BÜHLER: Eine Kirche zum Wohlfühlen

Bei der geplanten Innenrenovation der reformierten Kirche soll unter anderem die Kanzel entfernt werden. Dazu musste die Baukommission nun Kritik entgegennehmen.

Lars Syring
Drucken
Teilen
Architekt Dominik Geisser erläutert seine Ideen für die Bühlerer Kirche. (Bild: SY)

Architekt Dominik Geisser erläutert seine Ideen für die Bühlerer Kirche. (Bild: SY)

Lars Syring

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Die 1723 erbaute Kirche in Bühler ist in die Jahre gekommen. Dass sie renoviert werden muss, bestreitet niemand ernsthaft, der in den vergangenen Monaten mal dort war. Seit einem Jahr ist eine neunköpfige Baukommission am Werk, die von Fredi Altherr von der kantonalen Denkmalpflege unterstützt wird. Nach einem ersten Augenschein und einer kleinen Ideen-Sammel-Reise zu den frisch renovierten Kirchen im Appenzellerland traf sich die Baukommission seither zu elf Sitzungen. Derzeit liegt das Hauptaugenmerk darauf, das Wünschbare finanziell realistisch zu bewerten. Was vorläufig dabei herausgekommen ist, erläuterten die Architekten Dominik Geisser und Nathan Lutz vom Architekturbüro RLC Architekten Rheineck kürzlich an einer Informationsveranstaltung.

«Die Grundsubstanz ist in einem guten Zustand», erklärte Projektleiter Lutz. Die vorhandenen Risse seien statisch nicht bedenklich. Dass die Kirche verschmutzt, der Boden zerkratzt und der Lack beim Holz ab ist, sei hingegen offensichtlich. Die Technik sei ebenfalls veraltet und entspreche mehrheitlich nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften. Jungarchitekt Dominik Geisser zeigte anschliessend die drei wesentlichen Eingriffe auf, die geplant sind. Zum Ersten werde die Zahl der Bankreihen reduziert. Dadurch soll unter der Empore ein frei nutzbarer Raum entstehen, zum Beispiel für einen kleinen Apéro. Dort würden dann vier flexible Möbel platziert, die vielleicht eine kleine Teeküche, eine Garderobe, einen Schriftenständer und Stauraum für Stühle beinhalten. Zum Zweiten würden die bestehenden Bänke aufgearbeitet und gekürzt. Links und rechts an den Aussenwänden entstünden Gänge. Insgesamt werde die Zahl der Sitzplätze in der Kirche etwa halbiert. An den Wänden werde ein umlaufender Brusttäfer angebracht, der für eine wohlige Stimmung und eine bessere Akustik sorgen soll. Zum Dritten sollen im Chorraum Kanzel, Abendmahlstisch und Taufstein ersetzt werden. Auch dies im Dienste eines möglichst flexibel nutzbaren Raumes, der nicht nur für Gottesdienste, sondern auch für Konzerte und andere Veranstaltungen geeignet ist. «Es geht um die Raumstimmung, die Funktionalität und die Flexibilität», sagte Geisser weiter. «Die Kirche soll heller, wärmer und leiser werden.» Entsprechend werde auch die Heizung auf den neuesten Stand gebracht und an die Fernwärme angeschlossen.

Anregungen wurden aufgenommen

Soweit die Vorstellungen der Baukommission und der Architekten. In der anschliessenden Diskussion haben sich die Interessierten eingebracht. Zu Reden gab vor allem der Lärm der Heizung, der Feuerschutz im Turm und das Entfernen der Kanzel. «Der Raum solle doch kein Konzertsaal werden», äusserte sich einer der Votanten. Die Baukommission nahm die Bedenken entgegen und werde sie in die Planung einbeziehen. Am 22. April besteht ab 8.45 Uhr wieder die Gelegenheit, sich die Pläne anzusehen. Nach dem Gottesdienst befindet dann die Kirchgemeindeversammlung über das Budget und damit auch über die Innenrenovation.