ERNEUERUNG
Appenzeller Bahnen präsentieren Projekt zur Zentrumsentwicklung in Bühler: Das Bahnhofsgebäude soll dafür abgerissen werden

Die Appenzeller Bahnen haben eine Idee zur Bahnhofsneugestaltung präsentiert. Diese sieht vor, die Strecke zu begradigen, das Bahnhofsgebäude abzureissen und auf der Bahnhofssüdseite zwei Mehrfamilienhäuser zu erstellen.

Astrid Zysset
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Der Bahnhof von Bühler wurde um 1890 erbaut. Die Perronanlagen stammen aus den 80er-Jahren. Nun soll alles erneuert werden.

Der Bahnhof von Bühler wurde um 1890 erbaut. Die Perronanlagen stammen aus den 80er-Jahren. Nun soll alles erneuert werden.

Bild: PD

Es ist ein Vorschlag, der an der öffentlichen Versammlung am Freitagabend im Gemeindesaal für Furore sorgte. Die Appenzeller Bahnen (AB) erarbeiteten in Zusammenarbeit mit der Gemeinde wie auch dem Kanton anhand einer ortsbaulichen Studie ein Projekt zur Zentrumsentwicklung. Dieses sieht eine Begradigung der Strecke auf Höhe Bahnhof vor. Geplant ist eine neue Perronanlage mit zwei Aussenperrons. Das bestehende Bahnhofsgebäude in Bühler soll hierfür abgerissen und an dortiger Stelle ein Wartebereich ­realisiert werden. Und auf der Südseite würden auf dem neu gewonnen Platz zwei Mehrfamilienhäuser entstehen, in dessen Erdgeschossen die öffentlichen WC-Anlagen, ein Kiosk wie auch ein Bancomat untergebracht werden. In den Untergeschossen ist weiter der Bau einer Tiefgarage vorgesehen.

Notwendig wird der Umbau des Bahnhofs Bühler, da dieser «das Ende seiner Lebensdauer erreicht habe», sagte am Freitagabend Roland Steingruber, Leiter Infrastruktur bei den AB. Das Gebäude stammt aus dem Jahre 1890. Zudem entspricht die gesamte Anlage nicht den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes und bedarf moderner Sicherungsanlagen. Steingruber weiter:

«Perfekte Lösungen gibt es nicht. Aber die jetzt vorgestellte Variante erscheint uns optimal.»

Gestaltungsidee stösst auf wenig Wohlwollen

Die Bürgerinnen und Bürger, welche an jenem Abend im Gemeindesaal zugegen waren, sahen das aber anders. Ein Bahnhofsgebäude sei identitätsstiftend für ein Dorf, das Leben in Bühler finde auf der Nord- und eben nicht auf der Südseite statt und überhaupt sei das Wartehäuschen viel zu klein. «Ich ­kenne diese Perrondächlis aus St.Gallen. Wenn es regnet und windig ist, wird man nass!», enervierte sich ein Anwohner. Ein anderer nannte den Gestaltungsvorschlag «miserabel fürs Dorf», und ein dritter prangerte die mangelnde Sensibilität an. Bühler werde mit dem Abriss des Bahnhofsgebäudes zu einem Durchgangsort, dessen «einladendes Gesicht» fehle.

Umbau würde ab 2024 erfolgen

Noch sei man früh dran mit der Vorstellung des Projektes, so Steingruber. Ein Vorprojekt liege nämlich noch nicht vor. Geplant ist jedoch, dass dieses noch in diesem Jahr verabschiedet wird. Das Plangenehmigungsdossier soll dann 2022 beim Bundesamt für Verkehr eingereicht werden, sodass der Umbau ab 2024 erfolgen könnte. Die Frist für die Umsetzung der neuen Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes läuft Ende 2023 aus. Steingruber stellt in Aussicht, dass vor dem tatsächlichen Umbau deswegen Übergangsmassnahmen in Form von Erhöhungen bei den Perronanlagen umgesetzt werden.

So soll das Zentrum von Bühler einmal aussehen.

So soll das Zentrum von Bühler einmal aussehen.

Bild: PD

Wie hoch die Kosten für den gesamten Umbau sein werden, ist noch ungewiss. Allerdings ist klar, wer wofür aufkommen muss: Für die Erneuerung der Publikums- wie auch Gleisanlagen über das ganze Dorfgebiet hinweg und für die Erneuerung der Bahnübergänge würden die AB bezahlen. Die Velounterstände, Parkplätze, WC-Anlagen wie auch die Zwischennutzung auf der Südseite wären Sache der Gemeinde. Wie Gemeindepräsident Jürg Engler betonte, werde man sich dafür einsetzen, dass noch vor dem eigentlichen Bau der beiden Mehrfamilienhäuser ein Angebot für den Publikumsverkehr sichergestellt wird, das dem heutigen entspreche. Und sämtliche Strassenbauprojekte liegen in der Verantwortung des Kantons. Die Kantonsstrasse soll gemäss Gestaltungsvorschlag nämlich verbreitert und mit Verkehrsinseln wie auch einem Mittelstreifen versehen werden.