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BÜHLER: Die Milchstrasse über dem Alpstein

Simon Kaufmann fotografiert gerne nachts, zeigt den Alpstein, wie ihn die wenigsten kennen. Der passionierte Hobbyfotograf aus Bühler präsentiert seine Bilder im «Bären» in Hundwil. Am Donnerstag ist Vernissage der Ausstellung «Alpstein-Impressionen 365/24».
Mea Mc Ghee
Simon Kaufmann Hobbyfotograf Bühler (Bild: mc)

Simon Kaufmann Hobbyfotograf Bühler (Bild: mc)

BÜHLER. Wenn die Touristen heimgehen, wenn es ruhig wird im Alpstein, dann kommt für Simon Kaufmann die spannende Zeit. Es ist das Dämmerlicht der blauen und der goldenen Stunde, das ihn fasziniert. Er hat Bildkompositionen im Kopf: Landschaften bei Sonnenaufgang, eine Schneeverwehung vor einer Alphütte beleuchtet vom Vollmond, Berggipfel im Zauber der Milchstrasse. «Ich möchte mit meinen Fotos eine bekannte Gegend so zeigen, wie sie nur wenige zu sehen bekommen», sagt der 34-Jährige.

Simon Kaufmann Hobbyfotograf Bühler (Bild: mc)

Simon Kaufmann Hobbyfotograf Bühler (Bild: mc)

Warten, bis der Himmel aufreisst

Fotografieren ist Simon Kaufmanns Hobby. Seit rund einem Jahr lebt er mit seiner Partnerin in der Fabrik am Rotbach in Bühler. Hier hat er auch sein Atelier eingerichtet. Der im Toggenburg gross gewordene Hobbyfotograf arbeitet in einem 70-Prozent-Pensum als Sozialpädagoge bei der Institution Förderraum in St. Gallen. Oft konsultiert er auf dem Heimweg von der Arbeit den Wetterbericht, rechnet aus, wann der bedeckte Himmel aufreissen könnte, wann ein Gewitter heraufzieht. Dann packt er seine vielteilige Outdoorausrüstung und das Fotoequipement und macht sich auf in den Alpstein. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und oft als Gast der letzten Bergfahrt. Auf dem Gipfel schlägt er sein Zelt auf, bereitet auf dem Benzinkocher den Znacht vor und wartet auf die richtige Stimmung. «Oft komme ich nur mit einer brauchbaren Aufnahme zurück», sagt der 34-Jährige. Doch manchmal wird seine Geduld mit besonderen Glücksmomenten belohnt. Etwa wenn er während einer Langzeitbelichtung eine Sternschnuppe über dem Kronberg einfängt oder wenn ihm auf dem Gornergrat bei Vollmond ein Steinbock vors Objektiv läuft. Es sind die einmaligen Augenblicke, für die Kaufmann offen sein möchte, die ihm grosse Freude bereiten.

Einsamkeit der Nacht

«In der Einsamkeit der Nacht erlebe ich alles intensiver, bin mit allen Sinnen wach», sagt Kaufmann. Das Rauschen des Windes, das Bellen eines Fuchses oder gedämpfte Geräusche der Zivilisation begleiten ihn durch die Nacht. Und oft auch die Kälte. Körperlich sind ausgedehnte Touren eine Herausforderung, nicht zuletzt wegen der schweren Ausrüstung, die es auf das Nötigste zu reduzieren gilt. Rund 25 Nächte weilte er im Januar und Februar 2015 draussen.

Ein beliebtes Sujet ist der Seealpsee. Leicht erreichbar und fotogen sei dieser. «Die Landschaft sieht jedes Mal anders aus», so Kaufmann. Dank Langzeitbelichtung kann er Dinge zeigen, die von blossem Auge nicht sichtbar wären. Der passionierte Fotograf hat noch viele Kompositionen im Kopf, im Alpstein und anderswo: Ein Traum wäre das Fotografieren in Kamtschatka oder ein Bild des kongolesischen Vulkans Nyiragongo mit der Milchstrasse.

Ausstellung und Diashow

Simon Kaufmann ist ein fotografischer Autodidakt. Er fotografiert erst seit sechs Jahren mit der Spiegelreflexkamera und lerne stetig dazu. Dank der Bildbearbeitung am PC könne er bei Nachtaufnahmen viel herausholen, und die technischen Möglichkeiten würden immer besser.

Für die Ausstellung «Alpstein- Impressionen 365/24» hat er rund 40 Sujets, entstanden in den letzten fünf Jahren, ausgewählt. Jeweils rund 20 sind in einer «rollenden Ausstellung» ab dem 21. April im «Bären» in Hundwil zu sehen. An der Vernissage präsentiert Simon Kaufmann zudem eine Diashow. Nebst Landschaftsbildern zu verschiedenen Jahreszeiten sind Brauchtumssujets zu sehen. Fotografiert er Menschen, hält er sich lieber im Hintergrund, sagt: «Ich mag es lieber intuitiv und authentisch als gestellt.»

«Alpstein-Impressionen 365/24», «Bären», Hundwil, Vernissage mit Apéro und Diashow, Donnerstag, 19.30 Uhr. Die Ausstellung ist während der Öffnungszeiten des Restaurants zugänglich.

Simon Kaufmann arbeitet in der Nacht mit Langzeitbelichtung. Dadurch werden Dinge sichtbar, die von blossem Auge in der Dunkelheit nicht auszumachen sind.

Simon Kaufmann arbeitet in der Nacht mit Langzeitbelichtung. Dadurch werden Dinge sichtbar, die von blossem Auge in der Dunkelheit nicht auszumachen sind.

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