Brücken zum Publikum gebaut

Die Musikgesellschaft Dicken überraschte am Wochenende vor vollem Haus mit einem auffallend gefälligen Konzert. Die Theatergruppe Dicken, in teils neuer Besetzung, führte im Stück «TV Movie Star» die Überraschung weiter.

Gottfried Meier
Drucken
Teilen
«In the Mood»: Die Saxophonistinnen taten sich beim Klassiker von Glen Miller als Solistinnen hervor. (Bild: gm)

«In the Mood»: Die Saxophonistinnen taten sich beim Klassiker von Glen Miller als Solistinnen hervor. (Bild: gm)

Dicken. Das Motto «Brücken bauen» erfüllte sich in zweifacher Hinsicht – das musikalische Programm war eine Brücke von der Tradition zur Moderne und gleichzeitig ein Brückenschlag von den Musikantinnen und Musikanten zum mitgehenden Publikum. Die Brückenbogen mauerte Peter Zentner mit seinen überaus lustigen Ansagen.

Klein, aber oho

Mit nur 18 Musikern bewies der Verein, dass man auch mit wenigen Mitgliedern ein Programm gestalten kann, das jeden Zuhörer begeisterte.

Im ersten Teil waren Werke zu hören, die im Notenarchiv «ausgegraben» wurden, sich aber immer noch grosser Beliebtheit erfreuen. Der Moderator musste deshalb noch nicht auf seine bescheidenen Englischkenntnisse zählen. Die Dirigentin Esther Meier stand zum ersten Mal an einer Unterhaltung am Dirigentenpult. Mit dem Marsch «Lausanne 81» wollte sie eine besondere Erinnerung auffrischen, sie nahm 1981, noch im Schulalter, als Flügelhornistin mit der MG Dicken am eidgenössischen Musikfest teil.

«Shop-Ville» und «Amora» scheinen neuzeitliche Kompositionen zu sein, sind aber schon seit 30 Jahren in den Repertoires von Musikvereinen.

Mit Gesang

Ein Höhepunkt bildete das Motto gebende Werk «Love can built a Bridge» (Liebe kann eine Brücke bauen), mit Sologesang von Nadine, der Tochter der Dirigentin, diskret begleitet am Soloflügelhorn vom jüngsten Musikanten Remo Bruderer, sowie vom Trompeter Rolf Helg.

Die drei Saxofonistinnen Paula Bruderer, Evi Sigrist und Marianne Signer machten die bekannte Glenn-Miller-Melodie «In the Mood» zu einem weiteren Höhepunkt. Erst ein Jahr im Verein mitspielend, schmetterte Roman Mutti in einer Melodienfolge über die «Les Humphries Singers» ein brillantes Schlagzeugsolo hin. Peter Zentner musste zur Erklärung der englischen Ausdrücke oft seinen Kumpanen «Hanjock» mit dem Handy anrufen.

TV-Spot

Eine fatale Adressverwechslung führte im Theater «TV Movie Star» die Fernsehequipe mit Regisseur Stevie Hunziker (Klaus Eisert) und Kamerafrau Angela Süss (Rebekka Kühnis) zur Familie Grolimund (Maria Wild und Toni Ender) mit der betagten Mutter (Christine Kühnis). Der zufällig anwesende Nachbar Köbi Meisterhans (Kurt Oertig) wurde ins Geschehen um die Aufnahme eines Werbespots mit einbezogen.

Die vermeintlichen Akteure brachten den Regisseur fast zur Verzweiflung, bis sich herausstellte, dass im Studio die Strassennummer verwechselt wurde – 55 statt 155. Unter der Leitung von Manfred Kühnis bot das dorfeigene Schauspielerensemble eine hervorragend Unterhaltung.

Aktuelle Nachrichten