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BÜHLER: «Die Berufslehre ist ein gutes Fundament»

Gemeinde und Gewerbeverein haben ein Wirtschaftsforum zum Thema Fachkräftemangel initiiert. Damit ist ein erster Schritt zu neuen Strategien in der Berufsausbildung getan.
Monica Dörig

Die beiden Schwestern Sabrina und Angela Heierli sind exemplarisch für junge Leute beim Start in die Berufswelt: Während Letztere fast von Anfang an wusste, dass sie Pharma-Assistentin werden will, schnupperte die andere in einem halben Dutzend Berufen. Sie absolvierte die Grundausbildung FaGe und ist heute Kleinkindererzieherin. Angela arbeitet in einer St. Galler Apotheke – sie kann sich vorstellen in zehn Jahren «etwas ganz anderes» zu machen.

Untersuchungen zeigen, dass der durchschnittliche Erwerbstätige heute im Lauf seines Lebens fünf Berufe ausübt. Im Gespräch mit Experten aus dem Berufsbildungsbereich zeigten sich am Wirtschaftsforum in Bühler die akuten Probleme: Einerseits wird begrüsst, dass Jugendlichen mit dem dualen Berufsbildungssystem alle Wege bis hin zum Hochschulabschluss offenstehen, andererseits fehlen an der Basis zunehmend gut ausgebildete einheimische Fachleute. Und in Zeiten geburtenschwacher Jahrgänge ist es schwierig, Lehrstellen zu besetzen. Der Markt sei ausgetrocknet, sagte der Roger Stump, Ausbildner in der Bühlerer Firma Elbau AG. Moderator Sven Bradke zielte mit seinen Frage an Gemeindepräsidentin Inge Schmid und den bisherigen Gewerbepräsidenten Roland Rechsteiner (die zusammen das erste Wirtschaftsforum initiiert haben), an Schulleiter Marco Zehnder, und den Ausbildner auf die Situation in der Praxis und dorthin wo der Schuh drückt. «Was können, was wollen wir tun?» fragte er. Einig waren sich alle, die auf dem «heissen Stuhl» im Culinarium Nöggel Platz genommen hatten, dass der Fachkräftemangel auf allen Stufen eine Herausforderung ist. Sie sind der Meinung, die Jugendlichen müssten die Entscheidung für ihren beruflichen Werdegang zu früh fällen. Einig waren sie sich auch, dass mehr Möglichkeiten geschaffen werden sollen, den Burschen und jungen Frauen Berufe – auch rollenuntypische – näher zu bringen, nicht nur im Berufsinformationszentrum in Herisau oder via Internet, sondern in den Betrieben von Berufstätigen und Lernenden.

Die Befürchtung, dass Jugendliche vermehrt den gymnasialen Weg einschlagen, wurde entkräftet. Er spüre zwar, dass Kantonsschulen auch um Schülerzahlen kämpfen, sagt Marco Zehnder, Schulleiter der Oberstufe Bühler-Gais. Der Anteil der Schulabgänger, die an eine Mittelschule wechseln, sei aber seit zehn Jahren konstant. Er beträgt in Gais und Bühler etwa zwanzig Prozent. Zehnder sieht die Herausforderung dort, wo junge Menschen einen «Tunnelblick» haben, sei es weil sie sich auf einen Traumberuf versteifen oder weil sie vom Elternhaus geprägt sind. In der zweiten und dritten Oberstufe haben die Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, die Berufsberatung zu konsultieren und in vielen Berufen zu «schnuppern» – in Ausserrhoden stehen 180 Berufe zur Auswahl.

Mit dem ersten Wirtschaftsforum in Bühler wurde ein Schritt getan zu neuen Strategien. «Die Berufslehre ist ein sehr gutes Fundament», betonte der Vertreter des Ausserrhoder Industrievereins, Urs Alder. Wie alle Teilenehmenden zeigte er sich motiviert, sich mit den Akteuren auszutauschen. Das sei nötig und eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Monica Dörig

redaktion@appenzellerzeitung.ch

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