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Die Böcke im Alpstein werden wieder älter

Letztes Jahr konnte erstmals ein 14 Jahre alter Steinbock erlegt werden. Für die Verantwortlichen ein Zeichen, dass das 2015 eingeführte Steinwildkonzept erste Früchte trägt.
Karin Erni
Dieser kapitale Bock wurde letztes Jahr im Alpstein erlegt. (Bild: Ueli Nef)

Dieser kapitale Bock wurde letztes Jahr im Alpstein erlegt. (Bild: Ueli Nef)

Die Steinböcke sind die Lieblinge der Berggänger. Das Entzücken ist jeweils gross, wenn ein kapitaler Bock majestätisch vor die Linse tritt. Auch die Jäger schiessen gerne alte Tiere mit langen Hörnern, denn sie geben eine schöne Trophäe ab.

Seit den 1950er-Jahren besteht im Alpstein eine Steinbockkolonie, die heute 160 bis 180 Tiere umfasst. Der Bestand wird durch jagdliche Massnahmen reguliert. Die drei Kantone rund um den Säntis sprechen sich dabei ab. Der grösste Teil der Abschüsse wird von Jägern der Kantone St. Gallen und Appenzell Innerrhoden getätigt. Den kleinsten Anteil hat Ausserrhoden. Jeder Abschuss muss zusätzlich vom Bund bewilligt werden, da es sich beim Steinbock um eine geschützte Tierart handelt.

Rätsel um geringes Alter der Steinböcke

Das Höchstalter des Steinbocks wird mit 16 Jahren angegeben. Bei der Kolonie im Alpstein sei schon länger festgestellt worden, dass die Böcke nie ein so hohes Alter wie in anderen Kolonien erreichten, die Geissen dagegen schon, sagt Ueli Nef, Jagdverwalter von Appenzell Innerrhoden. «Es wurde unter anderem gemutmasst, dass die grossen Schneemengen und die klimatischen Bedingungen des Alpsteins der Grund dafür sein könnten.» Im Jahr 2015 erstellte Wildtierbiologe Peter Meile im Auftrag des Kantons St. Gallen das «Konzept für einen nachhaltigen Umgang mit dem Steinwild am Säntis». Darin kam Meile zum Schluss, dass der Grund schlicht und einfach darin lag, dass die Böcke bisher zu früh erlegt worden waren. «Nachhaltig nutzen heisst beim Steinwild also noch mehr als beim Gams – und ganz anders als bei Rotwild und Reh, den Zuwachs nicht voll abzuschöpfen, den Bestand und vor allem auch die älteren Tiere sehr zurückhaltend zu nutzen und einen Teil der alten Tiere einem natürlichen Tod zu überlassen.»

Alte Böcke werden geschont

Heute darf nur noch die Hälfte der Böcke geschossen werden, die elfjährig oder älter sind. Zu den Abschüssen gerechnet werden auch jene Tiere, die verunfallen oder wegen einer Krankheit oder Verletzung erlegt werden müssen. Es würden mehr alte Böcke am Leben gelassen, da sie wichtige soziale Funktionen haben, so Ueli Nef. «Jede Art hat ein Anrecht darauf, sozial natürlich strukturiert sein zu dürfen.» Männliches Steinwild erreiche das körperliche Maximum ab einem Alter von zehn Jahren. Erst dann seien die Böcke in der Lage, dank ihrer Ruhe und Gelassenheit, als erfahrene und widerstandsfähige Tiere zur Gesundheit der Population beizutragen. «Der Bock hat bewiesen, dass er überlebens- und durchsetzungsfähig ist.» Das Vorhandensein von alten Böcken beruhige ausserdem die Paarungszeit im November und Dezember. «Es sind keine grossen Kämpfe nötig und die Tiere können für den Winter Energie sparen.»

Gewinn für beide Seiten

Durch die Schonung wird bewusst im Kauf genommen, dass die Tiere vor einem allfälligen Abschuss eines natürlichen Todes sterben und nicht mehr als Trophäe taugen. Aber die Vorteile überwiegen, ist auch Dominik Thiel, Leiter des St. Galler Amts für Natur, Jagd und Fischerei überzeugt. Er spricht von einer Win-Win-Situation. «Zu Beginn waren die Jäger von dieser Massnahme nicht begeistert. Sie hatten Angst, dass man ihnen etwas wegnimmt. Doch der Abschuss des 14-jährigen Bocks letztes Jahr zeigt, dass sich die neue Strategie letztlich auch für die Jägerschaft auszahlt.»

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