Bruderer ist Kirchenratspräsident

Der Rücktritt von Kurt Kägi als Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell war von zahlreichen Misstönen begleitet. Kägi fand gestern an der Sommersynode bei seiner letzten Rede versöhnliche Worte.

Monika Egli/Roman Hertler
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Neuer Kirchenratspräsident ist Koni Bruderer (2. von rechts) als Nachfolger von Kurt Kägi (2. von links). Ganz links der Präsident des Büros der Synode, Peter Bischoff. (Bild: Roman Hertler)

Neuer Kirchenratspräsident ist Koni Bruderer (2. von rechts) als Nachfolger von Kurt Kägi (2. von links). Ganz links der Präsident des Büros der Synode, Peter Bischoff. (Bild: Roman Hertler)

WALDSTATT. Koni Bruderer, Pfarrer in Heiden, ist gestern von der Synode mit nur einer Enthaltung zum Kirchenratspräsidenten der Evangelisch-reformierten Landeskirche beider Appenzell gewählt worden. Er tritt die Nachfolge von Kurt Kägi, Herisau, an. Es fanden auch – wie alle vier Jahre – Gesamterneuerungswahlen statt. Sie verliefen unspektakulär, aber geheim; dies war vorgängig mit 23 Ja und damit exakt mit dem absoluten Mehr so bestimmt worden (s. Kasten).

Nötiger Marschhalt

Nach sieben Jahren im Amt hat Kurt Kägi demissioniert. Rund um seinen Rücktritt war viel von Spannungen und Gehässigkeiten die Rede gewesen. Effektiv ging es um Kompetenzrangeleien zwischen dem Büro der Synode und dem Kirchenrat sowie um die Zukunft der Kirche.

Bildreich baute Kurt Kägi den Knatsch in seine Abschiedsrede ein. Er sprach von eine Wandergruppe, deren Weg nicht nur gerade, sondern in Kurven, mit Engpässen und Weggabelungen verlaufen sei. Und letztes Jahr sei diese Weggemeinschaft in unwegsamem Gelände angelangt. Dabei blieb auch das Projekt «Zuekunft zöösle» auf der Strecke. Ein Marschhalt, um die weiteren Schritte zu überlegen, sei deshalb richtig und nötig: «Es braucht eine Aussprache und Diskussion der Wandergruppe.» Kägi schlug versöhnliche Töne an – die Synode dankte es ihm mit langanhaltendem Applaus.

«Mit Leib und Seele»

In den Würdigungen zu Kurt Kägis Abschied war von Herzblut die Rede, davon, dass er das Wohl der Landeskirche stets ins Zentrum gestellt und sein Amt mit Leib und Seele ausgeführt habe. Mit grosser Intensität und weit mehr als dem geforderten Pensum habe er «wichtige und wertvolle» Arbeit geleistet, wie Kirchenratsmitglied Corinna Boldt darlegte. Auch Uschi Hofmänner, Herisau, ergriff das Wort. Sie gehört zur «anderen Wandergruppe», die Kurt Kägi in seiner Rede angesprochen hatte. Denn auch die Kirchgemeindepräsidien denken über die Zukunft der Kirche nach. «Die bestehende Wandergesellschaft nimmt die neue Gruppe sicher gerne auf», wie Kurt Kägi sagte.

«Imagebroschüre» Jahresbericht

Die Synode nahm den Jahresbericht einstimmig zur Kenntnis, diskutierte zuvor aber dessen Inhalt. Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) habe wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass die konkrete Arbeit des Kirchenrats im Vergleich mit den Zahlen für die Synodalen relativ schlecht dargestellt werde, wie GPK-Präsident Hansueli Nef sagte. Diese Ansicht wurde mit Voten unterstützt. Kurt Kägi wehrte sich. Der Jahresbericht sei auch eine Art «Imagebroschüre» und löse jeweils ein gutes Echo aus. Er kündigte an, dass sich der Kirchenrat während einer Herbst-Retraite vertieft damit befassen werde.

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