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BRÜLISAU: Seltene Gäste bezahlen mehr

Nebst der geschlossenen «Krone» sorgt jetzt auch noch das Restaurant Rössli für Aufsehen: Einheimische bezahlen weniger für ein Mittagessen als Touristen. Der Wirt begründet.
Elias Eggenberger
Das Restaurant Rössli verlangt von wiederkehrenden Arbeitern weniger für ein Mittagessen. (Bild: Elias Eggenberger)

Das Restaurant Rössli verlangt von wiederkehrenden Arbeitern weniger für ein Mittagessen. (Bild: Elias Eggenberger)

Elias Eggenberger

elias.eggenberger@ appenzellerzeitung.ch

Die Touristiksuchmaschine Trip­advisor spuckt acht Bewertungen zum Restaurant Rössli in Brülisau aus. Diese sind durchgehend positiv. In den Kommentaren werden das Essen und die schöne Lage gelobt. Den Touristen scheint zudem das appenzell­ische Flair zu gefallen. Mit der Gesamtbewertung «sehr gut» erreicht das «Rössli» das zweithöchste Resultat. Doch jetzt macht ein eigenartiges Gerücht die Runde: Einheimische Gäste würden im «Rössli» bevorzugt und müssten für das Mittags­menü weniger bezahlen. Ein Gast lässt die Redaktion wissen, dass er an zwei aufeinanderfolgenden Tagen im Restaurant zum Mittagessen vorbeiging. Beide Male bestellte er dasselbe Menü, bezahlte jedoch unterschiedliche Preise. Am ersten Tag kostete ihn der Dreigänger 15 Franken, am zweiten Tag rund 24 Franken. Als der Gast nachfragte, warum es teurer sei als am Vortag, sagte die Kellnerin, sie habe ihn für einen Auswärtigen gehalten. Einheimische würden Vergünstigungen bekommen. Die zehn Franken, die er zu viel bezahlte, wollte der Gast nicht mehr zurück.

Jürg Neuenschwander, Wirt des «Rösslis», bestätigt die Aussage. «Einheimischen Arbeitern, die fast täglich bei uns einkehren, gewähren wir beim Tagesmenü eine Vergünstigung.» Die Portionen seien aber entsprechend kleiner, da die Arbeiter meistens nicht viel Zeit zum Essen hätten. Für Getränke müssen sie gleich viel bezahlen wie andere Gäste. Offiziell deklariert ist die Vergünstigung nicht. «Wir haben keine Preisangabe beim Menü. Die Stammgäste wissen, dass sie es für 15 Franken bekommen.» Den Preisnachlass allen Gästen zu gewähren, sei keine Option. «Es würde nicht rentieren. Wenn ich das Menü für 15 Franken verkaufen würde, verdiente ich zu wenig daran», so der Wirt. Das Angebot für Stammgäste sei reiner Goodwill. Ziel des Preisnachlasses sei es, die Stammgäste weiterhin zu behalten. «Ich muss schliesslich die Löhne meiner Mitarbeiter und den Unterhalt auch ausserhalb der Saison bezahlen. Die Einheimischen sind es, die mich durch den Winter bringen. Deshalb muss ich versuchen, eine Kundenbindung aufzubauen. Ich will mit dieser Aktion niemanden diskriminieren», sagt er. Reklamationen von Touristen habe es bisher noch keine gegeben.

Vergleichbar mit einem Mitarbeiterrabatt

Guido Buob, Geschäftsführer von Appenzellerland Tourismus AI, nimmt die Sache gelassen: «Es ist eigentlich wie ein Mitarbeiterpreis. Arbeiter, die beispielsweise bei der Kastenbahn arbeiten und täglich vorbeikommen, erhalten eine Vergünstigung. Das ist ähnlich wie in einer Mensa. So gesehen, ist das völlig legitim.» Er könne sich vorstellen, das solche Vergünstigungen üblich sind in der Branche. «Wenn ich in den Gallusmarkt einkaufen gehe, bezahle ich auch mehr als ein Coop-Mitarbeiter. Ich denke, der Rabatt, den das ‹Rössli› den Arbeitern gewährt, ist vergleichbar mit einem Mitarbeiterrabatt.»

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