BÜTSCHWIL: Anwohner pinselt eigenes Verkehrssignal - verkehrt herum

Eine «Stop»-Signalisation in Bütschwil zieht derzeit die Aufmerksamkeit auf sich. Das «S» ist nämlich spiegelverkehrt angebracht. Der Mann, der es auf den Asphalt gemalt hat, riskiert eine Busse.

Anina Rütsche
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Diese Stop-Signalisation in Bütschwil stammt nicht von offizieller Seite. Sie entstand in Eigenregie eines Anwohners. (Bild: Anina Rütsche)

Diese Stop-Signalisation in Bütschwil stammt nicht von offizieller Seite. Sie entstand in Eigenregie eines Anwohners. (Bild: Anina Rütsche)

Derzeit traut man an der Kreuzung von Mittendorfstrasse und Eichelstock seinen Augen kaum: «Stop» steht dort weiss auf grau – das «S» ist spiegelverkehrt. Ein Passant, dem diese Kapriole aufgefallen ist, hat sich am Mittwoch mit einem Leserbild bei «20 Minuten» gemeldet. Deren Ostschweizer Redaktion ging dem Thema nach. Herausgekommen ist Erstaunliches: Es handelt sich nicht um eine offizielle Markierung, sondern um das Werk eines Anwohners. Dieser meldete sich gleichentags bei der Pendlerzeitung und erklärte sein Vorgehen: «Im Frühling wurde an der Stelle die Strasse aufgerissen und dann stand da nur noch ‹op›, seitdem fahren alle wie die Affen hier durch.» Der Mann meldete dies der Kantonspolizei, doch diese verwies ihn an die Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil. Dort wurde ihm gesagt, dass man bald etwas unternehme – passiert sei aber längere Zeit nichts. Also hat der Mann die fehlenden Buchstaben eigenhändig auf die Strasse gemalt. Ihm sei zwar im Nachhinein aufgefallen, dass der Buchstabe S nicht stimmt, aber seinen Zweck erfülle das Ganze seiner Meinung nach trotzdem.

Gut gemeinte Aktion kann unschönes Nachspiel haben

Auf Anfrage des «Toggenburger Tagblatts» sagt Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil: «Der Gemeinderat wird an seiner nächsten Sitzung, die Ende August stattfindet, über das weitere Vorgehen entscheiden.» Gemeinderatsschreiber Peter Minikus wies gegenüber «20 Minuten» darauf hin, dass jene Strasse ohnehin demnächst erneuert wird.

Es ist gut möglich, dass die gut gemeinte Aktion des Anwohners ein unschönes Nachspiel hat. Laut Gian Andrea Rezzoli von der Kantonspolizei St.Gallen muss er mit einer Anzeige und einer Busse rechnen. Gegenüber dem Toggenburger Tagblatt sagt der Polizeisprecher: «Derzeit laufen die Ermittlungen.» Auch würden dem Verursacher die Reinigungs- und Sanierungskosten belastet.