BRUNNADERN: Mechanik fasziniert noch immer

Einst war er Pächter in Neuchlen-Anschwilen. Täglich hat er sich mit alten Traktoren beschäftigt. Toni Jöhl trifft sich nun am Samstag, 17. September, mit anderen Oldtimer-Liebhabern in Brunnadern.

Cecilia Hess-Lombriser
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Der Bührer OS13, Jahrgang 1966, ist der grösste Traktor, den Toni Jöhl noch besitzt. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Der Bührer OS13, Jahrgang 1966, ist der grösste Traktor, den Toni Jöhl noch besitzt. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

BRUNNADERN. Von 1971 bis 2009 war Toni Jöhl Pächter des Bauernhofes auf dem Waffenplatz Neuchlen-Anschwilen. Ab 1991 hatte er sich dort neben den täglichen Arbeiten mit alten Traktoren beschäftigt. Seit er in Pension gegangen ist, stehen zwei Traktoren in den Garagen, einer in Schönengrund und einer ist an einem anderen Ort eingestellt. Die Restaurationsarbeiten hat er reduziert. «Nachdem wir früher nie Ferien machen konnten, haben meine Frau Brigitte und ich das Reisen entdeckt», verrät Toni Jöhl.

«Ich musste im Kopf umschalten, als ich keine Kühe mehr hatte. Es war ein Vorteil, dass ich ein Hobby hatte», erzählt Toni Jöhl, als er sich an das Ende als Pächter und der Gant erinnert. Sein Hobby ist das Restaurieren von alten Traktoren. Der Stoff Metall hat es ihm angetan. «Man kann es wärmen, so dass es weich wird und man darauf hämmern kann, bis es die Form hat, die gewünscht ist.»

Es muss immer die Originalfarbe sein

Die eigenen Landmaschinen hatte er schon immer selber repariert, und als junger Mann hatte er im Winter auf dem Bau gearbeitet und war auch als Kranführer tätig. Der Bezug zu Maschinen, Geräten und Motoren ist ihm gegeben. «Zu den Maschinen habe ich immer Sorge getragen und sie jeden Frühling revidiert», erzählt er. Und wenn er von der Restaurierung erzählt, redet er von den Teilen, die man sieht. «Am Motor und Getriebe mache ich nichts.» Er zerlegt das Fahrzeug in seine vielen Bestandteile, putzt und schleift sie, bestellt Ersatzteile, falls es sie noch gibt, oder stellt einzelne Teile selber her. «Ganz wichtig ist mir bei der Restaurierung die Grundierung. Heute wird oft darauf verzichtet, und dann rostet das Metall viel schneller», zeigt Toni Jöhl seine Gründlichkeit. Auch bei der Farbe ist er genau. Es muss die Originalfarbe sein. «Hammerschlagfarbig» ist sein Alpina Oekonom DL 1, Jahrgang 1962, der in Gossau hergestellt worden war. Die Industriefarbe besorgt er sich in der Farbfabrik. Das Spritzen der Deckfarbe sei heikel. «Tränen» toleriere er nicht. «Dann wird wieder geschliffen und von vorne begonnen.» Die Felgen streicht er von Hand. «Es ist ein enormer Aufwand, die Pneus und Felgen wegzunehmen und dann zu spritzen. Auf keinen Fall darf es Farbe am Gummi haben», erklärt Jöhl. Für seine Arbeit braucht er kilometerweise Plastik zum Abdecken und mindestens 150 Stunden Arbeit, bis ein Traktor wieder einsatzbereit ist. Unter Druck arbeitet er nicht mehr; auch wenn er mal einem Bekannten einen Gefallen tut und Teile restauriert. «Für die Arbeit braucht es Geduld und gute Nerven. Beides habe ich zum Glück», sagt Toni Jöhl zu den Voraussetzungen für die knifflige und langwierige Arbeit. Und noch etwas ist ihm wichtig: «Ich montiere an alle Traktoren Blinker und Rückspiegel. Die Sicherheit geht vor.»

Die Liste der Traktoren, die durch die Hände von Toni Jöhl gegangen sind, enthält Namen wir Hürlimann, Bührer, Bucher, Eicher, Meile, Deutz oder Alpina Oekonom.

Ab und zu richtig mit Kraft arbeiten

Wie der Verein Falso informiert, ist der Verein Freunde alter Landmaschinen der Schweiz 1991 gegründet worden. Die ersten Treffen fanden mit unrestaurierten Maschinen statt, und weil der gesamtschweizerische Verein ein schwerfälliges Gebilde war, wurden Anfang der Neunzigerjahre Sektionen gegründet. Der Falso 1992. Die Restaurierung von Traktoren setzte erst mit diesen Treffen ein. 3000 Mitglieder sind organisiert. «Mehrheitlich sind es ältere Männer, die diese Leidenschaft teilen», informiert Toni Jöhl. An den Treffen könne gefachsimpelt werden. Der Tip, wo Ersatzteile erhältlich seien, sei wertvoll, erzählt Jöhl. Und so nimmt er mit Freude an vier bis fünf Treffen pro Jahr teil. Einer seiner geliebten Traktoren darf ab und zu mit viel Kraft arbeiten. Toni Jöhl ist Hauswart und mäht die Wiesen mit der Sense. Er führt das Gras mit dem Traktor und der Kippschaufel zu einem Bauern. Mit dem Herbstlaub verfährt er genau gleich.