«Bodeständig ond öberstellig»

Bodenständig bleiben, froh und mutig Neues anpacken, das ist die Devise der Landfrauen. An der Kantonaltagung der Ausserrhoder Landfrauen in Speicher durfte Präsidentin Andrea Schläpfer auf ein gutes Vereinsjahr zurückblicken.

Esther Ferrari
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Der neue und der alte Vorstand: Hintere Reihe von links: Aline Raschle, Präsidentin Andrea Schläpfer, Simone Bischofberger, Margrit Holderegger, Rita Buff. Vordere Reihe von links: Heidi Frischknecht, Eveline Haller, Heidi Baumann. (Bild: ef)

Der neue und der alte Vorstand: Hintere Reihe von links: Aline Raschle, Präsidentin Andrea Schläpfer, Simone Bischofberger, Margrit Holderegger, Rita Buff. Vordere Reihe von links: Heidi Frischknecht, Eveline Haller, Heidi Baumann. (Bild: ef)

SPEICHER. Ein paar wenige Männer und 300 Landfrauen aus allen Ausserrhoder Gemeinden, davon 278 stimmberechtigt, viele in der Tracht, trafen sich am 23. März zur 83. Kantonaltagung im renovierten Buchensaal.

Die Gastgeberinnen, die Landfrauen «vom Spiicher», empfingen die Gäste zum Auftakt ab 12.30 Uhr mit Kaffee und Kuchen. Der reichhaltige Zvieri, vom Speck, Käse, bis zum Quark, alles Eigenprodukte, wurde erst nach der Versammlung und der gelungenen Einlage «Line Dance», bei dieser die Präsidentinnen auf die Bühne gebeten wurden um mitzutanzen, serviert.

Tradition und Moderne

Fröhlich endete der Nachmittag, wenn auch Kantonalpräsidentin Andrea Schläpfer zu Beginn die Flüchtlingswelle, die Sorgen und Unsicherheiten mit der die Welt konfrontiert ist, ansprach. «Die Landfrauen halten die Balance zwischen Tradition und Fortschritt», sagte Gemeindepräsident Peter Langenauer. Obwohl Speicher nicht als typisch landwirtschaftliche Gemeinde gilt, sind im Gemeinderat drei Landfrauen vertreten. Eine davon ist Marianne Scheuss, die als Präsidentin mit feinem Humor durch das Programm führte. Auch gibt es in Speicher ein Goofe-Chörli. Mit Kostproben von Liedern und Zäuerli erfreute dieses die Anwesenden bei der Begrüssung. Beat Brunner als Vertreter des Bauernverbandes dankte den Frauen für das Pflegen der Tracht. Migga Falett brachte die Grüsse von der Dachorganisation und forderte die Bäuerinnen auf zum vermehrten Mitmachen bei Swiss Tavolata. Die Bildung der Bäuerin boome, sagte sie. Im vergangenen Jahr haben 110 Frauen den Fachausweis erworben, vier davon das Diplom. Es sind nicht nur Bäuerinnen, welche diese Ausbildung in Angriff nehmen. Das Interesse am Nähen und an der Selbstversorgung boomt. Auch Städterinnen haben diese Werte neu entdeckt.

Ein gutes Vereinsjahr

Präsidentin Andrea Schläpfer blickte zurück auf ein gutes Vereinsjahr. Die Jahresrechnung zeigt eine Vermögenszunahme von gut 50 Franken. Nach zehn Jahren im Amt als Kassierin ist Heidi Baumann zurückgetreten. Sie hütete nicht nur die Kasse, sie unterstützte und empfahl Bäuerinnen, ins Idyll Gais in die Ferien zu gehen. Ihr wurde, in Anbetracht der Verdienste, die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Als neue Kassierin wurde die 40jährige Margrit Holderegger aus Hundwil gewählt. Sie ist kaufmännisch ausgebildet und Mutter von vier Kindern. Ebenfalls zurückgetreten nach neun Jahren als Rechnungsrevisorin ist Edith Scherrer, Waldstatt, sowie Eveline Haller, die während sieben Jahren als Aktuarin und später als Beisitzerin im Vorstand war. Sie steht kurz vor ihrer Familiengründung. Ihre Nachfolgerin, Heidi Frischknecht aus Wald, ist Landfrauenpräsidentin und betreibt eine Zucht für Sennenhunde. Als zusätzliches Mitglied, als mögliche Präsidentinnen-Nachfolgerin, ist Simone Bischofberger aus Teufen in den Vorstand gewählt worden. Sie absolvierte 2003 die Bäuerinnenprüfung und bildet Lehrtöchter aus. Sie hat vier Kinder im Alter von 12 bis 17 Jahren. Für den Haushaltservice, der seit 16 Jahren besteht, werden immer noch Frauen für Stundeneinsätze gesucht.