BÜTSCHWIL: Wenn der Bagger Ballett tanzt

Die Vorbereitung für das nächste Highlight des Toggenburger Orchesters laufen auf Hochtouren. Mit dem Konzert, gemeinsam mit Kies, Sand, Stein und fünf Baggern im Kieswerk Bütschwil, begeht die Firma Grob Kies AG gleichzeitig ihr 150-jähriges Bestehen.

Peter Küpfer
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Wo sich jetzt noch Kies türmt, wird eine riesige Publikumstribüne aufgebaut. (Bilder: Peter Küpfer)

Wo sich jetzt noch Kies türmt, wird eine riesige Publikumstribüne aufgebaut. (Bilder: Peter Küpfer)

Peter Küpfer

redaktion@toggenburgmedien.ch

Schon der Titel des Konzerts ist verheissungsvoll: Bagger-Ballett. Auch die Projektidee ist wieder einmal ungewöhnlich, wobei man das ja beim Toggenburger Orchester unter der Leitung von Ernst Hüberli schon fast erwartet.

2000 Regenpelerinen liegen bereit

Das ideenreiche Orchester hat schon in Tunnels gespielt, mit spektakulären Illuminationen, im Hallenbad, unter elegantem Flossenspiel von Wassernixen, oder auf dem Chäserrugg. Diesmal scheint alles aber um noch eine Dimension grösser zu werden. Der Festakt findet mitten auf dem Lagergelände des Kies­werkes Grob am Sägenbach in Bütschwil statt. Und das bei jedem Wetter. Die Organisatoren rechnen mit regem Interesse: ­Inzwischen liegen 2000 Regenpelerinen bereit, ebenso viele Sitzplätze werden in den riesigen Kies- und Geröllhalden als Arena aufgebaut, mit Blick auf die gedeckte Halle. Dort kommt das Podium fürs Orchesters zu stehen. Vis-à-vis des Geländes wird ein entsprechender Parkplatz ­planiert: alles Vorbereitungen für eine gross angelegte Konzert-Szenerie. Dabei spielt die Musik keineswegs die Nebenrolle. Es ist aber Teil der Festidee, dass für einmal klassische Musik zusammen mit den täglich im Einsatz stehenden Spezialfahrzeugen und Maschinen des Kieswerks den Einklang sucht. Denn die sie betätigenden Maschinisten sind auch Künstler, nur sind ihre In­strumente in Erscheinungsbild und Resonanz etwas gröber. Die Namen der einzelnen Programmpunkte klingen verheissungsvoll genug. Es kommen unter anderem zur Aufführung – neben der Ouverture zur Oper «Der Kalif von Bagdad» (Boieldieu) und der «Champagner-Polka» von Johann Strauss – auch bisher in dieser Art wohl kaum je gehörte Werke wie die «Betonpumpen-Fanfare», der «Fahrmischer-Walzer» und die «Motor-Quadrille», um hier nur einige Glanzpunkte zu nennen. Schon die Bezeichnung Bagger-Ballett signalisiert, dass sich das Publikum nicht nur auf Hörgenuss, sondern auch auf visuelle Höhepunkte einstellen darf. So viel sei hier verraten: Zu den Klängen von Enrico Tosellis «Serenade» werden beispielsweise 17 Vertikaltuch-Artisten des TSV Salto Wattwil ihre Künste präsentieren – am Bagger.

Fanfaren-Stösse und ­Firmengeschichte

Wie Josef Rütsche, Präsident Toggenburger Orchester und langjähriger Experte in Special Effects, erklärt, gliedert sich das festliche Konzert in zwei Teile. Ab 19.30 Uhr sind die Gäste zu einem zwanglosen Apéro im unteren Areal eingeladen, wo ein Klang-Marktplatz mit Köstlichkeiten und verschiedenen Musikstationen, aber auch ein Pavillon zur Firmengeschichte aufgebaut sind. Fanfaren-Stösse laden nach 21 Uhr ein, die Sitzplätze in der aufgebauten Publikumsarena einzunehmen. Worauf das Hauptkonzert beginnt. Josef Rütsche empfiehlt, sich möglichst schnell für einen der nicht nummerierten Sitzplätze anzumelden. Eintritt und Sitzplatzreservierung sind kostenlos. Die Firma will sich mit dem Anlass auch bei der Bevölkerung bedanken, ­welche seit Jahrzehnten dem von ihren Werken generierten Betriebslärm und -verkehr mit Toleranz begegnet.

Konzert des Toggenburger Orchesters, Bagger-Ballett, Kieswerk Sägenbach, Grob Kies AG, Bütschwil; 10. Juni, 19.30 Uhr. Eintritt frei. www.toggenburg­orchester. ch.

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