Böllern und Feuern mit Rücksicht

Am Freitag feiern Schweizerinnen und Schweizer ihren Nationalfeiertag. Damit die Freude an diesem Anlass ungetrübt bleibt, gilt es bei Feuerwerken und Höhenfeuern einiges zu beachten: Vom Zünden am passenden Ort bis zum richtigen Umgang mit Haustieren.

Stefan Feuerstein
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TOGGENBURG. Feuerwerke erstrahlen in verschiedenen Farben am Himmel, Familien und Freunde versammeln sich um Höhenfeuer, Freude liegt in der Luft: Vielerorts im Toggenburg wird der 1. August mit feierlichen Anlässen begangen. Um keine negativen Konsequenzen zu erleben, müssen Feuerwerkbegeisterte jedoch auf einige Vorschriften Rücksicht nehmen.

Bestimmungen einhalten

Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der St. Galler Kantonspolizei, erwähnt gleich eine ganze Palette von Vorsichtsmassnahmen: Vom Sicherheitsabstand zu Personen, Wäldern und Häusern über den richtigen Umgang mit Blindgängern bis hin zur Rücksichtnahme auf ein mögliches Rauchverbot. Daneben rät er vor dem Gebrauch insbesondere auch dazu, sich die einzelnen Produkte genau anzuschauen. «Die Sicherheitsbestimmungen, die auf dem Produkt vermerkt sind, müssen eingehalten werden.» Zwar sind Sicherheitsabstände und allgemeine Vorsicht gemäss Krüsi sehr wichtig, das Zünden von Feuerwerk ist aber – ausschliesslich am 1. August sowie zu Neujahr oder mit Sonderbewilligung – grundsätzlich überall erlaubt, solange das Amt für Umwelt und Energie kein Feuerverbot herausgegeben hat.

Stress für Wildtiere

Dass Feuerwerk überall gezündet werden darf, bringt jedoch auch Nachteile mit sich: insbesondere für die hiesige Fauna. «Auf laute Geräusche und helles Licht reagieren einige heimische Tierarten mit Flucht. Dass sie derart aufgescheucht werden, hat eine schädliche Wirkung auf sie», erklärt der Toggenburger Wildhüter Urs Büchler. Obwohl die Ursache schwierig nachzuweisen sei, habe er schon beobachtet, wie Tiere auf der Flucht vor Feuerwerksgetöse beispielsweise ihre Jungen zurückliessen. Um Wildtiere zu schonen, rät er dazu, Feuerwerke ausschliesslich in Siedlungsräumen zu zünden. Wer den 1. August in einer Ferienhütte im Wald oder auf der Alp feiern wolle, müsse jedoch nicht ganz auf Feuerwerk verzichten. «Einen vereinzelten Vulkan zu zünden bewirkt kaum Negatives, eine Feuerwerksbatterie schon.»

Tiere beruhigen schadet

Nicht nur Wildtiere, sondern auch viele Haustiere reagieren negativ auf die Geräusche von Feuerwerken. Heinz Brecht vom Toggenburger Tierschutz weiss von Tieren, die dadurch extreme Angst durchleiden müssen und je nachdem auch Traumata davontragen. «Solche Geräusche prägen Tiere. Hunde können nach negativen Erlebnissen mit Lärm beispielsweise immer wieder mit Angst auf laute Geräusche reagieren», erklärt Brecht. Den Haltern rät er dazu, ihre Tiere am 1. August einfach in Ruhe zu Hause zu lassen, da sie sich wenn nötig selbständig an einen Ort zurückziehen, an dem sie sich sicher fühlen. Zudem sollen sie die Wohnung verdunkeln, Fenster schliessen und das Radio leise laufen lassen. Wer mit beruhigenden Worten auf die Tiere einwirken wolle, begehe hingegen einen Fehler. «An unserer Stimme erkennen Tiere, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dadurch prägen sie sich Geräusche wie jene von Feuerwerken noch negativer ein und haben in Zukunft mehr Angst.» Laut dem Tierschützer ist es zudem wichtig, dass sich Feuerwerkbegeisterte an die gesetzlichen Vorschriften halten und Feuerwerke ausschliesslich am 1. August abbrennen. Dadurch halte sich die Stresssituation durch laute Geräusche und Licht zumindest in einem Rahmen.

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