Bringt seine Werke zum Leuchten

Kaspar Toggenburger arbeitet mit Licht. Ein Ausschnitt seiner Werke ist seit Mittwoch an den Kunst-Tagen Lichtensteig zu sehen. Heute präsentiert er um 17 Uhr «Höllensturz» und «Ikarus» in der Kalberhalle. Unterstützt wird seine Darbietung vom Jazzpianisten Roger Girod.

Lucas Lüdi
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Kaspar Toggenburger mit einer Lichtinstallation – bestehend aus mehreren Rundleuchten – in der Kalberhalle. (Bilder: Lucas Lüdi)

Kaspar Toggenburger mit einer Lichtinstallation – bestehend aus mehreren Rundleuchten – in der Kalberhalle. (Bilder: Lucas Lüdi)

LICHTENSTEIG. Am letzten Künstlertag im Rahmen der Kunst-Tage Lichtensteig gilt die Aufmerksamkeit Kaspar Toggenburger. Er ist heute anwesend und ergänzt seine ausgestellten Werke mit zwei Diaprojektionen um 17 Uhr, wo er gemeinsam mit dem Jazzpianisten Roger Girod auftritt. In seinem Schaffen, das in der Kalberhalle ausgestellt ist, sind alte mit modernen Techniken kombiniert. Dabei stösst zum Beispiel mittelalterliche Holzschnitttechnik auf moderne Lichtprojektion. Durch diese Kombination erzielt Kaspar Toggenburger vollkommen neue Effekte.

Mit eigener Handschrift

Der St. Galler verfolgt seit seiner Kunstausbildung eine klare Linie. Sein Markenzeichen sind Darstellungen von Köpfen. Diese kommen in all seinen Werken in irgendeiner Form vor. Seine Beschäftigung mit dem isolierten Kopf findet ihren Ursprung in Kaspar Toggenburgers Interesse an den biblischen Themen, hier an Johannes dem Täufer. Gerade sein neustes Werk, «Memento», das aktuell an den Kunst-Tagen in Lichtensteig zu sehen ist, bezieht sich stark darauf. Auch der Tod fasziniert ihn und widerspiegelt sich in «Memento». So erinnern die übereinander angeordneten Köpfe an das Beinhaus einer Kapelle oder einer Krypta.

Seine Kunst behandelt aktuelle gesellschaftliche Themen, die in Zusammenhang mit vergangenen Kulturen stehen. «Es reicht nicht, in den Werken eine rein subjektive Meinung zum Ausdruck zu bringen. Die Gesellschaft muss gleichermassen betroffen sein», erklärt Kaspar Toggenburger den Inhalt seiner Arbeiten. Er relativiert jedoch umgehend: «Auch wenn eine komplexe Welt dahintersteckt, ist es mir wichtig, dass meine Kunst auch ohne Erklärungen durch ihre blosse visuelle Präsenz wirkt.»

Sechs Jahre in Paris

1960 in St. Gallen geboren, wuchs Kaspar Toggenburger in einem Elternhaus auf, in dem Kunst einen hohen Stellenwert hatte. Nach der Sekundarschule besuchte er zunächst den Vorkurs und dann die Grafiker-Fachklasse an der Schule für Gestaltung in St. Gallen. Darüber im klaren, nicht als Grafiker, sondern als freier und unabhängiger Künstler arbeiten zu wollen, begann er danach eine reine Kunstausbildung. So ging er mit 24 Jahren nach Paris, wo er an der École nationale supérieure des beaux-arts studierte. Ursprünglich hatte er im Sinn gehabt, nach zwei Semestern wieder in die Schweiz zurückzukehren. Doch dann entschied er sich, das Studium in Frankreich zu beenden. Drei Jahre nach seinem Abschluss folgten drei Gastsemester an der Kunstakademie in Düsseldorf.

Auch im Ausland ausgestellt

Seine Haupttätigkeit gilt seither der Kunst. Kaspar Toggenburger dozierte 2004 und 2008 an der Sommerakademie Wismar in Deutschland und unterrichtet heute noch. Auf diesem Weg möchte er die Kunsterfahrung mit der jüngeren Generation teilen und sein Wissen an diese weitergeben. Seit 1982 stellt er regelmässig aus. Mit Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz waren seine Werke bereits in mehreren Ländern ausgestellt. Vor zwei Jahren wurde Kaspar Toggenburger in Züberwangen sesshaft.

Die Köpfe von «Memento» sind erst mit der Lichtprojektion sichtbar.

Die Köpfe von «Memento» sind erst mit der Lichtprojektion sichtbar.

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