Bubble Beatz feiern in Herisau

Die Mülltrommler Bubble Beatz haben zu ihrem 20-jährigen Jubiläum ein grosses Konzert gegeben.

Yann Lengacher
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Kay Rauber und Christian Gschwend geben an ihrem Jubiläumsauftritt im Casino Herisau alles. Bild: Patrick Stricker

Kay Rauber und Christian Gschwend geben an ihrem Jubiläumsauftritt im Casino Herisau alles. Bild: Patrick Stricker

Das Casino Herisau ist für Kay Rauber ein besonderer Ort. Rauber, der zusammen mit Christian Gschwend die Bubble Beatz bildet, ist in Herisau aufgewachsen und war früher oft an der Poststrasse, um seine Lieblingsbands spielen zu sehen. «Als wir das erste Mal hier aufgetreten sind, konnte ich ein wichtiges Ziel abhaken. Das war für mich etwas wie der erste Auftritt beim Open Air St.Gallen», sagt Rauber vor der Show am Freitag. Seit 20 Jahren machen die Bubble Beatz aus Müll Musik, verwandeln alte Fässer in Trommeln und entlocken Altmetall die unterschiedlichsten Töne. Das Konzept hat die Perkussionskünstler über die Landesgrenzen hinaus geführt – auf die Bühne des «Supertalents» von RTL zum Beispiel. Dort ernteten sie 2010 Lob von Dieter Bohlen. Auch in China sind die Ostschweizer im Verlauf der Jahre aufgetreten. Die Jubiläumsshow in Herisau ist gewissermassen eine Comeback- show: 2015 zogen sich die Bubble Beatz von den Bühnen zurück, weil Rauber die Welt umsegeln wollt. Vollständig von der Bildfläche sind die Bubble Beatz aber nie verschwunden. An Firmenanlässen waren sie ab und an zu sehen und hören, aber öffentliche Auftritte gab es seit drei Jahren nicht mehr.

Ob sie vor dem Hintergrund dieser Geschichte nervös sind? Am Zittern sei man nicht, sagt Christian Gschwend, aber eine gesunde Anspannung sei da. Kay Rauber ergänzt: «Vor Heimpublikum bin ich lustigerweise immer am nervösesten, weil ich es zu Hause besonders gut machen will.»

Eine Show, die 20 Jahre erzählt

Raubers Heimpublikum erscheint dann auch zahlreich. Rund 500 Personen aller Altersklassen haben am Freitag den Weg ins Casino gefunden. «Wir haben alle Alben der Bubble Beatz und sind seit mehreren Jahren Fans», sagt eine Mutter, die mit ihren zwei Töchtern das Konzert besucht und Kay Rauber persönlich kennt.

Um 20.10 Uhr wird es auf der Bühne dunkel. Plötzlich leuchten zwei Paar neonfarbene Handschuhe auf – es sind die Bubble Beatz, die von ihrer Schrott-Installation herunter klettern. Sogleich legen sie los, trommeln auf den Pfannen, Radkappen und Altmetallteilen so energiegeladen wie eh und je. «Ein bisschen gefehlt hat es mir schon», ruft Kay Rauber nach dem ersten Hit den Zuschauern zu, die kurz davor ein erstes Mal in Applaus ausgebrochen sind.

Im Verlauf ihrer Jubiläumsshow spielen die Bubble Beatz aktuelle wie alte Stücke, präsentieren ihr ganzes Portfolio: «Hadududu» beispielsweise ist ein Track von der ersten Platte der Bubble Beatz. Neben eigenen Hits reichern die beiden Musiker ihr Programm mit einer Reihe von Cover-Versionen an, für die sie ebenfalls bekannt sind. Sie weben ihre Version von «Seven Nation Army» der White Stripes ebenso wie «Eye Of The Tiger» von Survivor in ihren Auftritt ein.

2020 geht’s wieder auf Tournee

Die Bubble Beatz punkten bei ihrer Jubiläumsshow auch mit etwas, das sie «eigentlich nicht so gut können», wie sie selbst sagen: Mit dem Publikum sprechen. Sie stellen ein Fass vor, auf dem sie seit ihren Anfangstagen trommeln und sich über ihre ganze Laufbahn gehalten hat. Ausserdem erzählen sie Anekdoten aus ihrer 20-jährigen Karriere: Von der Begegnung mit einem Mitarbeiter eines Schrottplatzes, der ihnen erklärt habe, dass Schrott eben nicht unbedingt gratis sei.

Wie am Freitag, möchten die Bubble Beatz auch nächstes Jahr ihr Publikum begeistern. Im Herbst 2020 gehen sie wieder auf Tournee. Während das Wo noch nicht klar ist – die Tourdaten werden erst nächstes Jahr bekannt gegeben – steht das Wie schon fest: «Wir wollen kleinere Auftritte machen, bei denen wir näher am Publikum sind», sagt Gschwend. Das Programm für die Tour müssen Rauber und Gschwend noch einproben. Auch das wird in Herisau passieren. Der Proberaum des Duos befindet sich im Dorf.