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Brunnenmeister mit Leib und Seele

Seit 30 Jahren arbeitet Erich Eberhard als Brunnenmeister in Wattwil. In dieser Zeit hat sich nicht nur sein Zuständigkeitsgebiet vergrössert, auch die Qualitätsansprüche und die Kontrollen beim Trinkwasser verlangen von ihm ein immer grösseres Wissen.
Sabine Schmid
Brunnenmeister Erich Eberhard überprüft mehrmals täglich am Computer wie viel Trinkwasser durch die Wattwiler Leitungen fliesst. (Bild: Sabine Schmid)

Brunnenmeister Erich Eberhard überprüft mehrmals täglich am Computer wie viel Trinkwasser durch die Wattwiler Leitungen fliesst. (Bild: Sabine Schmid)

WATTWIL. Trinkwasser ist das einzige Lebensmittel, das wir ohne Bestellung ins Haus geliefert bekommen. Doch das kostbare Gut fliesst nicht einfach so aus dem Wasserhahn. In Wattwil beispielsweise sorgt die Thurwerke AG, genauer gesagt ihr Bereich Wasserversorgung, für Trinkwasser. An der Spitze dieses Teams steht Brunnenmeister Erich Eberhard – seit 30 Jahren.

Traumberuf gefunden

«Ich bin heute noch begeistert von diesem Beruf», sagt der Brunnenmeister überzeugend. Der ausgebildete Sanitärinstallateur wollte nicht sein ganzes Berufsleben auf dem Bau verbringen. Nachdem er im Bereich Ricken und Hummelwald beim Ausbau der Wasserversorgung mitgearbeitet und diese Tätigkeit sehr geschätzt habe, habe er sich auf die Stelle des Brunnenmeisters – damals bei der Dorfkorporation – gemeldet, erinnert sich Erich Eberhard. Einiges war damals, 1982, anders als heute. So arbeiteten insgesamt sieben Personen nebst dem Betriebsleiter bei der Dorfkorporation und erledigten die Aufgaben in den Bereichen Strom und Wasser wie sie gerade angefallen sind. Mit Ausnahme des Brunnenmeisters, der sich vollamtlich um die Wasserversorgung gekümmert hat. Seither ist das Versorgungsgebiet gewachsen und aus der Dorfkorporation wurde die Thurwerke AG, die 16 Personen beschäftigt. Erich Eberhard steht einem vierköpfigen Team vor, das sich ausschliesslich um die Wasserversorgung kümmert.

Kunde hat Vorrang

Gleich geblieben sei in den vergangenen 30 Jahren das Verhältnis zu den Kunden, sagt Erich Eberhard. «Der Kunde hat Vorrang», bringt er die Maxime auf den Punkt. Sind Arbeiten am Leitungsnetz notwendig, dann sind Erich Eberhard und sein Team bemüht, die Versorgung so schnell als möglich wieder sicher zu stellen. Dabei machen sie keinen Unterschied, ob der Unterbruch auf geplante Erneuerungsarbeiten am Netz oder auf einen Notfall, sprich einen Leitungsbruch zurückzuführen ist. Das 120 Kilometer lange Leitungsnetz der Thurwerke, welches die Gemeinde Wattwil, Krinau umfasst und die Wasserversorgung von Lichtensteig einschliesst, kennt Erich Eberhard im Detail. Gerade bei den Kontrollen durch das Leitsystems kann der Brunnenmeister von der Erfahrung profitieren. «Ich werte die Zahlen des Wasserverbrauchs schnell aus. Wenn ich Unregelmässigkeiten wie beispielsweise einen ungewohnten grossen Wasserverbrauch feststelle, kann ich rasch reagieren», führt Erich Eberhard aus.

Weniger Verbrauch

Wasser, so weiss der Brunnenmeister, hat es dank den drei Quellen und den drei Grundwasserpumpstationen genügend. Die Quellen, erklärt er, decken rund drei Viertel des gesamten Verbrauchs im Versorgungsgebiet. Der Verbrauch habe in den letzten Jahren abgenommen und stagniere jetzt, fügt er an. Erich Eberhard begründet dies zum einen damit, dass die technischen Geräte im Haushalt wie Waschmaschinen oder auch Wasserhahnen weniger Wasser verbrauchen als die Geräte von vor 30 Jahren. Zum anderen seien grosse Industriebetriebe wie die Heberlein, die auch ein grosser Abnehmer von Wasser war, geschlossen worden. «Im Durchschnitt liegt Wattwil bezüglich des Wasserverbrauchs unter dem schweizerischen Durchschnitt», hält Erich Eberhard fest.

Nie grössere Verschmutzung

Die Arbeit geht ihm und seinem Team aber so schnell nicht aus. Einmal in der Woche prüfen sie die Quellen und Reservoirs. Diese müssen immer wieder gereinigt werden. Dabei gebe es einige Auflagen in den Bereichen Sauberkeit und Hygiene zu beachten, sagt Erich Eberhard. Auch die 325 Hydranten und über 3000 Schieber werden regelmässig gewartet. Dazu kommen die Qualitätskontrollen für das Trinkwasser. «Hier müssen wir einige Vorgaben des Gesetzes erfüllen», erklärt Erich Eberhard. Dazu kommen die Qualitätsziele, welche die Thurwerke AG aufgebaut hat. Der Brunnenmeister ist sich jeden Tag bewusst, dass er mit Trinkwasser, dem wichtigsten Lebensmittel arbeitet. Dies erfüllt ihn mit Stolz. Dankbar sei er, dass es in den vergangenen 30 Jahren zu keiner grossen Trinkwasserverschmutzung gekommen ist. Gefeit davor sei man nie, sagt Erich Eberhard. Er und sein Team geben aber jeden Tag ihr Bestes, damit dies so bleibt.

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