Brauchtumsanlass

Ausserrhoder Kantonspolizei muss vereinzelt wegen Silvesterchlausen ausrücken

Der 13. Januar ist Alter Silvester: Normalerweise wären heute in Appenzell Ausserrhoden viele Silvesterchläuse unterwegs. Aufgrund der epidemiologische Lage hat die Regierung den Brauchtumsanlass bereits im Dezember abgesagt. Die meisten halten sich an die Vorgaben der Regierung und bleiben zu Hause – doch es gibt Ausnahmen.

Rosa Schmitz
Drucken
Teilen
Bilder wie in den vergangenen Jahren wird es am diesjährigen 13.Januar nicht geben: Das traditionelle Silvesterchlausen musste aufgrund der epidemiologischen Lage abgesagt werden.

Bilder wie in den vergangenen Jahren wird es am diesjährigen 13.Januar nicht geben: Das traditionelle Silvesterchlausen musste aufgrund der epidemiologischen Lage abgesagt werden.

Bild: Michel Canonica (30. Dezember 2017, Teufen)

Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden ist zufrieden. «Der Tag ist relativ ruhig angelaufen», sagt Mediensprecher Daniel Manser. Am 13. Januar würden normalerweise Hunderte von Menschen unterwegs sein, um das traditionelle Silvesterchlausen am alten Silvester zu feiern. Doch die Regierung musste den grösste Brauchtumsanlass des Kantons aufgrund der epidemiologische Lage bereits im Dezember absagen. Sie wies die Chlausenschuppel (kleine Gruppen) sowie Gäste von nah und fern an, «die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten und in der kommenden Zeit auf die sonst geliebten Traditionen und deren Besuch zu verzichten».

«Der Beschluss, das Silvesterchlausen und weitere Anlässe abzusagen, wird von den Gemeinden mitgetragen», sagt Manser. Auch bei den Schuppeln herrsche allgemein Verständnis. Viele Silvesterchläuse hätten bereits vor dem Entscheid der Behörden angekündigt, diesmal auf das Chlausen zu verzichten. «Es gibt natürliche Einzelne, die sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben halten wollen», sagt Manser.

Knapp ein Dutzend Schuppel unterwegs

Die Kantonspolizei stellt bis am Mittwochnachmittag knapp ein Dutzend Schuppel fest. Diese wurden ermahnt und darauf hingewiesen die Chlausenaktivitäten einzustellen. «Aber im Vergleich zu der Menschenmenge, die heute normalerweise an diesem Brauchtum teilnimmt, ist das wenig.»

Manser geht davon aus, dass der Rest des Tages ähnlich aussehen wird. «Ich bezweifle, dass es zu irgendwelchen grösseren Menschenansammlungen kommen wird – bis jetzt ist die Situation ruhig.»

Normalerweise viel Publikum

Der Brauch des Silvesterchlausens in Ausserrhoden ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Unzählige Gäste besuchen jeweils den Neuen und den Alten Silvester. Zahlreiche Schuppel sind jeweils mit Schellen, Rollen und kunstvoll verzierten Kopfbedeckungen unterwegs.

Mit einem «Zäuerli» (Naturjodel) überbringen sie zuerst den Menschen auf den Höfen und in den Aussenbezirken ihre Neujahrswünsche. Danach geht es zum «Chlausen» weiter in die Dörfer. Der Brauch wird im ganzen Hinterland – Urnäsch, Schwellbrunn, Schönengrund, Herisau, Waldstatt, Hundwil, Stein – sowie in Teufen und Bühler gepflegt.