BÜRGERVERSAMMLUNG: Als Pilotgemeinde voraus

Am Donnerstag verabschiedeten die Neckertaler Stimmbürger das Budget der Gemeinde. Als erste Gemeinde im Kanton St. Gallen hat Neckertal das Budget nach dem neuen kantonalen Rechnungsmodell RMSG erstellt.

Urs M. Hemm
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Die Neckertaler Gemeindepräsidentin Vreni Wild nahm sich nach der Bürgerversammlung Zeit für individuelle Anliegen. (Bild: Urs M. Hemm)

Die Neckertaler Gemeindepräsidentin Vreni Wild nahm sich nach der Bürgerversammlung Zeit für individuelle Anliegen. (Bild: Urs M. Hemm)

Urs M. Hemm

urs.hemm

@toggenburgmnedien.ch

Vereinheitlichung der Budgets unter den St. Galler Gemeinden, Anpassung von Begriffen an das Buchhaltungswesen in der Privatwirtschaft, Verlängerungen der Abschreibungsfristen und die Aufwertung von Investitionen –dies sind die elementarsten Veränderungen, welche die Anpassung an das neue Rechnungsmodell des Kantons (RMSG) bedeuten. Die Gemeinde Neckertal hat für das Budget 2018 als erste Gemeinde im Kanton, als Pilotgemeinde, dieses neue System angewandt. Ungeachtet dessen steht Neckertal finanziell gut da. Daher kann der Gemeinderat für 2018 einen Ertragsüberschuss knapp 94 000 Franken veranschlagen. Zudem hat derselbe Gemeinderat bei den Stimmbürgern eine Steuerfusssenkung von 145 Prozent auf 142 Prozent beantragt. Die Grundsteuer soll auf 0,8 Promille des Liegenschaftswerts und die Feuerwehrabgabe auf 30 Prozent (Minimum 30 Franken, Maximum 700 Franken) belassen werden. Den Anträgen des Gemeinderates das Budget zu genehmigen sowie den Steuerfuss zu senken stimmten die 68 anwesenden Neckertaler Bürger grossmehrheitlich zu.

Weniger Auszonungen als ursprünglich geplant

Gemeindepräsidentin Vreni Wild ging in ihren einleitenden Worten unter anderem auf den neu zu erarbeitenden Zonenplan ein. Sie betonte, dass die Gemeinde Neckertal nach den neuesten Berechnungen fünf Hektaren weniger auszonen muss, als ursprünglich vorgesehen, dass trotzdem noch deren sechs auszuzonen seien. «Das bedingt, dass auf dem vorhandenen Bauland der Schwerpunkt mehr auf dem Bau von Mehrfamilienhäusern liegen muss als auf Einfamilienhäusern», erläuterte Vreni Wild. Die Bevölkerungszahl sei im vergangenen Jahr stabil gewesen. Diese Zahl zu halten, respektive zu erhöhen sei das Ziel der Gemeinde. «Dass dies realistisch ist, zeigt sich, weil neue Häuser und Wohnungen schnell einen Besitzer finden.» Dies habe auch damit zu tun, dass das Strassennetz und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr im Neckertal grundsätzlich gut seien.

Neugestaltung Dorfplatz St. Peterzell

Damit die Lebensqualität im Neckertal weiterhin so gut bleibt, sind für das kommende Jahr zahlreiche Investitionen geplant oder kurz vor dem Abschluss. So ist beispielsweise bei der Umgestaltung des Bahnhofs Brunnadern lediglich die Begrünung ausstehend. Kommende Projekte sind unter anderem die Dorfplatzgestaltung in St. Peterzell. Dort ist geplant, das Haus, welches zurzeit den Jugendraum beherbergt, abzureissen, um Platz für Postautos zu schaffen. «Gerade zu Stosszeiten morgens und abends herrscht dort ein Chaos», begründete Vreni Wild die Massnahme. Für die Umgestaltung werden rund 800 000 Franken veranschlagt. Des weiteren müsse die Herrensägetobelbrücke saniert werden. Die Gesamtkosten dafür werden mit 1,5 Millionen Franken budgetiert, wovon die Hälfte die Gemeinde Hemberg trägt. Eine weitere Brücke muss im Rennen saniert werden. Die Kosten von 154 000 Franken teilen sich die Gemeinden Neckertal und Oberhelfenschwil. 75 000 Franken sind für die Umstellung der Strassenbeleuchtung auf LED eingeplant. Insgesamt sind Investitionen in der Höhe von knapp 1,8 Millionen geplant.