Blutspendedienst Heiden blutet

Der Blutspendedienst Heiden geht per Ende Jahr an die Blutspende SRK Ostschweiz in St. Gallen über. Das Angebot wird überprüft.

Rolf Rechsteiner
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HEIDEN. Die Frage «Was bleibt?» steht für Matthias Schmid, Chefarzt Anästhesie am Spital Heiden, und Irene Bruderer, als deren Lebenswerk man den Blutspendedienst Heiden bezeichnen darf, im Vordergrund. Was bleibt, ist nämlich der Bedarf an Blutspenderinnen und -spendern. «Es gibt keine Alternative zu menschlichem Blut!», betont der Anästhesist.

Verbrauch reduziert

Zwar hätten neue Operationstechniken den Verbrauch an Blutkonserven drastisch reduziert. Aber es brauche eine immer grössere Zahl an potenziellen Spendern, um den tatsächlichen Bedarf zu decken. Das habe zu tun mit den veränderten Lebensgewohnheiten und mit daraus resultierenden Ausschlusskriterien: Nach Auslandsreisen in Risikoländer etwa, nach bestimmten medizinischen Behandlungen oder nach dauerhaftem Medikamentenkonsum muss eine Blutspende möglicherweise abgewiesen werden. Und längst nicht alle Aufgerufenen können zum jeweils gesetzten Termin antreten. Die Arbeitswelt verlangt Opfer. Administrativer Aufwand wächst. Nicht zuletzt deshalb werde die Organisation des Blutspendedienstes immer komplexer, sagt Irene Bruderer.

Vor 35 Jahren begonnen

Irene Bruderer ist seit 37 Jahren am Spital Heiden tätig, und vor 35 Jahren hat sie mit dem Aufbau des hauseigenen Dienstes begonnen. Doch nicht nur die Administration werde immer komplexer, merkt sie an. Die Blutentnahmestellen hätten höhere gesetzliche Qualitätsansprüche zu erfüllen, was ein aufwendiges Nachrüsten in kurzen Abständen bedinge. Auch der erforderliche Ausbau der Logistik und der Blutprodukteverwaltung sei für kleine Spitäler ebenso unumgänglich wie unerschwinglich. Aus diesen Gründen hätten in jüngster Zeit mehrere Kleinspitäler in der Region diesen Aufgabenbereich an den Blutspendedienst St. Gallen übergeben.

Entnahmestellen geprüft

Das Blutspendezentrum St. Gallen werde an einigen externen Blutentnahmestellen festhalten, andere allenfalls zusammenlegen; der Bedarf werde abgeklärt. Auch die örtlichen Samaritervereine würden weiterhin als Assistenz herbeigezogen, sagt Chefarzt Matthias Schmid.

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