«Brecht die Veranstaltung ab, oder wir schütten Reissnägel auf die Strasse»: Gefälschtes Drohschreiben stiftet am Bergsprint in Walzenhausen Verwirrung

Während des historischen Bergsprints sind Flugblätter der Operation Libero aufgetaucht. Die Verantwortlichen bezeichneten die Organisatoren des Anlasses als Umweltverschmutzer und drohten damit, die Veranstaltung zu sabotieren. Die Flugblätter entpuppten sich schnell als Fälschung, Operation Libero erwägt rechtliche Schritte gegen die anonymen Verfasser.

Natascha Arsic / Jesko Calderara
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Am Wochenende fand die 5. Ausgabe des Bergsprints in Walzenhausen statt. 10'000 Schaulustige nutzten die Gelegenheit, rund 200 historische Rennautos und Motorräder hautnah mitzuerleben. Weniger begeistert von der Veranstaltung zeigten sich die Verfasser eines anonymen Flugblattes. Dieses wurde mit dem Logo der Operation Libero versehen, ist aber eine Fälschung, wie sich herausstellte. Während des Anlasses verteilten sie Flugblätter mit einer deutlichen Botschaft: «Hallo Umweltverschmutzer. Wir möchten euch mitteilen, dass sie ihre Veranstaltung umgehend abbrechen sollten, andernfalls sähen wir uns gezwungen, Tausende von Reissnägeln auf die Strasse zu schütten. Eine solche Veranstaltung ist heute nicht mehr zu akzeptieren. Wir wollen die Schweiz verändern.»

Das Flugblatt. (Bild: PD)

Das Flugblatt. (Bild: PD)

Organisationskomitee weist Vorwürfe zurück

Das Organisationskomitee «Historischer Bergsprint» weiss seit Sonntagmorgen von der Flugblattverteilung, heisst es in einer Medienmitteilung. Die Mitglieder hätten unverzüglich die Polizei und die Rennleitung verständigt. Anschliessend sei folgender Beschluss umgesetzt worden: «Im Einverständnis mit Polizei und Rennleitung wird die Veranstaltung unter erhöhter Beobachtung gestartet und weitergeführt. Auf Lautsprecherdurchsagen in dieser Sache wird verzichtet.»

Die «nicht besonders umweltfreundilche» Drohung ist glücklicherweise nicht vollzogen worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Der Veranstalter des Bergsprints sei über die angedrohte Aktion enttäuscht. Das Vorgehen der Verfasser des Flugblattes könne nicht nachvollzogen werden, weil der Veranstalter – wie Greta Thunberg – die entstandene CO2-Belastung über myclimate kompensiere. «Wir unternehmen alles, um die beliebte Veranstaltung so umweltfreundlich wie nur möglich zu gestalten und weisen deshalb den Vorwurf ‹Umweltverschmutzer› in aller Form zurück», schreibt der Veranstalter abschliessend.

Operations Libero distanziert sich auf Anfrage von der Aktion. Das unsägliche Flugblatt sei eine Fälschung, sagt Silvan Gisler, Leiter Kommunikation. Operation Libero habe in keiner Art und Weise damit zu tun. Solche Aktionen seien einer Demokratie grundsätzlich unwürdig, sagt Gisler. Operation Libero wurde am Sonntag durch die Organisatoren des Bergsprints über das Flugblatt informiert. Es ist laut Gisler das erste Mal, dass Operation Libero mit so etwas konfrontiert ist. Der Vorfall hat möglicherweise ein rechtliches Nachspiel. Operation Libero wird möglicherweise Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten.