Bringen, ausladen, entsorgen

Am 7. Januar hat der neu erstellte Ökohof in Appenzell seine Tore geöffnet. Es ist der zentrale Ort der Abfallentsorgung für das Innere Land. Bei der Planung hat Innerrhoden auf das Know-how des Kantons Zug zurückgegriffen. Ein Augenschein zeigt, dass der Betrieb gut angelaufen ist.

Markus Fässler
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Die Autos stehen Schlange vor dem Ökohof in Appenzell. Der Betrieb ist seit der Eröffnung am 7. Januar gut angelaufen. (Bilder: Markus Fässler)

Die Autos stehen Schlange vor dem Ökohof in Appenzell. Der Betrieb ist seit der Eröffnung am 7. Januar gut angelaufen. (Bilder: Markus Fässler)

APPENZELL. Gegen 15.30 Uhr an diesem kalten Mittwochnachmittag erreicht der Andrang beim Ökohof in Appenzell seinen Höhepunkt. Alle bereitstehenden Ausladeplätze sind besetzt, hinten reiht sich Auto an Auto. Seit dem 7. Januar ist die zentrale Wertstoff- und Tierkörpersammelstelle an der Mettlenstrasse, kurz Ökohof, geöffnet. Jeweils an drei halben Tagen in der Woche hat die Bevölkerung des Inneren Landes die Möglichkeit, ihre Abfälle zu entsorgen. Den Bau des Ökohofs hat die Landsgemeinde 2009 beschlossen.

Kaum tote Zeit

Herangekarrt wird denn auch alles Erdenkliche. So etwa ein ganzer Anhänger, voll beladen mit Schaumstoffmatten und Plastikplanen. Beim Ausladen helfen Betriebsleiter Peter Vonach und Mitarbeiter Josef Manser. Sie sagen auch, in welche Mulde der jeweilige Abfall kommt. Derweil ist eine Frau auf der Suche nach eben dem richtigen Container. Sie sei zum ersten Mal hier und müsse sich erst mal zurechtfinden, sagt sie. Auch hier steht Peter Vonach helfend zur Seite. Der Betrieb steht selten still, laufend kommen neue Autos oder Lieferwagen. Bleibt einmal ein bisschen Zeit, heisst das nicht, dass es für Peter Vonach und Josef Manser nichts zu tun gibt. Sie kontrollieren die Container und sortieren allenfalls falsch eingeworfene Gegenstände aus. Der Grossteil, wie etwa Glas, Karton, Metall, Elektronikgeräte oder Styropor, kann gratis entsorgt werden. Gleiches gilt für Bauschutt aus Haushalten bis zu 0,5 m3. Danach kostet jeder Kubikmeter 20 Franken.

Die Feinsortierung erfolgt jeweils während der Zeit, in der der Ökohof geschlossen hat. Dabei helfen Asylanten mit. Sie sind wichtige Helfer. «Sie kommen sehr gern hierher und sind alles gute Leute, die einen hervorragenden Job machen», so Vonach. Ohne ihre Mithilfe würde es nicht gehen, da der Personalaufwand sonst viel zu hoch wäre. Im oberen Bereich des Ökohofs gibt es einen Stauraum für die abholbereite Ware. Ziel ist es, immer mit vollen Lastwagen zu fahren. Dafür arbeitet der Kanton mit sechs Partnern zusammen – vier für die Entsorgung, zwei für den Transport.

Know-how aus dem Kanton Zug

Mit dem Ja zum Ökohof hat die Landsgemeinde 2009 zugleich auch entschieden, dass die dezentralen Sammelstellen im Inneren Land aufgehoben werden. Damit in Appenzell nichts schiefläuft, hat sich das Innerrhoder Bau- und Umweltdepartement das Know-how im Kanton Zug geholt, wo elf solche Anlagen betrieben werden. «Wir wollten bösen Überraschungen vorbeugen und von den Erfahrungen profitieren», sagt Fredy Mark, Leiter des Amtes für Umwelt. Mit dem Ökohof strebt der Kanton bei der Abfallentsorgung Kostenersparnisse von 80 000 bis 100 000 Franken pro Jahr an.

Betriebsleiter Peter Vonach packt beim Ausladen mit an.

Betriebsleiter Peter Vonach packt beim Ausladen mit an.

Diese Gegenstände haben ihren Dienst getan.

Diese Gegenstände haben ihren Dienst getan.