Bruttogewinn so hoch wie noch nie

Zwar muss auch die Raiffeisenbank Appenzell Kosten optimieren und sich mit Negativzinsen plagen. Trotzdem haben die Verantwortlichen ihren Genossenschaftern an der Generalversammlung höchst erfreuliche Ergebnisse vorlegen können.

Monika Egli
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VR-Präsident Marco Züger führt durch die Versammlung. (Bild: eg)

VR-Präsident Marco Züger führt durch die Versammlung. (Bild: eg)

APPENZELL. Die Raiffeisenbank Appenzell ist hervorragend unterwegs – trotz des ungemütlichen Umfeldes, auf das Verwaltungsratspräsident Marco Züger in seinem Jahresbericht an der Mitgliederversammlung am Dienstag intensiv einging. Viel bewirkt hat demnach die Aufhebung des Mindestkurses, was viele Unternehmen auf dem falschen Fuss erwischte. «Nur wer sich schnell an die neuen Rahmenbedingungen anpassen konnte und kann, hat im harten marktwirtschaftlichen Umfeld eine Überlebenschance.»

An Zinsmargen leiden

Thema von Marco Züger war auch eine mögliche Immobilienblase, vor der allerorten gewarnt wird. Hier konnte er Entwarnung geben: «In unserem Gebiet gehen wir nicht von einer Blase aus, auch wenn die Preise deutlich angezogen haben.» Auch die Zinsen bewegen sich abwärts. «Im Moment werden Negativzinsen <nur> institutionellen Kunden oder Grosskunden belastet. Der durchschnittliche Sparer ist nicht betroffen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass sich dies ändern könnte.» Die Banken, auch die Raiffeisenbank Appenzell, die via Raiffeisen Schweiz Geld bei der Schweizerischen Nationalbank «parkieren» müssen, sind von den Negativzinsen jedoch stark betroffen. Die Raiffeisenbank Appenzell leide an den Zinsmargen, die unterdessen unter einem Prozent liege. Wie Marco Züger sagte, gehe man aber davon aus, dass sich diese in Zukunft stabilisieren und wieder etwas erhöhen werden. Diesen Widrigkeiten zum Trotz entwickelt sich die Raiffeisenbank erfolgreich; die erzielten Finanzzahlen sind gut.

Ergebnisse allesamt besser

Wie ausgezeichnet diese Zahlen sind, legte anschliessend Johannes Holdener, Vorsitzender der Bankleitung, den 1065 Genossenschaftern und Genossenschafterinnen dar. Die Bilanzsumme ist um 6,5 Prozent auf 704 Millionen gestiegen, der Bruttoertrag beträgt acht Millionen, und der Bruttogewinn ist mit 3,74 Millionen Franken so hoch wie noch nie in der Geschichte der Raiffeisenbank Appenzell. Der Jahresgewinn beläuft sich auf 930 000 Franken. Kundenausleihungen (613 Millionen) und Kundengelder (630 Millionen) halten sich fast die Waage. Angesichts dieser erfreulichen, immer noch wachsenden Ergebnisse beantragte der Verwaltungsrat eine Verzinsung der Anteilscheine von 6 Prozent. Dem stimmten die Anwesenden – wie allen statutarischen Geschäften – einstimmig zu.

«Bankennacht»

So wichtig wie die Generalversammlung ist jeweils der folgende gemütliche Teil. Die über 1000 Genossenschafter durften sich auf eine unterhaltsame «Bankennacht» freuen.

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