Breitbandtechnologie
Von Grub direkt ins All: Eine grosse Satellitenschüssel soll ländliche Regionen mit schnellem Internet versorgen

Nicht überall sind Glasfaserleitungen wirtschaftlich und sinnvoll. Die amerikanische Firma Viasat will Teile der Schweiz besser erschliessen. Einer der 25 vorgesehenen Standorte ist in Grub.

Karin Erni
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Dezentrale Satellitenantennen sollen die Datenautobahnen entlasten.

Dezentrale Satellitenantennen sollen die Datenautobahnen entlasten.

Winhorse / iStockphoto

Eine Satellitenschüssel mit rund drei Metern Durchmesser soll in Grub zu stehen kommen. Dies ist den kommunalen Baugesuchen zu entnehmen. Zweck der Anlage ist, gemäss dem zuständigen Gemeinderat Udo Szabo, schnellere Internetverbindungen herzustellen. «Für Verbindungen in die USA werden die Daten heute auf Glasfaser gebündelt und laufen so zum Beispiel über das spanische Bilbao via Transatlantikkabel oder über Frankfurt via Satelliten in die USA. Das kann zeitweise zu Engpässen und langsamem Netz führen.»

Randregionen besser erschliessen

Mit etwa 25 Antennenstandorten in der Schweiz wolle die Firma Viasat den Datenfluss dezentralisieren und beschleunigen, so Udo Szabo. Internetprovider wie die Swisscom und auch Privatkunden in ländlichen Regionen, wo bislang noch kein schnelles Internet verfügbar ist, können dieses Netz dereinst nutzen. Diese Anlage empfängt und sendet Daten. Es handle sich um die gleiche Technik wie Telefonie im Flugzeug oder auf Schiffen im Atlantik, erklärt Szabo. «Nur starr und präzise ausgerichtet für grossen Durchsatz.» Eine Satellitenanlage sei der Ersatz für ein Kabel, wo es keine Erschliessung im Boden gibt, also eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung. «Internationale Firmen, die grosse Datenvolumen zwischen den Kontinenten austauschen, verfügen oft bereits über eigene Satellitenempfangssysteme. Das kann sich für sie finanziell lohnen.» Szabo verweist in diesem Zusammenhang auf die Schüsseln auf dem Dach von SRF, die manchmal in der Meteo-Sendung zu sehen sind.

Udo Szabo, Gemeinderat und Vizegemeindepräsident von Grub.

Udo Szabo, Gemeinderat und Vizegemeindepräsident von Grub.

PD

Antenne soll unauffällig platziert werden

Das Baugesuch in Grub hat die Firma MBC in Lausanne eingereicht. An ihr ist die international tätige und in Kalifornien domizilierte Grossfirma Viasat beteiligt. Diese wird den Satellitendienst zwischen Europa, Amerika und Afrika betreiben. Viasat entwickelt satellitengestützte und andere drahtlose Netzwerksysteme für schnelle Kommunikationsverbindungen für staatliche Institutionen, Unternehmen und das Militär. Die Firma hat aufgrund von Messungen Grub als idealen Standort evaluiert und die Gemeinde um ein Grundstück angefragt. Zu stehen komme die Schüssel auf dem Gelände neben dem Feuerwehrdepot an der Grenze zu Eggersriet, erklärt Udo Szabo. «Der Standort ist relativ diskret und die Anlage dürfte kaum auffallen. Allenfalls wird der Zaun, der das 4 mal 8 Meter grosse Grundstück umgibt, bepflanzt, sodass weniger von der Antenne zu sehen ist.» Für die zur Verfügung gestellte Fläche erhält die Gemeinde einen Pachtzins, dessen Höhe nicht bekanntgegeben wird. Mitte dieses Jahres soll die Anlage in Betrieb gehen.