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BRUNNADERN: Den Traum trotzdem weiterleben

Nach einem Blitzschlag brannte die Scheune der Familie Kuratli in Brunnadern nieder. Weil diese neu gebaut werden muss, fehlt das Geld für dringende Sanierungsarbeiten im Wohnhaus. Nun errichtet die Gemeinde ein Spendenkonto.
Sabine Schmid
Der Brand der Scheune warf die Pläne von Matthias und Monika Kuratli, hier mit ihren Kindern Melchior und Anna, über den Haufen. (Bild: Sabine Schmid)

Der Brand der Scheune warf die Pläne von Matthias und Monika Kuratli, hier mit ihren Kindern Melchior und Anna, über den Haufen. (Bild: Sabine Schmid)

BRUNNADERN. Es habe getönt, wie wenn jemand Feuerwerk abbrenne, erinnert sich Monika Kuratli. Sie hörte das Geräusch am Abend des 27. Mai, als ihr Mann Matthias bereits am Schlafen war. Als sie aus dem Fenster blickte, sah sie, dass die Scheune lichterloh brannte. Sie alarmierte die Feuerwehr und weckte ihren Mann. «Ihm gelang es, alle Tiere aus dem Stall zu treiben, und er konnte einen Transporter wegfahren», erzählt Monika Kuratli. Die Scheune war aber nicht mehr zu retten. Der Feuerwehr Neckertal ist es zu verdanken, dass die Flammen nicht auf das angrenzende Wohnhaus übergriffen und es keinen weiteren Schaden gab. Später stellte der Erkennungsdienst der Kantonspolizei fest, dass das Feuer in der Scheune auf einen Blitzschlag zurückzuführen sei.

Am 27. Mai setzte ein Blitzschlag die Scheune in Brand. (Bild: Kapo)

Am 27. Mai setzte ein Blitzschlag die Scheune in Brand. (Bild: Kapo)

Heizung muss erneuert werden

Matthias und Monika Kuratli haben nun, dreieinhalb Wochen nach dem Brand, den ersten Schock verdaut. Erst vor einem Jahr konnte die junge Familie die Liegenschaft in der Schwendi erwerben und ihren Traum, als Landwirte zu arbeiten, umsetzen. Im August sind Matthias und Monika Kuratli mit ihren kleinen Kindern Anna und Melchior eingezogen. «Wir waren uns bewusst, dass das Wohnhaus saniert werden muss», sagt Monika Kuratli. Sie und ihr Mann planten, in diesem Sommer die Heizung und die Küche zu erneuern. Arbeiten im Stall sahen sie nicht als dringend an, ein Neubau war kein Thema. «Der Blitzschlag hat unsere Situation grundlegend verändert», sagt Monika Kuratli. Wie die Familie diesen Schicksalsschlag finanziell stemmen kann, ist noch nicht klar. Klar ist hingegen, dass die Sanierung des Wohnhauses vorangetrieben werden muss. «Wir müssen die Heizung unbedingt erneuern, denn wir können so mit den kleinen Kindern nicht noch einen Winter wohnen», sagt Monika Kuratli.

Solidarität erlebt

Bereits kurz nach dem Brand erfuhr die Familie Kuratli eine Welle an Solidarität. «Es war eine schöne Erfahrung, wie uns die Menschen geholfen haben», sagt Monika Kuratli. Kurz nach dem Unglück haben sie mehrere Angebote bekommen, um ihre Tiere zu plazieren. Ebenfalls stellt ihnen ein Bauer Lagerplatz zur Verfügung für das Futter, das die Bauernfamilie in diesem Sommer ernten kann. Der Arbeitsaufwand für Matthias Kuratli hat sich durch die Wege vergrössert. Nun sei aber rund die Hälfte der Kühe auf der Alp, die übrigen wird er in Kürze in den Gaden neben dem Haus unterbringen, damit sie Auslauf haben.

Solidarität hat die junge Bauernfamilie auch von anderer Seite erhalten. Es hätten sich mehrere Personen bei der Gemeinde erkundigt, ob und wie sie der Familie Kuratli helfen könnten. «Wir haben uns entschlossen, ein Konto einzurichten, auf welches Geldspenden einbezahlt werden können», sagt die Neckertaler Gemeindepräsidentin Vreni Wild. Bereits bei zwei früheren Brandfällen hat die Gemeinde die betroffenen Familien so unterstützt und nur gute Erfahrungen gemacht. Zusätzlich zum Spendenaufruf werden verschiedene Stiftungen angeschrieben, um die Familie zu unterstützen. Zudem wird es für die verbrannte Scheune und einen Teil der Stalleinrichtung Gelder von der Versicherung geben, diese decken den Schaden aber nicht vollständig.

Existenz halten können

Auch wenn der Brand den Plänen der Familie Kuratli eine neue Richtung gegeben hat, für sie ist klar, dass sie ihren Traum vom Bauern weiterleben möchten. «Wir schauen nun, wie gross die neue Scheune sein muss und wie wir sie bauen wollen», sagt Matthias Kuratli. Für ihn und seine Frau Monika ist klar, dass sie die Existenz mit ihren 14 Kühen und den Jungtieren halten möchten.

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