BRÜLISAU: Keine Wohnsitzpflicht mehr für Verwaltungsräte

Viele Fahrgäste, vier Preise und ein Rekordgesamtumsatz – der Kastenbahn geht es gut, wie sich an der diesjährigen Freiluftgeneralversammlung zeigt. Im Vorstand gibt es einen Wechsel, bei der Statutenrevision sticht ein Punkt hervor.

Roger Fuchs
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VR-Präsident Emil Koller kann über ein erfolgreiches Geschäftsjahr berichten. (Bilder: Roger Fuchs)

VR-Präsident Emil Koller kann über ein erfolgreiches Geschäftsjahr berichten. (Bilder: Roger Fuchs)

Abgerechnet wird stets im Dezember. Deshalb kann eine Seilbahnsaison wie im 2016 beim Hohen Kasten harzig anlaufen, und am Schluss dennoch zum Erfolg werden. 207 300 Gästefahrten wurden registriert, das ist eine Steigerung von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. «Juli bis Oktober waren sensationell und der Dezember sogar der Beste in der Geschichte der Bahn», so Emil Koller, Verwaltungsratspräsident der Kastenbahn. Nicht ohne Stolz machte er an der Generalversammlung vom Pfingstsamstag die 469 anwesenden Aktionäre auch darauf aufmerksam, dass der Hohe Kasten im vergangenen Jahr von der Organisation «Internationaler Skiareatest» gleich viermal ausgezeichnet wurde: Mit dem Titel «Aufsteiger des Jahres», mit dem Innovationspreis in den Kategorien «Freundlichstes Bahnpersonal» sowie «Natur & Flora», und mit der «Sicherheitstrophy». Alles läuft beim «Kasten» geradezu wie am Schnürchen. Entsprechend erfreulich präsentiert sich auch die Rechnung 2016: Beim Gesamtumsatz von knapp 2,9 Millionen Franken handelt es sich um den höchsten je erzielten Wert. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2008 konnte um 2,5 Prozent übertroffen werden. Die Jahresrechnung schloss nach Abzügen von Zinsen, Steuern und Abschreibungen von über einer Million Franken mit einem Gewinn von 75 300 Franken. Die Erstellung des Europawegs konnte mit 2,86 Millionen Franken beendet werden, das ist weniger als budgetiert.

Statutenrevision und ein Wechsel

Weiteres Traktandum war eine Aktualisierung der Statuten. Dabei wurde der Absatz gestrichen, wonach zwei Verwaltungsräte aus dem Bezirk Rüte kommen müssen. Eine Aktionärin hätte wenigstens gerne gesehen, wenn eine Wohnsitzpflicht in der Schweiz verankert würde. Koller sprach dagegen: «Wir sollten auch jemanden wählen können, wenn er ein Supertyp ist und in Götzis wohnt.» Am Schluss passierten die revidierten Statuten ohne eine Nennung der Wohnsitzpflicht für Verwaltungsräte.

Sepp Fässler hat auf die diesjährige GV hin seinen Rücktritt aus dem fünfköpfigen Verwaltungsrat gegeben. Ersetzt wird er von Thomas Rusch, der in Gontenbad ein eigenes Unternehmen für Bauplanungen führt. Die Wahl erfolgte einstimmig. Um die gute Ausgangslage nicht zu verspielen, nimmt man bei der Kastenbahn seit einigen Monaten auch die Wettervorhersagen in die eigene Hand. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbreiten immer am Donnerstag im Hinblick auf das Wochenende einen eigenen Wetterbericht über soziale Medien. «Wenn Thomas Bucheli sagt, es würden Gewitter aufziehen, kommen Tausende von Gästen nicht», so Emil Koller. In den eigenen Vorhersagen könnten sie die Wortwahl anpassen und beispielsweise Gewitterwolken wie folgt umschreiben: «Es herrscht wunderbares Wanderwetter mit da und dort etwas Schatten.»

Roger Fuchs

roger.fuchs@appenzellerzei

tung.ch