den Wind wirken andere Kräfte auf die Bäume als bei der "normalen" Holzerei. Zudem sind die Stämme und Äste oftmals verkantet und verkeilt. "Wenn man irgendwo die Motorsäge ansetzt, kann sich an einer anderen Stelle etwas lösen. Das ist sehr gefährlich für die Waldarbeiter", erklärt Simon Lindner. Auch das Betreten von geschädigten Wäldern ist gefährlich, da beschädigte Bäume aufgrund geringer Einwirkungen umstürzen können.

Für das Aufräumen wäre es ideal, wenn es kalt wäre und Schnee läge. Dann könnten die Sturmschäden an gut zugänglichen Stellen einfacher aufgeräumt und die Stämme auf dem Schnee gerückt werden. Simon Lindner sagt, dass einige Flächen erst im Lauf des Jahres aufgeräumt werden. Für den Förster bedeutet dies aber, dass er ein besonderes Augenmerk auf den Befall von Borkenkäfer haben muss. "Daher wäre es mir recht, wenn der Frühling und Sommer nicht zu trocken wären, das lieben die Käfer nicht besonders".


Es wird kaum mehr weiter geholzt

Ein Augenschein mit dem Helikopter hat den Förstern gezeigt, dass einige Sturmflächen schlecht zugänglich sind. Hier muss der zuständige Förster zusammen mit dem Waldeigentümer entscheiden, was gemacht wird. "Wenn Bäume durch einen Sturm gefällt werden, bekommt der Waldbesitzer keine Entschädigung. Dazu kommt, dass das Holz häufig nicht mehr hochwertig genutzt werden und darum nicht mehr zu einem guten Preis verkauft werden kann", erklärt Christof Gantner. Daher könne es gut sein, dass gar nicht alle Sturmflächen, die "Burglind" geschlagen hat, aufgeräumt werden. "Das ist nicht einfach eine Sauerei oder eine Unordnung. Es kann aus wirtschaftlicher und aus ökologischer Sicht wertvoll sein", betont Christof Gantner. Derzeit laufen auf kantonaler und Bundesebene Abklärungen zu möglichen finanziellen Unterstützungen.

Wo in Schutzwäldern Massnahmen notwendig sind, werden die voraussichtlich über die bestehenden Instrumente unterstützt. Voraussetzung dafür ist zwingend eine vorgängige Absprache mit dem zuständigen Revierförster. Die Förster gehen davon aus, dass sie in diesem Winter weniger Holzschläge ausführen als geplant. Zum einen, weil die Arbeiten mit dem Auffrischen der Bestände nach dem Sturm beschäftigt sind, zum anderen, weil jetzt Holz – vor allem Fichte – auf den Markt kommt. Christof Gantner wundert es nicht, dass "Burglind" vor allem Fichten geknickt oder umgeworfen hat. "Bei Winterstürmen sind Nadelbäume stärker gefährdet, weil sie eine grössere Angriffsfläche bieten als Laubbäume", erklärt er.

Simon Lindner spricht in seiner Bilanz von "Gfell", dass bei diesen Schäden nichts Schlimmes passiert ist. Er hat gesehen, wie viele Bäume auf Gamplüt im Bereich der Bahn umgefallen sind. Aber keiner ist auf das Seil gefallen. Christof Gantner fügt an, dass bei einigen Bäumen die Schäden erst später zum Vorschein kommen. Aber für ihn ist bereits klar, "Burglind" war nicht zu vergleichen mit den Orkanen Vivian und Lothar in den 1990er Jahren.

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