BÜHLER: Defizite bewusst in Kauf nehmen

Finanzstrategische Überlegungen, die den Abbau des hohen Eigenkapitals zum Ziel haben, führen 2018 zu einem Budget mit einem Aufwandüberschuss von 435000 Franken.

Martin Hüsler
Drucken
Teilen
Die Sanierungsarbeiten beim mittleren Schulhaus Bühler kommen planmässig voran. (Bild: hü)

Die Sanierungsarbeiten beim mittleren Schulhaus Bühler kommen planmässig voran. (Bild: hü)

Martin Hüsler

redaktion@appenzellerzeitung.ch

Mit rund 11,2 Millionen auf der Ertrags- und 11,6 Millionen Franken auf der Aufwandseite ergibt sich für 2018 ein budgetierter Aufwandüberschuss von zirka 430000 Franken. Auch für die Folgejahre stellt der Gemeinderat Defizite in Aussicht. Er möchte damit jene Strategie weiterverfolgen, die einen sukzessiven Abbau des mehr als 7 Millionen Franken betragenden Eigenkapitals anvisiert. «In den nächsten Jahren soll das Eigenkapital um rund 3 Millionen Franken ver­ringert werden. Dies bedeutet auch für die nächsten Jahre Voranschläge mit Defizit», gab Gemeindepräsidentin Inge Schmid die Marschrichtung vor. Auf ­unveränderten 4,0 Einheiten basiert das Budget 2018. Hinsichtlich des zu erwartenden Steuerertrags für die kommenden Jahre wies die Gemeindepräsidentin auf den Einwohnerzuwachs – Ende Oktober waren 1778 Personen registriert – und auf die Wohnbautätigkeit hin. Mithin Faktoren, die sich auf den Steuereingang auswirken. So seien im Langhus mittlerweile alle dreissig Wohnungen vermietet. In der Kohli-Überbauung, wo die ersten Wohnungen im Sommer 2018 bezogen werden können, sei schon mehr als die Hälfte verkauft. Die Überbauung auf dem Reitplatz befinde sich noch in der Planungsphase. Der dortige Quartierplan könne daher erst nach der Genehmigung des Strassenbauprojekts und des Hochwasserschutzprojekts verabschiedet werden. Falls die vom Kanton in Aussicht gestellten Sparmassnahmen in der geplanten Form wirksam werden, müsste Bühler mit einer Einbusse im Finanzausgleich von 170000 Franken rechnen.

Keine markanten Ausreisser festzustellen

Bei der detaillierten Durchsicht des Voranschlags erläuterten die Ressortverantwortlichen einzelne Positionen, ohne dass markante «Ausreisser» nach oben oder nach unten hätten erklärt werden müssen. Bemerkenswert, dass die Kosten im Ressort Bildung fast die Hälfte der Steuereinnahmen ausmachen. Im Ressort ­Gesundheit schlägt der massiv höhere Pflegebedarf im Altersheim auf die Zahlen durch. Änderungen stehen im Abfallwesen bevor, indem vermehrt Unterflur- und Halbunterflurbehälter installiert werden.

Schulhaussanierung auf guten Wegen

Im September 2016 hatte der ­Gemeindesouverän einem Investitionskredit von 3,7 Millionen Franken für die Sanierung des Mittleren Schulhauses zugestimmt. Wie Gemeinderat Urs Freund ausführte, ist man mit den Arbeiten, die einem grossen statischen Eingriff gleichkommen, auf Kurs, so dass eine Wiederinbetriebnahme des Schulhauses im Sommer 2018 realistisch sei. Man bewege sich im Kostenrahmen, was es ermögliche, auch kleinere «Hätten-wir-gerne» noch zu berücksichtigen.

Hohe Priorität räumt der Gemeinderat der Gestaltung des Bahnhofareals ein. Im Zusammenhang mit der Erstellung von behindertengerechten Einstiegsmöglichkeiten in die Bahn gab er eine Studie zur Gesamtgestaltung des Bahnhofareals in Auftrag. Auf Eis gelegt ist vorläufig das Markthalle-Projekt, weil sich die Klärung der Situation rund um das geschlossene Blumen­geschäft verzögert. Inge Schmid wies darauf hin, dass am kommenden Wochenende beim ehemaligen «Ochsen» eine neue Metzgerei eröffnet werde. Und schliesslich hat man auch die 2023 fällig werdende 300-Jahr-Feier im Fokus. Gemäss Gemeinderätin Melanie Näf ist man daran, für die diversen Themenfelder Konzepte auszuarbeiten.