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BOBSPORT: Vor dem 40. ging es nach Südkorea

Der Schwellbrunner Beat Hefti feiert heute seinen 40. Geburtstag. Während der letzten vier Wochen hat er in Pyeongchang Materialtests mit Fabio Schiess für die Olympia-Gastgeber durchgeführt.
Beat Hefti wird nach seinem heutigen 40. Geburtstag bobtechnisch eine ruhigere Kugel schieben. (Bild: uhu)

Beat Hefti wird nach seinem heutigen 40. Geburtstag bobtechnisch eine ruhigere Kugel schieben. (Bild: uhu)

Insidern dürfte aufgefallen sein, dass die südkoreanischen Bobteams im Januar bei den europäischen Weltcuprennen fehlten. Die zuletzt wenig erfolgreichen Olympia-Gastgeber nutzten die Gelegenheit, um sich Zu Hause auf den Saisonhöhepunkt vorzubereiten. Und die vom Appenzeller Mechaniker Fabio Schiess betreuten Koreaner – Vater Hansueli Schiess aus Herisau bringt die Letten in Fahrt – schalteten rasch. Als durchsickerte, dass Swiss Sliding ohne Olympiasieger Beat Hefti plant, nutzten die Gastgeber die Chance und verpflichteten den Schwellbrunner für Tests in Pyeongchang.

Seit anfangs Januar weilte der heute 40 Jahre alt werdende vierfache Olympia-Medaillengewinner für einen Monat vor Ort, half den Einheimischen mit Schiess zusammen Kufen zu testen, Einstellungen an den Bobs vorzunehmen. «Anfangs hatte ich Bedenken, das Angebot anzunehmen. Doch dann sagte ich mir, ich sei Profi und in der Schweiz wurden meine Dienste und Unterstützung nicht benötigt. In andern Sportarten suchten ‚arbeitslose‘ Athleten auch einen Job. Also sagte ich zu.» Das im Dezember erfolgte Aufgebot von Swiss Sliding für den Januar Weltcup in Altenberg war nicht mehr als eine Alibi-Aktion, um kommunizieren zu können, Hefti erhalte nochmals eine Chance. Dabei wollte der 30-jährige Nachwuchsmann Clemens Bracher nicht fahren, weil er im Europacup gestürzt war. Pikant: Nach Bekanntgabe des Aufgebots telefonierte ein Mitglied der Selektionskommission einem Schweizer Piloten, ob er in Altenberg starten wolle. Hefti (hatte nicht abgesagt) gebe an der SM in St. Moritz wohl seinen Rücktritt bekannt. Davon war nie die Rede. «Wenn ich zurücktrete», so Hefti, « dann nicht vom Bobsport, sondern als Aktiver bei der Elite. Ich betreue weiterhin das von mir - und nicht Swiss Sliding - aufgegleiste Nachwuchsprojekt, mache Taxifahrten und schaue, was sich ergibt.»

Grosse Wertschätzung in Südkorea erfahren

Inzwischen wurde auf Verbandsebene getan, was Hefti verweigert wurde: Anschieber werden ausgetauscht, um das Optimum herauszuholen. Michael Kuonen aus der Bracher-Crew fährt im Vierer von Rico Peter, Heftis Sandro Ferrari sitzt im grossen Schlitten von Bracher. «Inzwischen bin ich froh, dass ich damit nichts mehr zu tun habe, kann unter diesen Umständen gut damit leben, nicht dabei zu sein.» Nicht nachvollziehbar ist für ihn nach wie vor, weshalb er nie die Chance für einen Direktvergleich mit gleich langen Spiessen erhielt.

Was aber hat das Engagement des Appenzellers den Koreanern gebracht? «Das wird sich zeigen. Ich fahre ja nicht selbst. Was ich sagen kann: Mir wurde in all den Jahren in gewissen Kreisen und Klubs nicht so viel Wertschätzung entgegengebracht wie in einem Monat von den Südkoreanern.» Fabio Schiess ist nach der Zusammenarbeit mit Beat Hefti und dessen Fahrten auf der Olympia-Bahn überzeugt, dass die Schweizer den stärksten Piloten Zu Hause lassen.

Heute feiert der Olympiasieger (noch ohne Goldmedaille) in aller Ruhe seinen 40. Geburtstag. «Vor vier Jahren war der Druck enorm. Von Swiss Sliding wurde wiederholt betont, es sei alles in mich investiert worden, es müsse eine Medaille her. Dies ist mir gelungen.» Ob es der Schweiz in Pyeongchang zu einem Podestplatz reicht? «Das werden wir sehen. Wird es Edelmetall, haben die Funktionäre alles richtig gemacht. Wenn nicht, bin ich auf die Konsequenzen gespannt. Sei es bei Swiss Sliding oder auch Swiss Olympic.» (uhu)

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