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BRAUCHTUM: Weltpremiere in Herisau - Der Kinofilm "S'Bloch" ist angelaufen

Ab sofort läuft im Cinétreff in Herisau Thomas Rickenmanns neuer Film. An der Premiere am Donnerstagabend war die Begeisterung für das Werk gross. Auch zu einer Uraufführung des Blochliedes kam es.
Karin Erni
Die massiven Holzfiguren des Blochumzugs hat Weissküfer Sepp Dähler aus Trogen im Massstab 1:2 angefertigt. Sie werden nach der Filmpremiere in den Dorfläden ausgestellt und am 23. März öffentlich versteigert. Das Mindestgebot für das gesamte Ensemble beträgt 15'000 Franken. (Bild: Karin Erni)

Die massiven Holzfiguren des Blochumzugs hat Weissküfer Sepp Dähler aus Trogen im Massstab 1:2 angefertigt. Sie werden nach der Filmpremiere in den Dorfläden ausgestellt und am 23. März öffentlich versteigert. Das Mindestgebot für das gesamte Ensemble beträgt 15'000 Franken. (Bild: Karin Erni)

Ein aufgemaltes «B» prangt auf dem Stamm der Tanne, die sich bedrohlich neigt und schliesslich ächzend ins Unterholz kracht. Die Holzer stossen mit einem Glas Alpenbitter auf die gelungene Baumfällung an. So beginnt der Film s’Bloch von Thomas Rickenmann.



Das Werk bietet knapp zwei Stunden lang einen umfassenden Einblick in den Ausserrhoder Volksbrauch. Die Kamera begleitet die alten und jungen Blochmannschaften während mehrerer Monate von der Fällung des Baumes bis zu dessen Versteigerung in ihrem Heimatdorf. Die Reise des Baumstammes durch die winterliche Landschaft ist in emotionalen Bildern festgehalten und mit viel Gesang untermalt. Freiwillige und unfreiwillige Situationskomik und träfe Sprüche sorgen verschiedentlich für Lacher im Publikum. Die zahlreichen, teilweise intimen Einblicke lassen den Zuschauer erahnen, was den Reiz ausmacht, freiwillig einen tonnenschweren Holzblock durch das halbe Appenzellerland zu ziehen.

Nur wenige Frauen kommen zu Wort

Frauen kommen im Film nur wenige zu Wort. Eine von ihnen fungierte als Geburtshelferin des Schwellbrunner Bubenblochs, wie zu erfahren ist. Die pensionierte Lehrerin Susi Bodenmann erinnert sich, wie seinerzeit zwei Buben auf sie zugekommen seien mit der Idee, selber ein Bloch zu machen. Sie habe daraufhin mit den Buben das Zauren trainiert, damit der Gesang gut klinge und sich das Ergebnis im Kässeli bemerkbar mache.

Zur Vorpremiere, die am Donnerstagabend im Cinétreff Herisau stattfand, waren die Mitglieder der Blochmannschaften, die Geldgeber sowie eine Delegation aus dem tirolerischen Fiss geladen. Dort wird ein ähnlicher Brauch gepflegt, der im Film ebenfalls vorgestellt wird. Yves Noël Balmer, Präsident des Vereins Cinétreff, lobte die erfolgreiche Kooperation mit dem Filmemacher. Er erhofft sich 10'000 zahlende Besucher, die den längerfristigen Erhalt des Kinos sicherstellen sollen. Landammann Paul Signer warf in seiner Rede einen Blick zurück in seine Zeit als Gemeindepräsident von Herisau. Er habe damals der Blochgesellschaft Unterstützung bei der Wiederbelebung des Brauches zugesagt. Es sei ein Erlebnis der besonderen Art gewesen, als er 2012 erstmals wieder ein Bloch erleben durfte. Thomas Rickenmann bedankte sich bei den Blochmannschaften. Es sei nicht selbstverständlich, dass sie ihm als «fremden Fötzel» erlaubten, alles zu filmen.

Uraufführung des Blochliedes

Für eine zweite Premiere sorgte an diesem Abend der Jodelklub Herisau-Säge mit einer Uraufführung des von Michael Jud geschriebenen Blochliedes.

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