Bütschwil: Die schitterste Gemeindekanzlei

Vor 100 Jahren

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Bunte Blätter im Herbst. (Bild: Fotolia)

Bunte Blätter im Herbst. (Bild: Fotolia)

Vor 100 Jahren

20. Oktober: Wattwil. Die Versammlung der ev. Kirchgenossen genehmigte unter üblicher Verdankung die letzte Amtsrechnung. Als ausserordentliche Anlagen wurde erwähnt: die Schlusszahlungen für bauliche Verbesserungen und Neueinrichtungen im Pfarrhause, Kanalisationskosten und die Reparaturen am Kirchturm infolge eines Blitzschlages. Da in Anbetracht der kritischen Zeiten verschiedene längst in Aussicht genommene grössere Auslagen für die Umgebung der Kirche neuerdings hinausgeschoben und im laufenden Rechnungsjahr nur die allerdringendsten Verbesserungen vorgenommen werden, konnte die Kirchensteuer auf dem bisherigen Ansatze von 5 Rappen vom Hundert und entsprechender Einkommenssteuer belassen werden. In einem Schlusswort gab der Leitende der Versammlung, Herr Waisenvater Giger, noch einmal der Freude Ausdruck, dass Herr Pfarrer Keller einem ehrenvollen Rufe nicht Folge leistete und wünschte, dass sich das Band der Liebe, welches unser beliebten und tüchtigen Seelsorger mit seiner Gemeinde verbindet, noch enger knüpfe und sich die Gemeinde Wattwil, vor allem der evangelische Konfessionsteil, nicht nur nach aussen, sondern auch nach innen immer mehr stärke.

Vor 50 Jahren

20. Oktober: Bütschwil. Kürzlich war den Bürgern Gelegenheit geboten, sich über das geplante Bauvorhaben eines neuen Gemeindehauses eingehend orientieren zu lassen. Gemeindammann Dr. A. Rutz referierte über die wesentlichsten Punkte aus dem allen Stimmbürgern zugestellten Gutachten, das über das vorliegende Projekt des geplanten Neubaues klare Auskunft gibt. Über die Notwendigkeit eines Neubaues besteht sicher bei keinem Bürger mehr ein Zweifel, schreibt die «Neue Toggenburger Zeitung». Ein Diskussionsredner erklärte, dass Bütschwil im Kanton St. Gallen die «schitterste» Gemeindekanzlei besitze. Die ausserordentliche Bürgerversammlung vom 11. September 1964 hat den Antrag gutgeheissen, den Auftrag zur Ausarbeitung des Detailprojektes und des Kostenvoranschlages an Architekt Walter Boltshauser zu erteilen. Seither ist ein Jahr verstrichen. Was nun heute den Bürgern vorgelegt wird, zeugt von einer gewissenhaften, bis in alle Details ausgearbeiteten seriösen Planung, der man volles Vertrauen entgegenbringen kann. Auf Grund dieser genauen Unterlagen sind die Offerten eingeholt worden. Die Baukostenzahlen stehen also, das darf man hier sagen, auf gesunden Füssen, und man rechnet damit, dass die jährlichen Annuitäten tragbar sind.

Vor 20 Jahren

23. Oktober: Ebnat-Kappel. Der 21jährige Obertoggenburger Landwirt Toni Brunner zieht als Vertreter der St. Galler SVP in den Nationalrat. Weniger der SVP-Sitzgewinn als vielmehr das Alter des Gewählten sorgte für eine der grossen Überraschungen des Wahlsonntags: Ausgerechnet das konservative Lager stellt den wohl jüngsten eidgenössischen Parlamentarier – die im Kanton St. Gallen neu gegründete SVP hat ihren Erfolg nicht nur der Anlehnung an den Blocher-Kurs zu verdanken, sondern auch ihrer Bereitschaft, einem Jungen eine Chance zu geben. Die etablierten Parteien könnten daraus Lehren ziehen.

Vor 10 Jahren

20. Oktober: Toggenburg. Vor allem im Herbst fallen viele Gartenabfälle an. Eine Umfrage bei diversen Gemeinden im Toggenburg zeigt, dass bezüglich der Grünabfuhr keine einheitliche Lösung praktiziert wird. In Wattwil werden Grünabfälle wöchentlich von einem Transportunternehmen abgeholt und in eine auf ökologische Energiegewinnung spezialisierte Firma nach Niederuzwil transportiert. Anders im Dorf Ebnat-Kappel: hier gibt es seit zwei Jahren eine Deponie für Grünabfälle. Ebenfalls bietet die Gemeinde Nesslau-Krummenau den Einwohnern seit einem Jahr eine Deponie für Gartenabfälle.

Das Toggenburger Tagblatt veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?

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