BRÜLISAU: Brülisauer "Krone" erneut geschlossen

Offen, geschlossen, offen, wieder geschlossen. Keiner weiss, was mit dem Hotel Krone in Brülisau passiert. Umso mehr brodelt die Gerüchteküche. Die Leute hinter der zuständigen Immobilienfirma kennt niemand.

Roger Fuchs
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Seit 2016 ist bei der «Krone» in Brülisau nichts mehr wie früher. Aktuell herrscht hier kein Betrieb. (Bilder: Roger Fuchs)

Seit 2016 ist bei der «Krone» in Brülisau nichts mehr wie früher. Aktuell herrscht hier kein Betrieb. (Bilder: Roger Fuchs)

Roger Fuchs

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@appenzellerzeitung.ch

«Für uns ist wichtig, dass der Platz mit dem Hotel Krone neben der Talstation der Kastenbahn in Brülisau nicht zu einer Ruine verkommt», sagt Bruno Huber. Er ist Hauptmann des Bezirks Rüte, zu welchem Brülisau gehört. Was sich derzeit bei der «Krone» abspielt, nennt er eine «traurige Geschichte». Seit einigen Wochen sind die Türen zum zweiten Mal innert kurzer Zeit geschlossen. Niemand weiss, was mit dem Betrieb und der Liegenschaft geschieht. Selbst den Behörden ist es bislang nicht gelungen, einen Kontakt zur Besitzerfirma herzustellen.

Das ganze Drama nahm seinen Lauf nach dem Verkauf der «Krone» Anfang letzten Jahres. Eigentümerin ist seither die EPL Immo Holding AG mit Sitz in Zug. Als Geschäftsleitung gegen aussen zeigte sich bei der Wiedereröffnung ein Paar namens Sponchia. Bereits im Juli 2016 wirkte das Hotel jedoch wie ausgestorben. Der Bezirksrat Rüte hatte den Betrieb mangels Voraussetzungen gemäss Gastgewerbegesetz schliessen müssen. Kurz darauf zeichnete sich eine Zwischenlösung ab. Es konnte ein Interims-Geschäftsführer gefunden werden, dem schliesslich vom Bezirksrat eine befristete Bewilligung für neun Monate erteilt wurde. Noch vor Ablauf dieser Frist hat er wieder aufgehört, und folglich ist das Hotel jetzt erneut geschlossen. Das Telefon klingelt ins Leere.

Die Gerüchteküche brodelt

«Sönd willkomm! Appenzeller Gastfreundschaft – natürlich, schlicht, echt» heisst es auf der Website des Hotels. Doch derzeit scheint das alles nur eine Worthülse. Dabei steht für Bruno Huber fest: Eine touristische Nutzung der «Krone» direkt neben der Talstation der Seilbahn würde nach wie vor Sinn machen. Ob es nochmals so weit kommt, kann im Moment niemand sagen. Die Gerüchteküche brodelt. Die ­einen wollen von der Suche nach einem neuen Gastwirt gehört ­haben, andere reden von einem möglichen Verkauf oder Umbau. Letzteres kann zurzeit definitiv ausgeschlossen werden. «Es liegt kein Baugesuch irgendwelcher Art vor», sagt Markus Manser, Leiter der kantonalen Bauverwaltung Inneres Land. Nicht wirklich weiterhelfen kann auch Andreas Inauen, der in einem Teil des Gebäudes die Chemihötte betreibt und dazu Miete zahlt an die sogenannte Krone Brülisau GmbH. Die Personen hinter der EPL Immo Holding AG habe er noch nie zu Gesicht bekommen, hält er fest.

Dem Bezirksrat sind derweil die Hände gebunden und er kann nicht mehr machen, als die Situa­tion zu beobachten. Wie bei jeder anderen privaten Liegenschaft könne der Eigentümer damit anstellen, was er wolle, sagt Bruno Huber. Angesichts der exponierten Lage sei es aber für Brülisau und den Tourismus sehr ärgerlich, dass alles stillstehe. Gleichzeitig sieht Huber in diesem Beispiel das Bestreben des Bezirksrates bestätigt, künftig verstärkt in die Bodenpolitik eingreifen zu wollen. Dazu wurde an der diesjährigen Bezirksgemeinde Anfang Mai – wenn auch knapp – ein Fonds für eine aktive Bodenpolitik inklusive dazugehörigem Reglement gutgeheissen. Dieser Fonds soll im Fall des Falles ein zeitnahes Handeln ermöglichen und, wenn eine Liegenschaft für die Öffentlichkeit von besonderem Interesse ist, diese auch mal zu kaufen. Einen zweiten Fall «Krone» will man möglichst verhindern.