Bütschwil hat wieder Pause gemacht

BÜTSCHWIL. Zum vierten Mal haben sich in Bütschwil Bürgerinnen und Bürger getroffen, um gemeinsam Pause zu machen. An dem von der Gemeinde organisierten Anlass wird auf das vergangene Jahr zurückgeblickt. Gemeindepräsident Karl Brändle gab zudem einen Ausblick auf 2010.

Matthias Giger
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Die beiden «Waschweiber» Judith Bachmann (links) und Alexandra Helbling quetschen den neuen Gemeinderat Peter Schrag aus.

Die beiden «Waschweiber» Judith Bachmann (links) und Alexandra Helbling quetschen den neuen Gemeinderat Peter Schrag aus.

Die vierte Ausgabe des von der Gemeinde organisierten Anlasses «Bütschwil macht Pause» haben mehr Bütschwilerinnen und Bütschwiler besucht als in den Vorjahren. Gemeindepräsident Karl Brändle nahm dies mit Freude zur Kenntnis. Ziel des als Alternative zur Neujahrsbegrüssung ins Leben gerufenen Anlasses ist es, einander kennen zu lernen und sich auszutauschen.

Damit die Bütschwilerinnen und Bütschwiler dies in aller Ruhe tun können, werden sie von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde bedient.

Rück- und Ausblick

Mit einer von Ratschreiber Peter Minikus zusammengestellten Präsentation blickten die Bütschwilerinnen und Bütschwiler auf das vergangene Jahr und die von der Gemeinde umgesetzten Projekte zurück.

Im Anschluss an den Rückblick kündigte Gemeindepräsident Karl Brändle an, was 2010 alles auf die Gemeinde zukommt. Er informierte, dass der Kantonsrat das Projekt der Umfahrung Bütschwil in zweiter Lesung Ende November verabschiedet und die Grüne Partei des Kantons St. Gallen das Referendum ergriffen hat. Wenn die Partei im Kanton 4000 Unterschriften zusammen bringt, komme es zu einer kantonalen Abstimmung.

Im Zusammenhang mit der Umfahrung Bütschwil habe der Kanton der Gemeinde die Auflage gemacht, verkehrsberuhigende Massnahmen zu ergreifen. «Eine Arbeitsgruppe hat ein Konzept ausgearbeitet. Dieses liegt dem Gemeinderat nun vor. Anfang 2010 wird der Gemeinderat das Konzept diskutieren», sagte der Gemeindepräsident. Weiter informierte er über den Verkauf des Bürgerheims Rüti an eine junge Familie aus Wattwil und das Projekt «Wohnen im Alter».

Die Mehrheit sei in der Umfrage zu «Wohnen im Alter» der Meinung gewesen, dass man eine Genossenschaft gründen sollte, welche die Trägerschaft übernimmt. Nun kläre man ab, wie die entsprechende Genossenschaft konkret aussehen soll.

Nebst der Schulsozialarbeit auf Primarschulstufe, wird auch die mögliche Fusion mit Ganterschwil 2010 ein Thema sein.

Karl Brändle erläuterte, wie das Vorgehen aussieht: «Mittlerweile sind die Gemeinderäte und politischen Parteien daran, ein grobes Konzept auszuarbeiten.» Er betonte, dass die Bürger beider Gemeinden erst mit einem Ja in der Grundsatzabstimmung den Arbeitsgruppen den Auftrag erteilen, ein Detailkonzept auszuarbeiten. Abschliessend meinte der Gemeindepräsident, es sei wichtig, dass sich die Bürger weiterhin mit konstruktiver Kritik am Gemeindegeschehen beteiligen.

Für die akrobatische Einlage sorgten die Mädchen vom Einradclub Bütschwil. Sie zeigten vielerlei Kunststücke und bewiesen dabei ihren Gleichgewichtssinn. Karl Brändle stellte den Club vor. Der Einradclub wurde vor dreieinhalb Jahren gegründet. Er zählt 38 Kinder, die einmal pro Woche von Marcel und Margrith Eicher trainiert werden. Für den musikalischen Teil waren Simon Gübeli und Sandro Brändle zuständig. Die beiden spielten abwechslungsweise und gemeinsam Stücke auf dem Hackbrett. Sie werden an der Musikschule Toggenburg von Walter Märki unterrichtet.

Rückkehr der «Waschweiber»

Die humoristischen Beiträge steuerten Judith Bachmann und Alexandra Helbling bei. Sie schienen in den «Waschweibern» des Ende August aufgeführten Dorftheaters ihre Rolle gefunden zu haben und passten sie der heutigen Zeit an. Sie blickten auf das vergangene Jahr zurück und wuschen die Tischwäsche für «Bütschwil macht Pause» mit gewohnt gemächlichem Tempo – schliesslich galt es allerlei zu besprechen und zu erfragen. So quetschten sie den neuen Gemeinderat Peter Schrag aus.

Sie wollten von ihm wissen, was man im Gemeinderat eigentlich den ganzen Tag so tut und wie oft dieser denn eigentlich Pause macht. Die Frauenquote des Bütschwiler Gemeinderats wurde von den beiden kritisiert und sie boten an, mit einer Kandidatur aktiv daran etwas zu ändern. Peter Schrag gab den beiden zu bedenken, dass die behandelten Themen vertraulich sind.

Zudem planten die beiden «Waschweiber» ob dem schönen neuen Bahnhof, einen Ausflug mit dem Zug zu unternehmen. Nachdem mehrere Destinationen ausfielen, einigten sie sich mit dem Pferdewagen nach Kengelbach zu fahren, ein Löwen-Steak zu essen, im Rössli Dietfurt zu nächtigen und am nächsten Tag mit dem Zug von Dietfurt zurück nach Bütschwil zu fahren. «In unserer Gemeinde ist es doch am schönsten», resümierten sie.

Einen Teil der Texte für die witzige Rückkehr der beiden «Waschweiber» Alexandra Helbling und Judith Bachmann hat die ehemalige Bütschwiler Gemeinderätin Elsbeth Jung-Ammann geschrieben.

Unterhalten am Hackbrett: Simon Gübeli (l.) und Sandro Brändle.

Unterhalten am Hackbrett: Simon Gübeli (l.) und Sandro Brändle.

Die Mädchen vom Einrad Club Bütschwil behalten das Gleichgewicht. (Bilder: Matthias Giger)

Die Mädchen vom Einrad Club Bütschwil behalten das Gleichgewicht. (Bilder: Matthias Giger)

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